Interview: Tiemo Hauer

Newcomer Tiemo Hauer


Internet statt Casting-Show


Wie ein 20-jähriger Piano-Songwriter die Weichen auf Erfolg stellt


Mit einem Song im Internet konnte der 20-jährige Songwriter, Pianist und Sänger Tiemo Hauer erst die Leser einer großen Jugendzeitschrift und dann das Management einer Fastfoodkette für sich begeistern. Im tastenwelt-Interview mit Karl Stechl erklärt Tiemo Hauer, was ihn treibt und wo er gerne ankommen möchte.


Mit welchem Instrument haben Sie das Musik­machen angefangen?


Angefangen habe ich mit einem kleinen Keyboard meiner Tante. Später bekam ich eine Gitarre ge­schenkt; das Gitarrespielen habe ich aber nie richtig gelernt.


Wie sind Sie zum Klavier gekommen?


Meine Schwester hatte Klavierunterricht, was ich total beeindruckend fand. Ich wollte das auch und kam dann zu derselben Lehrerin.


Welche Art von Klavierunterricht war das?


Nach der russischen Klavierschule. Ich habe damit ziemlich schnell wieder aufgehört, weil ich zu faul war zum Notenlesen. Ich dachte, ich könnte aus dem Instrument mehr rausholen, als nur irgendetwas vom Blatt zu spielen.


Haben Sie überhaupt richtig Klavier geübt?


Ja, natürlich, aber es hat sich immer in Grenzen gehalten. Ohne den Unterricht hätte sich das Gefühl fürs Klavierspielen aber wohl gar nicht richtig ent­wickelt.


Was war für sie das Hauptproblem beim Klavierunter­richt?


Es war immer mit Druck verbunden. Ich wollte mich ans Klavier setzen, wenn ich Lust darauf hatte und wenn das Gefühl stimmte. Und nicht, wenn ich wusste, ich muss jetzt eine Stunde üben. Das hat mir nicht gefallen.


Irgendwann haben Sie sich dann als Schlagzeuger versucht?


Als Schlagzeuger habe ich in drei Bands gespielt – die erste ging in Richtung Rock‘n‘Roll der 60er, aber mit eigenen Stücken, da war ich 14. Die zweite spielte deutschen Punk-Pop, da war ich 16. Und mit 18 Jahren habe ich dann nochmal in einer Art Experimental-Combo gespielt, aber das war nur für ein Konzert.


Irgendwie sind Sie dann zum Klavier zurückge­kommen ...


Das war parallel zum letzten Bandprojekt, weil ich gemerkt habe, dass ich mich mit einem Schlagzeug nicht so richtig ausdrücken kann. Zu dieser Zeit habe ich auch angefangen, Texte zu schreiben, die ich vertonen wollte. Da war es das Naheliegendeste, zu­rück zum Klavier zu gehen, weil ich das In­stru­ment eben schon mal gespielt hatte und ich daran anknüpfen konnte.


Hatten Sie dann nochmal Unterricht?


Nein, aber heute habe ich den Eindruck, dass ich jeden Tag etwas dazu lerne, jedes Mal, wenn ich mich ans Klavier setze.


Und was ist mit Gesangs­unterricht?


Das würde vielleicht hel­fen, könnte aber auch etwas kaputt machen. Das wäre dann nicht mehr die Stimme, die ich zuvor hatte. So sehe ich das auch beim Klavierspiel – ein bisschen ruppig und eben nicht so perfekt, das gehört bei mir dazu.


Hatten Sie keine Probleme mit der Intonation, als die Demos aufgenommen wurden. Musste der Tonmann beim Gesang mit dem Pitchshifter nachhelfen?


Nein, nein, nein! Da bin ich auch strikt dagegen, ich mag so etwas nicht. Wenn ich schief singe, dann soll das meinetwegen auch schief auf die Schei­be kommen. Dann soll von mir aus jeder sagen, der kann nicht singen.


(Das komplette Interview lesen Sie in der Ausgabe 4/10)




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