Interview: Helmut Lippert

Helmut Lippert, Chef-Entwickler König & Meyer


 


Blick fürs Detail


Wie aus guten Ideen praktisches Musikerzubehör wird


Was zeichnet gutes Zubehör für Musiker aus, und wie wird eine Idee zum prak­tischen Hilfsmittel auf der Bühne? Im tastenwelt-Interview mit Ulrich Simon gibt Helmut Lippert, Leiter der Konstruktionsabteilung bei König & Meyer, Einblick in seine Arbeit.


Welche Eigenschaften zeichnen gutes Zubehör für Musiker aus?


Das ist eine Frage, die man mit 100 Argumenten be­antworten kann. Ein ganz wichtiger Punkt ist aber zum Beispiel die Mobilität. Musiker sind ja zwangs­läufig viel unterwegs. Stative, die sich schnell auf und abbauen lassen, eine zusammen­gelegt hand­li­che Größe, das Gewicht und eine lange Lebensdauer sind hier wichtige Kriterien. Typische Beispiele hier­für sind unter anderem unsere Keyboardständerserie „Spider“ oder der neue Keyboardtisch 18810 von König & Meyer.


Wie sieht es mit anderen klassischen Tugenden aus?


Qualität und Stabilität sind für uns ein Muss. Ein König & Meyer-Stativ muss einiges aushalten kön­nen, und das Instrument muss vom Ständer sicher aufgenommen werden. Auch der Aufbau des Stativs darf nicht zu kompliziert sein oder gar ein Verlet­zungsrisiko bergen.


Woher wissen Sie, welches Zubehör fehlt oder was verbessert werden muss?


Viele Anregungen kommen direkt vom Markt, von den Anwendern, also den Musikern oder von unseren Endorsern. Zum anderen sind viele unserer Verkäu­fer und Techniker selbst auch Musiker, die ihre Erfahrungen einbrin­gen. Auch ich war sehr lange Zeit mit Bands unter­wegs und weiß, wo der Schuh drückt. Ich habe selbst erfahren, wie nervig es ist, wenn man um zwei Uhr nachts schnell ab­bauen will und nicht sofort weiß, wie ein Teil zusam­mengelegt werden muss.


Wie gehen Sie bei der Entwicklung vor?


Die Ideen werden an die Konstruktionsabteilung heran­getragen. Dort erstellen wir dann ein Lasten­heft, in dem wir sehr genau festhalten, was von einem guten Produkt erwartet wird und welche Kriterien es erfül­len muss. Anhand des Lastenhefts nehmen wir erneut Kontakt mit denjenigen auf, die die Idee eingebracht haben. Auf diesem Weg klären wir wei­tere fehlende Details zu einem Problem und seiner möglichen Lösung.


Und der eigentliche Konstruktionsprozess?


Der beginnt im Anschluss. Es werden dann Proto­typen gebaut, die getestet werden, um zu klären, wie die Kriterien erfüllt wurden. Wenn das interne Feedback gut ist, werden die Muster unter anderem bei diversen Handelspartnern vorgestellt. Wir haben zu den Fachhändlern oft ein sehr gutes Verhältnis, und man kann meist offen besprechen, wie ein Pro­dukt ankommt. Durch all diese einzelnen Bausteine kann man sich eine gute Mei­nung über die Erwar­tun­gen und Wünsche der Anwender bilden.


Geben Sie neue Pro­dukte vor der Serien­ferti­gung auch an Mu­si­ker zum Testen heraus?


Selbstverständlich, aber das geht nur in einem bestimmten Rahmen, wenn Paten­te oder andere Schutzrechte dadurch nicht gefähr­det werden. Ein Produkt muss in einigen Fällen also bereits geschützt sein, wenn wir es zum Testen heraus­geben.


(Das komplette Interview lesen Sie in Ausgabe 4/10)




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