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Workshop: Klavierstunde


Im wunderschönen Monat Mai


Zwar ist Robert Schumann ein Meister des lyrisch-romantischen Klavierlieds, doch dass er auch die strahlenden Seiten des Lebens in Musik setzen kann, zeigt sein Lied „Im wunderschönen Monat Mai“. Es stammt aus seinem Zyklus „Dich­ter­liebe“ op. 48 aus dem Jahr 1840. Aus­ge­hend von einem Gedichtzyklus Heinrich Heines entwarf der Komponist in 16 kleinen Liedern ein musikalisches Bild von den ver­schiedenen Facetten der Liebe. Das Eröffnungsstück „Im wunderschönen Monat Mai“ handelt vom Wonnemonat, und dem­entsprechend müssen vor allem die musikalischen Knospen sprießen und sich entfalten. Wie Sie als Pianist den schma­len Grad zwischen feiner Romantik und saftigen Frühlingsgefühlen beschreiten, soll im Folgenden erarbeitet werden.


Wer dieses Stück interpretieren will, sollte erst einmal einen Blick in seinen Garten werfen: Im Mai fließen die pflanzlichen Säfte, Blätter entrollen sich und überall sprießen kleine Triebe. Genauso ist die Kla­vierstimme dieses Liedes zu verstehen. Bereits in der viertaktigen Einleitung tas­tet sich die Achtelbewegung nach vorne, erreicht gleich in Takt 1 einen Höhepunkt, fällt im zweiten Takt etwas zurück, um in Takt 3 wieder anzuschwellen. Wie mu­sikalische Ranken versinnbildlichen die Ach­telbewegungen das aufkeimende Leben. Wichtig ist neben dem erwähnten An- und Abschwellen auch eine grundsätzlich langsame, zarte Spielweise, die durch leichte Ritardandi (etwa vor dem Einsatz der Singstimme) zögerlich wirken sollte. Immerhin erwacht auch die Natur nicht mit einem Paukenschlag.


Ausdruck und Technik



(Lesen Sie weiter in der Ausgabe 4/08)





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