Interview: Wolfgang Bilz

Wolfgang-Bilz, Shure


 


Funk-Aufklärer


Welche Änderungen auf die Anwender von Drahtlosanlagen zukommen.


Wolfgang Bilz vertritt Shure im Interessenverbvand APWPT, der sich um die Belange von Drahtlossystemen kümmert. Im tastenwelt-Interview mit Ulrich Simon erklärt er, was sich durch staatliche Neuordnung der Funkfrequenzen in diesem Jahr für Musiker ändert.


Sie vertreten Shure im Interessenverband APWPT, der sich um die Funkfrequenzen in der Musik- und Pro-Audio-Branche kümmert. 2010 wurden die Frequenzzuteilungen geändert. Welchen Einfluss hatte der Verband dabei?


APWPT wurde gegründet um die Interessen der Nutzer zu bündeln, um diese der Politik mit einer starken Stimme vortragen zu können. Es war nicht einfach, APWPT national wie international als wichtige Interessengruppe zu etablieren. Mittlerweile sind wir für z.B. für die Bundesnetzagentur, das Bundeswirtschaftsministerium wie auch für die Europäische Kommission der Ansprechpartner. Ich bin mir sicher, dass ohne den Einfluss des APWPT, die Lage für die Nutzer in Deutschland sehr dramatisch ausgefallen wäre.


Inwiefern?


Der UHF-TV-Bereich 470–790 MHz ist wegen den Ausbreitungsbedingungen ein sehr wichtiger Frequenzbereich. Es waren Vorschläge auf dem Tisch, dass wir diesen Bereich in Zukunft nicht hätten nutzen dürfen. Das hätte bedeutet, dass drahtlose Mikrofonanlagen mit viel weniger Frequenzspektrum auskommen hätten müssen. Zusätzlich hätten wir in Frequenzbereiche wechseln müssen, die die Betriebssicherheit wegen schlechterer Ausbreitungsbedingungen (höhere Verluste auf der Strecke und höhere Körperabsorption) sehr stark verschlechtert hätten.


Sind Sie mit den Ergebnissen zufrieden?


Es wurde ein Kompromiss erarbeitet, welcher alle Interessengruppen berücksichtigt. Wir sind mit einigen Punkten nicht zufrieden und sind in weiteren Diskussionen mit den Ministerien und Behörden. Speziell in den Punkten Entschädigungszahlungen und Einzelzuteilung versus Bereichszuteilung möchten wir die Situation für die Nutzer verbessern.


Mit welchen Auswirkungen müssen sich Musiker jetzt auseinandersetzen?


Das Band 790–862 MHz wird von den Mobilfunkunternehmen belegt werden; es kann niemand genau sagen, wann dies passieren wird. Sicher ist aber, dass alle drahtlosen Mikrofone in den nächsten Jahren ersetzt oder umgebaut werden müssen.


Welche Frequenzen sind betroffen?


Der Bereich 790–862 MHz; nicht betroffen ist der europäisch harmonisierte Bereich 863–865 MHz.


Was hat es mit dem 2,4-GHz-Band auf sich, das einige Funksysteme einsetzen, die auf der Musikmesse/Prolight + Sound vorgestellt wurden?


Dieses Band hat seine Vor- und Nachteile: Der Vorteil ist die weltweite Verfügbarkeit, Nachteile sind die schlechten Ausbreitungsbedingungen, welche nur bestimmte Anwendungen zulassen. Außerdem ist die Qualität der Audioübertragung stark abhängig von WLAN-Aktivitäten in der Umgebung, denn in diesem Frequenzband funken auch WLAN- und Bloototh-Geräte. Das Einsatzgebiet liegt damit sicherlich in Bereichen, in denen keine höhere Audioqualität oder Betriebssicherheit gefordert wird.


(Das komplette Interview lesen Sie in Ausgabe 5/10)




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