Kaufberatung: Notensatzprogramme

Nur noch gute Noten?


Moderne Notensatzprogramme bringen nicht nur schwarze Kleckse, die
im besten Fall für Wohlklang sorgen, zu Papier. Sie helfen auch bei anderen musikalischen Aufgaben und machen das Ganze auch noch hörbar. Wie gut klappt das im Einzelfall?


Wie kommen eigentlich die schwarzen Kleckse aufs Papier, nach denen sich viele Musiker richten und die nicht selten für Wohlklang sorgen? Wo früher mühselige Handarbeit angesagt war, werden Musiker, Komponisten, Arran­geure und Musikverleger heute durch Notensatzprogramme unterstützt. Diese helfen nicht nur bei der grafischen Gestaltung von Notenseiten, sondern haben sich auch zu mächtigen musikalischen Werk­zeugen entwickelt, die schon den Kompositions- und Produktionsprozess begleiten können.


Die Auswahl entsprechender Programme wächst zunehmend, und jeder kann das passende Werkzeug für sich finden: Der eine braucht tatsächlich nur ein Hilfsmittel, um wenige Noten in einem Liniensystem zu platzieren, der andere setzt seine musikalischen Ideen gleich in Noten um und benötigt eine mächtige Verwaltung für diese Skizzen, und dazwischen sind alle Abstufungen möglich. Gab es vor Jahren starke Unterschiede, findet hier zunehmend eine Angleichung statt, und die Hersteller lernen gegenseitig von guten Ideen. Die Komplexität der Aufgaben und Funktionen führt aber dazu, dass Notenprogramme Einarbeitungszeit verlangen, und dass man sich neben der Lösung seiner Notensatzprobleme auch mit dem Workflow innerhalb des Programms wohl fühlen muss. Am Test mit den Demo-Versionen der Programme führt also kein Weg vorbei.


Fünf aktuelle Programme, die sich einer gewissen Beliebtheit erfreuen, haben wir für diese Kaufberatung herausgegriffen und etliche Standardaufgaben damit gelöst – z.B. das Erstellen eines Klavierstücks im Songbookstil mit tex­tierter Oberstimme, eine klei­ne Partitur und die passen­den Stimmauszüge erstel­len. Eine Aufgabe, die häufig als Frage an die Redaktion gerichtet wird, wurde ebenfalls umgesetzt: Wie macht man aus gekauften MIDI-Files Noten?


Als Grundlage für diese Übung diente ein MIDI-File des Songs „I’ll Be Waiting“ von Lenny Kravitz, programmiert von einem renommierten Anbieter im GM-Standard. Ziel der Übung war es, die charakteris­tische Klavierbegleitung des Stücks und die Gesangsstimme samt unterlegtem Text aufs Papier zu bringen. Eine Erkenntnis gleich vorneweg: Kein Programm hat die Aufgabe zu 100 Prozent erledigt, bei allen war Nacharbeit nötig. Im Vergleich zeigt sich nicht nur, dass der MIDI-Standard kein ideales Format für Noten ist, sondern auch, dass die Hersteller von Notensatzprogrammen die Möglichkeiten nicht voll ausschöpfen. Welchen Eindruck die einzelnen Testkandidaten hinterlassen haben, lesen Sie in der folgenden Einzelkritik. (us)


(Lesen Sie weiter in der Ausgabe 1/12)


 

Die Testkandidaten (Anklicken zum Vergrößern)










Rubrik "Software": Kaufberatung: Notensatzprogramme | Test: Capella Wave Kit 1.0 | Workshop: Apple iPad für Musiker (7)



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