Noten lernen: Jeder kann's und es ist nie zu spät

Noten lernen ist keine Hexerei. In vielen Situationen ist die Verständigung unter Musikern einfacher, wenn sie zumindest Grundkenntnisse im Notenlesen haben. In diesem Workshop geben wir Ihnen Schritt für Schritt Einblick in die Geheimschrift der Musiker.

Noten lernen
Hier lernen Sie die Grundprinzipien der Notenschrift kennen: Notenlinien, Hilfslinien, Schlüssel und natürlich Notenköpfe und -hälse. Später folgen Versetzungszeichen, Tempo- und Vortragsbezeichnungen. (Foto: Shutterstock)

Musik ist für den Augenblick, sie ist flüchtig. Kaum ist ein Ton gespielt, ist er im nächsten Moment unwiederbringlich weg. Diese Erkenntnis treibt die Menschen bereits seit einigen Jahrtausenden um. Menschen wollen schönes festhalten. Deshalb gibt es Bilder, Statuen, auch Bauwerke dienen dazu, Abstraktes sichtbar zu machen. Kein Wunder also, dass auch so etwas Emotionales wie Musik festgehalten werden sollte. Tonaufzeichnungen sind dabei die jüngste Entwicklung dieser Jahrtausende alten Bemühungen. Zuerst ging es darum, quasi eine Anleitung zu fixieren, wie ein Musikstück immer wieder gleich zu Gehör gebracht werden konnte.

Einiges deutet darauf hin, dass schon die alten Ägypter im dritten Jahrtausend vor Christus versuchten, Musik schriftlich zu fixieren. Die erste vollständig entzifferte Notation stammt aus der griechischen Antike, aus der Zeit um 700 vor Christus. Unsere heutige Notenschrift geht zurück auf die so genannten Neumen, die etwa ab dem neunten Jahrhundert in europäischen Klöstern entwickelt wurden, um gregorianische Choräle zu notieren. Zuerst waren das nur einige Zeichen, die oberhalb des Liedtextes aufgeschrieben wurden und die Winkbewegungen des Chorleiters symbolisierten. Daraus konnte man erkennen, ob die Melodie nach oben ging oder tiefer wurde. Allmählich wurden Linien hinzugefügt, und die Symbole wurden mit relativen Tonhöhenänderungen, später absoluten Tonhöhen in Verbindung gebracht.

Für das Instrumentalspiel wurden Tabulaturschriften verwendet, die anzeigten, welche Taste einer frühen Orgel gedrückt werden musste, oder welche Saite (meist einer Laute) gezupft und an welchem Bund gedrückt werden musste. Gegen Ende des 17 Jahrhunderts schließlich hat sich das moderne rhythmische System mit Taktarten, Taktstrichen und absoluten Zeitwerten etabliert.

Ursprünglich richtet sich Musiknotation an den Erfordernissen des Gesangs aus. Seit dem Übergang vom Rennaisance- zum Barockzeitalter ist es aber immer weiter verbreitet, auch die Instrumentalmusik in Noten festzuhalten. Seither werden auch immer weitere Zusatzzeichen entwickelt, um die spezifischen Spieltechniken einzelner Instrumente anzuzeigen. In diesem Workshop soll es aber erst einmal um die allgemeinen Grundlagen gehen; die Feinheiten und Besonderheiten werden im weiteren Verlauf vorgestellt.

Notenlinien
1. Noten werden meist in einem System aus fünf Notenlinien aufgeschrieben.
Hilfslinien
2. Reichen fünf Linien nicht aus, ergänzt man Hilfslinien.

Grundelemente der Notation

Noten werden üblicherweise in einem Liniensystem aus heute fünf Notenlinien aufgeschrieben. Die Noten werden im sogenannten Notensystem (Abb. 1) zwischen und auf den Linien eingetragen. Elf verschiedene Tonhöhen – die Frage der Vorzeichen betrachten wir später – finden in diesem Fünfliniensystem Platz. Braucht man einen größeren Tonumfang, kommen die so genannten Hilfslinien (Abb. 2) zum Einsatz. Das sind kurze Linien, die parallel zum Notensystem gezogen werden. Ihr Abstand entspricht jeweils dem Zwischenraum der fünf Hauptlinien des Notensystems. Mehrere Hilfslinien können über- bzw. untereinander angeordnet werden.

Damit klar wird, welche Tonhöhe eine Note haben soll, werden die so genannten Notenschlüssel eingesetzt. Vier verschiedene Schlüsselformen sind üblich: der C-Schlüssel, der F-Schlüssel, der G-Schlüssel und ein neutraler Schlüssel, der in der Percussion-Notation eingesetzt wird.

Violinschlüssel
Beim Violinschlüssel liegt das g' auf der zweiten Linie.
Bassschlüssel
Im Bassschlüssel steht das f auf der vierten Linie.
Bratschenschlüssel
5. Der Alt- oder Bratschenschlüssel definiert das c' auf der dritten Notenlinie.

Die Schlüsselform, die man am häufigsten zu Gesicht bekommt, ist der so genannte Violinschlüssel (Abb. 3). Man könnte ihn auch G-2-Schlüssel nennen, denn es handelt sich um einen G-Schlüssel auf der zweiten Linie (es wird von unten gezählt). Wer das kunstvoll geschwungene Zeichen genau betrachtet, kann darin noch den angedeuteten Buchstaben G erkennen, der in der unteren bauchigen Schleife steckt. Als Tonhöhe festgelegt wird das (eingestrichene) g’.

Für Tastenspieler gleich bedeutsam ist der Bass-Schlüssel (Abb. 4) oder F-4-Schlüssel. Dies ist der Schlüssel, den man von Hand wohl am einfachsten schreiben kann. Es ist eine geschwungene Linie, die mit einem größeren Punkt beginnt. Dieser Punkt befindet sich genau auf einer Linie, die von zwei weiteren Punkten rechts neben der geschwungenen Linie eingefasst wird. Dies ist damit die F-Linie, auf der das (kleine) f markiert wird.

Der C-Schlüssel schließlich bezeichnet das (eingestrichene) c’. In der heute gebräuchlichsten Form wird er Bratschenschlüssel (Abb. 5) genannt und fixiert das c’ auf dritten Linie im Notensystem (Mittellinie). Der Name deutet es an: Musik für Viola (Bratsche) wird in diesem Schlüssel notiert.

Notennamen
6. Zum Einprägen: Die Notennamen im für Tastenspieler wichtigen Klaviersystem. Erkennbar an zwei Notensystemen mit Violin- und Bassschlüssel und der geschweiften Klammer.

Prinzipiell kann jeder Notenschlüssel auf jeder der fünf Notenlinien stehen, einmal abgesehen vom C-Schlüssel ist das heute aber eigentlich nicht üblich. Den C-Schlüssel sieht man immer wieder auch auf Notenlinie vier, dann wird er Tenorschlüssel genannt. Cellisten und Posaunisten kommen u.a. mit diesem Schlüssel in Berührung. Notenschlüssel, die auf anderen als den hier vorgestellten Notenlinien stehen, werden übrigens Chiavetten genannt. Ziel der unterschiedlichen Schlüsselformen und -positionen ist eine möglichst gute Lesbarkeit bei Instrumenten mit unterschiedlichem Tonumfang: Der Tonraum des Fünfliniensystems soll möglichst optimal genutzt werden, ohne dass Hilfslinien nötig werden. Hier zeigt sich wieder, dass der Ursprung des Notensystems im Gesang liegt, der möglichst Patz sparend auf dem teuren Papier untergebracht werden sollte. Instrumente – vor allem die Tasteninstrumente mit ihrem riesigen Tonumfang – stellen andere Anforderungen, weshalb weitere Zeichen hinzukamen, mit denen die notierten Töne in andere Oktavlagen versetzt werden. Hier sind wir jedoch schon bei den Übungen für Fortgeschrittene. Zuerst sollten Sie sich in Abbildung 6 einmal mit den Tonnamen im für Tasteninstrumente üblichen Klaviersystem vertraut machen. Die geschweifte Klammer am Anfang der Zeile zeigt übrigens an, dass die umklammerten Noten­systeme zusammengehören und gleichzeitig gespielt werden.

Achtelnote
7. Elemente einer Achtelnote.
Notenwerte
8. Notenwerte von der ganzen bis zur Zweiunddreissigstelnote. Untereinander stehen jeweils halbierte Notenwerte.

Elemente und Wert einer Note

Eine Note besteht normalerweise aus einem rundlich-ovalen Kopf. Dieser ist je nach Tondauer offen oder ausgefüllt. Dazu kommt der Notenhals. Ausnahme: Die ganze Note (die vier Vierteln entspricht) hat keinen Hals. Der strichförmige Hals wird rechts an den Notenkopf angesetzt und führt nach oben; bei Tönen ab der dritten Notenlinie wird er dagegen links angesetzt und führt nach unten. Bei Noten, die kürzer sind als eine Viertelnote, kommen ein oder mehrere Fähnchen am Hals dazu. Der Wert wird jeweils halbiert: ein Fähnchen entspricht einer Achtelnote, zwei Fähnchen der Sechzehntelnote und so weiter. Die Elemente einer Note und die verschiedenen
gebräuchlichen Notenwerte sehen Sie in den Abbildungen 7 und 8 auf der vorangehenden Seite.

Hier sehen Sie auch, dass kurze Notenwerte nicht nur mit Fähnchen dargestellt werden, sondern dass Gruppen gebildet werden können und diese durch einen oder mehrere Balken verbunden werden. Die Regeln der Balkengruppierung müssen Sie für den Anfang noch nicht beherrschen. Hier reicht es, wenn Sie verstehen, dass zwei Achtelnoten mit Fähnchen genauso lang sind, wie zwei Achtelnoten, die durch einen Balken verbunden sind.

Pausenwerte
9. Übliche Pausenwerte: ganze Pause bis Zweiunddreißigstelpause.
Punktierungen und Haltebögen
10. Punktierungen und Haltebögen: Die punktierten Notenwerte der ersten Zeile entsprechen den gebundenen Notenwerten der zweiten Notenzeile.

In der Musik gibt es aber nicht nur klingende Töne, sondern auch Momente der Stille. Diese werden durch Pausen dargestellt. Für jeden Notenwert existiert eine äquivalente Pause. Die gebräuchlichsten Pausenwerte sehen Sie in Abbildung 9.

Durch die Noten- bzw. Pausenwerte stehen dem Komponisten schon eine Menge verschiedener Zeiteinheiten zur Verfügung, um die Dauer eines Tons oder der Stille zu definieren. Doch man braucht noch mehr Möglichkeiten, um alle erdenklichen Zeiteinheiten zu nutzen. Bei den Pausen ist das noch einfach. Da kann man einfach eine halbe Pause und danach eine Viertelpause hintereinander schreiben und erhält eine Stilleperiode, die den addierten Pausenwerten entspricht. Sollen Notenwerte verlängert werden, gibt es zwei Möglichkeiten: Haltebögen und Punktierungen. Ein Haltebogen verbindet zwei aufeinander folgende Noten gleicher Tonhöhe, so dass diese wie ein einziger Ton klingen. In der Praxis bedeutet dies, dass der an den ersten Ton per Haltebogen angehängte zweite Ton nicht neu angeschlagen wird. Er verlängert stattdessen die Dauer des ersten Tons. Auf diese Weise lassen sich beliebige Notenlängen erzielen. Mit weniger Schreib- oder Druckaufwand ist die Punktierung verbunden. Ein Punkt rechts neben einer Note verlängert diese um die Hälfte ihres Werts. Steht die Note auf einer Linie, sitzt der Punkt im nächst höheren Zwischenraum. An punktierte Noten kann ein weiterer Punkt angehängt werden. Dieser verlängert nicht die gesamte Note, sondern die durch den ersten Punkt repräsentierte Länge noch einmal um die Hälfte. Ein ggf. vorhandener dritter Punkt verlängert den Notenwert entsprechend noch einmal um die Hälfte des zweiten Punkts. Doppelte und dreifache Punktierungen findet man aber selten, da die meisten Musiker den Notenwert nicht sofort erfassen. Bei komplexen Werteverhältnissen sind heute Haltebögen gebräuchlicher. Einige Beispiele von punktierten Noten und ihrem äquivalenten Notenwert mit Haltebögen sehen Sie in Abbildung 10.

Tonarten und Versetzungszeichen

Es ist schon ein Kreuz mit den Noten. Diesen Satz kann man immer mal wieder hören, wenn man jemandem begegnet, der gerade neu in die „Geheimschrift der Musiker“ einsteigt. Und nun geht es tatsächlich um Kreuze, aber auch um B- und weitere Zeichen. Keine Bange! Wir machen Sie Schritt für Schritt fit im Notenlesen.

Wenn Sie die Notenbeispiele 1 bis 10 durchgearbeitet haben, dürfte Ihnen klar sein, dass Ihr Tasteninstrument mehr Töne zu bieten hat, als zu lesen war – und das schon innerhalb einer Oktave. Der Grund: In der ersten Einleitung haben wir Ihnen lediglich die Stammtöne des Notensystems vorgestellt. Am Klavier oder Keyboard finden Sie diese auf den weißen Tasten. Da gibt es ja aber auch noch die schwarzen Tasten der Klaviatur. Wann und wie diese ins Spiel kommen, klären wir unter anderem in dieser Ausgabe.

Versetzungszeichen
Abb. 11: Die wichtigsten Versetzungszeichen – Kreuz, B, Auflösungszeichen, Doppelkreuz (untere Zeile) und Doppel-B.

Was Versetzungszeichen bedeuten

Soll innerhalb eines Notentextes nicht der Stammton – der Ton, der durch die Lage einer Note innerhalb des Notensystems bestimmt wird – erklingen, so kann er durch ein Versetzungszeichen alteriert (verändert) werden. Solche Versetzungszeichen werden auch Akzidenzien genannt. Die gebräuchlichsten Versetzungszeichen haben wir in Abbildung 11 für Sie zusammengestellt.

Umgangssprachlich kann man statt Versetzungs- auch Vorzeichen hören, das ist aber nicht ganz richtig: Versetzungszeichen stehen nämlich immer direkt bei einer bestimmten Note, Vorzeichen werden unmittelbar nach dem Notenschlüssel gedruckt. Außerdem gilt ein Versetzungszeichen immer nur in dem Takt, in dem es geschrieben steht. Ausnahme: Endet der Takt mit einer übergebundenen alterierten Note, gilt das Versetzungszeichen auch für diesen Folgetakt. Was eigentlich ein Takt ist, erfahren Sie im zweiten großen Abschnitt dieser Workshop-Folge. Letzter Unterschied zwischen Versetzungs- und Vorzeichen: Akzidenzien gelten nur für genau die bezeichnete Tonhöhe, Vorzeichen dagegen für alle Oktavlagen.

Tonnamen
Abb. 12: Hier sehen Sie die Noten der eingestrichenen Oktave und ihre Tonnamen, jeweils mit einfachen B- und Kreuzversetzungszeichen.

Was macht nun so ein Akzidens eigentlich? Man unterscheidet prinzipiell drei Grundarten von Versetzungszeichen: Ein Kreuz (ähnlich dem Rautensymbol) erhöht eine Note um einen Halbton. Zur klaren Benennung wird daher dem Stammton ein „-is“ angehängt. Aus einem „c“ wird also ein „cis“ – auf der Klaviatur die schwarze Taste oberhalb der weißen C-Taste. Ein B-Akzidens dagegen erniedrigt eine Note um einen Halbton. An den Notennamen wird ein „-es“ angehängt. Beispiel: Aus „e“ wird „es“, allerdings wird aus „h“ kein „hes“ – hier ist in unseren Breiten der Tonname „b“ etabliert. Das dritte Versetzungszeichen im Bunde ist das Auflösungszeichen. Es sorgt dafür, dass vorher stehende Versetzungs- und auch Vorzeichen in ihrer Wirkung aufgehoben werden und der Stammton wieder erklingt. Die Stammtöne und ihre Alterationen in der eingestrichenen Oktave sehen Sie zusammengefasst in Abbildung 12.

Außer den drei genannten Akzidenzien gibt es noch das Doppelkreuz, das den Stammton um zwei Halbtöne erhöht. An den Notennamen wird zur Bezeichnung ein „-isis“ angehängt. Das Doppel-B erniedrigt eine Note um zwei Halbtöne. An den Notennamen wird ein „-eses“ angehängt. Achtung! Beim „h“ heißt die doppelte Erniedrigung „heses“. Doppelakzidenzien treten aber nicht sehr häufig auf. Sie werden eigentlich nur dann verwendet, wenn der Stammton durch ein Vorzeichen schon verändert wurde. Als Einsteiger werden Sie sicherlich nicht so schnell damit konfrontiert werden, genauso wie mit Sonderversetzungszeichen. In zeitgenössischer E-Musik und beim Transkribieren von ethnischer Musik kommen auch Vierteltonversetzungszeichen zum Einsatz, um Klänge außerhalb des klassisch abendländischen Tonraums in unserem Notensystem darstellen zu können.

Unter guten Vorzeichen

Versetzungszeichen sind praktisch, um einzelne Töne zu alterieren. Möchte man aber ein Stück in Noten festhalten, das nicht in den Tonarten C-Dur oder a-Moll spielt, wird viel Schreibarbeit nötig. Bei einem Stück in E-Dur müsste man vor jedes f, c, g und d ein Kreuz-Versetzungszeichen schreiben, zumindest einmal in jedem entsprechenden Takt und in jeder vorkommenden Tonhöhe. Das wäre nicht nur mühsam, sondern auch sehr fehleranfällig.

Aus diesem Grund gibt es die Vorzeichen, auch Generalvorzeichen genannt. Letztere Bezeichnung ist vor allem dann sinnvoll, wenn man die oben genannten Akzidenzien umgangssprachlich als Vorzeichen benennt. Als Vorzeichen kommen einfache Kreuz- und B-Zeichen in unterschiedlicher Anzahl vor. Die Funktion entspricht der von Versetzungszeichen: ein Kreuz steht für einen Halbton höher, ein B-Vorzeichen für einen Halbton tiefer.

Tonarten und ihre Vorzeichen
Abb. 13: Damit man nicht jeder Note eines Musikstücks permanent ein Versetzungszeichen voranstellen muss, werden die Standard-Vorzeichen einer Tonart am Anfang einer Notenzeile ausgezeichnet. Die gebräuchlichsten Tonarten und ihre Vorzeichen sehen Sie in dieser Abbildung.

Es können theoretisch bis zu sieben Vorzeichen auftreten, denn jeder der sieben Stammtöne einer Oktave kann alteriert werden. Anzahl und Art der Vorzeichen folgen dem so genannten Quintenzirkel, der unter anderem das Prinzip der Quintverwandtschaft von Tonarten zeigt. Für die Aufgabe des Notenlesenlernens wichtig zu wissen ist, dass als Vorzeichen entweder Kreuze oder B-Vorzeichen eingesetzt werden. Mischungen kommen nicht vor. Welche Generalvorzeichen in einer Tonart gelten, sehen Sie in Abbildung 13. Hier haben wir die diatonischen Dur- und Moll-Tonarten zusammengestellt, auf modale Skalen haben wir hier verzichtet.

Heute ist es etabliert, dass man an Art und Anzahl der Vorzeichen die Tonart eines Stücks oder eines Abschnitts innerhalb eines Werks ablesen kann. Für Musik des Barockzeitalters gilt dies z.B. nicht. Stücke in Moll-Tonarten wurden mit weniger B-Vorzeichen notiert, da in aufsteigenden Linien Töne regelmäßig aufgelöst werden mussten. Man wählte den Weg des geringeren Aufwands. Wurde bei einem Stück in c-Moll das As regelmäßig zu A aufgelöst, war es einfacher, dem Stück gleich nur zwei B-Vorzeichen (statt drei) voranzustellen. Der Klangeindruck bleibt derselbe, die Arbeit für Kopist oder Notenstecher wird dagegen einfacher.

Wichtig zu wissen: Vorzeichen gelten für das gesamte Musikstück in allen Oktavlagen. Wechselt innerhalb des Musikstücks die Tonart, wird dies durch einen Wechsel der Vorzeichen kenntlich gemacht. Nach einem Doppelstrich (doppelter Taktstrich) stehen die neuen Vorzeichen. Sie gelten ab dieser Stelle bis zum nächsten Wechsel oder bis zum Ende des Stücks. Früher wurden die alten Vorzeichen vor dem Doppelstrich durch Auflösungszeichen aufgehoben, heute ist das nicht mehr üblich. Im Sinne von Warnakzidenzien wäre es dennoch möglich. Warnakzidenzien sind Versetzungszeichen, die nach den Regeln eigentlich nicht gesetzt werden müssten, dem Spieler aber das spontane Erfassen des Notentexts erleichtern können. Oft werden solche Warnakzidenzien auch in Klammern oder in kleinerer Schrift gedruckt, um zu zeigen, dass es sich um redundante Informationen handelt.

Taktarten
Abb. 4: häufige Taktarten. In der abendländischen Musiktradition hat sich etabliert, die Noten in Takteinheiten zu gruppieren. Dies hat Einfluss auf die Betonung der einzelnen Noten, erleichtert aber auch die Wahrnehmung, wenn das Notenbild den Regeln folgt und man den Rhythmus visuell wahrnehmen kann.

Takt und Taktangaben

In der Musik werden Notenwerte üblicherweise zu Gruppen gleicher Zählzeit zusammengefasst. So eine Gruppe nennt man Takt. Der Takt dient als gedachtes Rahmenwerk; welche Zählzeiten er enthält, wird durch die Taktangabe am Anfang eines Musikstücks festgelegt. In der Regel wird die Taktangabe als ein mathematischer Bruch ohne Bruchstrich geschrieben. Neben der Bruch-Schreibweise gibt es die Taktangaben c (= 4/4-Takt) und C (2/2-Takt, alla breve), deren Schreibweisen noch aus der Zeit der so genannten Mensuralnotation stammen. Beispiele gebräuchlicher Taktarten finden Sie in Abbildung 14.

Die Aufgabe des Takts ist nicht nur die reine Gruppierung von Zählzeiten. Die Taktart definiert zuerst, wie viele Grundschläge (Zähler der Taktangabe) eines Notenwerts (Nenner der Taktangabe) zusammengehören. So enthalten die Takte eines Stücks im 3/4-Takt jeweils drei Viertelnoten. Die gespielten Notenwerte innerhalb eines Takts können aber natürlich abweichen, denn aus den Abweichungen vom Grundschlag entsteht der Rhythmus. Wichtig ist, dass ein Takt mit Noten und Pausen unterschiedlicher Länge immer auf den Wert von drei Viertelnoten aufgefüllt werden muss.
Außerdem erhalten die Grundschläge eine metrische Struktur, deren Ursprung bis zu den Versmaßen antiker Gedichte zurückreicht. Die metrische Struktur beeinflusst die Betonungen innerhalb des Takts, daher auch der Name Akzentstufentakt. Aus diesem Grund werden auch oft die Bezeichnungen Takt und Metrum gleichbedeutend verwendet. In Notentexten findet man einfache Taktarten, bei denen eine 2 oder 3 im Zähler steht, und zusammengesetzte Taktarten, bei denen sich der Zähler in eine Addition von Zweien und Dreien zerlegen lässt. Beispiel: 2/4 ist eine einfache Taktart, 4/4 eine zusammengesetzte. Bei geraden Taktarten steht eine gerade Zahl im Zähler, bei ungeraden Taktarten eine ungerade Zahl. All diese Lesarten der Taktangabe sind für die Spielpraxis und die Betonungsverteilung wichtig, spielen für das Notenlesen aber keine weitere Rolle.

In der Notenschrift werden die Taktgrenzen durch senkrechte Taktstriche gekennzeichnet. Normalerweise sind dies einfache Striche. Um Abschnitte kenntlich zu machen, verwendet man Doppelstriche, die ja auch zum Einsatz kommen, wenn die Tonartvorzeichnung wechselt. Am Ende eines Stücks steht ein Schlussstrich, dessen zweiter Strich deutlich breiter ist.

Wie Tonartwechsel sind natürlich auch Taktwechsel innerhalb eines Stücks möglich. Die neue Taktangabe wird einfach ins Notensystem geschrieben, gerne am Beginn einer neuen Notenzeile. Zur Verdeutlichung wird im Takt zuvor oft ein Doppelstrich gesetzt. Es ist auch möglich, dass in einem Stück verschiedene Taktarten alternierend kombiniert werden. In traditioneller Volksmusik – etwa beim bayerischen „Zwiefachen“ (wechselt zwischen 3/4 und 2/4), aber nicht nur dort – kommt das immer wieder vor. Um nicht in jedem Takt oder jedem zweiten Takt eine neue Taktangabe schreiben zu müssen, werden die verwendeten Taktarten einmal hintereinander am Beginn des Stücks notiert. In Stücken, in denen die Taktart sehr häufig wechselt, ist es auch durchaus üblich, ganz auf eine Taktangabe am Anfang zu verzichten.

Ein weiteres Taktphänomen ist der so genannte Auftakt: Damit bezeichnet man den Beginn einer musikalischen Phrase mit einer Note oder mehreren unbetonten Noten vor der ersten betonten Zählzeit. Im Jazz können andere Betonungsregeln gelten. Der Auftakt ist auf jeden Fall ein unvollständiger Takt. Das heißt, dass nicht die nach der Taktangabe erforderlichen Grundschläge vorhanden sind. Der Auftakt ergänzt sich mit dem Schlusstakt zu einem vollständigen Takt. Traditionell enden in der europäischen Musik ganztaktige Stücke auch ganztaktig; bei Bedarf wird mit Pausen vor der ersten oder nach der letzten Note ergänzt. Ein auftaktiges Stück folgt dieser Regel, verkürzt aber den letzten Takt um die Länge des Auftakts.

Irreguläre Teilungen von  Notenwerten

Gleich zu Beginn dieses Workshops haben Sie die unterschiedlichen Notenwerte kennen gelernt – und dabei das Prinzip der regulären Teilung. Damit ist gemeint, dass ein Notenwert immer in zwei gleiche Teile geteilt werden kann: die ganze Note in zwei Halbe, die Halbe in zwei Viertelnoten, die Viertel- in zwei Achtelnoten und so weiter. Daneben gibt es das Feld der irregulären Teilungen, die wir Ihnen im folgeenden Abschnitt vorstellen.

Triolen
Abb. 15: Triolen.

Triolen bringen Groove

Die häufigste irreguläre Teilung in der Musik ist sicher die so genannte Triole. Der Name leitet sich – wie viele musikalischen Begriffe – aus dem Italienischen ab: „tri“ für dreifach. Bei der Triole wird ein Notenwert nicht regulär in zwei Einheiten, sondern in drei gleich große Zeiteinheiten unterteilt. Eine ganze Note kann z.B. in eine Halbentriole geteilt werden, eine halbe Note in eine Vierteltriole, eine Viertelnote in eine Achteltriole. Beispiele für regelmäßig aufgeteilte Triolen finden Sie in Abbildung 15.

Im Notentext kann eine Triole auf unterschiedliche Arten angezeigt werden: Bei Notenwerten, die nicht mit einem (oder mehreren) Balken gruppiert sind, wird die Triole durch eine Klammer oder einen Bogen über den drei betreffenden Noten und die Ziffer 3 gekennzeichnet. Bei gebalkten Noten kann die Klammer oder der Bogen wegbleiben, wenn der Balken sich über genau die betreffenden drei Noten erstreckt. Wird die Triole nicht nur punktuell (man spricht hier auch von akzidentiell) in der Musik eingesetzt, sondern soll ein längerer Abschnitt triolisch geteilt werden, kann die Auszeichnung der einzelnen Triolen entfallen. Kommen binäre (reguläre) und triolische Teilung gemischt vor, werden entweder die Triolen einzeln gekennzeichnet oder die so genannten Duolen – je nachdem, was weniger Arbeit beim Setzen des Notentextes macht. Als Duole werden hier Notengruppen bezeichnet, die sich in einem irregulär geteilten Abschnitt befinden, doch regulär geteilt werden sollen.

rhythmisierte Triolen
Abb. 16: Triolen können auch rhythmisiert sein.
räumliche Aufteilung von Noten
Abb. 17: Unterschied der räumlichen Aufteilung bei Achteln, Achteltriolen und punktierten Achteln.

Triolen müssen selbst wiederum nicht regelmäßig aufgeteilt sein, es sind auch unregelmäßige Aufteilungen möglich: Statt dreier Noten kann z.B. auch eine Pause in der Triole enthalten sein, auch Punktierungen oder reguläre Teilungen innerhalb einer Triole sind möglich. Inzwischen sollten Ihre Notenkenntnisse so weit gefestigt sein, dass vermutlich das Anschauen der unregelmäßig geteilten Triolen in Abbildung 16 einfacher zu verstehen ist, als eine ausführliche Erklärung im Text.

Wie lässt sich nun aus dem Notenbild die konkrete Tondauer ableiten? Die triolisierte Achtelnote dauert ein Drittel eines regulären Viertelnotenwerts. Das ist geringfügig länger als ein regulärer Sechzehntelnotenwert. Ziel eines korrekten Notenbildes ist es, dies grafisch umzusetzen, und zwar durch die Position der Noten innerhalb eines Taktes. Schön zu sehen ist dies in Abbildung 17, wo die Einsatzpunkte von Achtelnoten, Achteltriole und Sechzehntelnote nach punktierter Achtel deutlich werden. Für die triolisierte Viertelnote gilt übrigens als Dauer ein Drittel des Halbenotenwerts, für die triolisierte halbe Note ein Drittel des Ganznotenwerts.

Um triolisierte und reguläre (= binäre) Notenwerte in einen gemeinsamen Bezugsrahmen einzufügen, wird die übergeordnete Dauer durch das mathematische Prinzip der kleinsten gemeinsamen Vielfachen ermittelt. Es ergibt sich die Rechnung 2 x 3 = 6. Eine reguläre Achtel dauert also 3/6, eine triolisierte Achtel 2/6 einer Viertelnote. Für die anderen Notenwerte können Sie dies analog dazu ausrechnen.

Duole in einem 5/4-Takt
Abb.18: Duole in einem 5/4-Takt
Quintole
Abb. 19: Bei der Quintole kommen 5 Noten auf 4 Zeiteinheiten.

Weitere Teilungen möglich

Neben der regulären Teilung sind Triolen sicher die häufigsten Teilungsvarianten, die einem Musiker in Noten begegnen. Es sind aber etliche andere Teilungsmöglichkeiten gegeben: Sollen in einer ungeraden Taktart zwei Noten gleicher Länge während der Dauer von drei Schlägen erklingen, spricht man von einer so genannten Duole (Abbildung 18). Im Gegensatz zu einer Hemiole, bei der nur Betonungen verschoben werden, wird bei der Duole auch die Schlagdauer verändert.

Das Spiel lässt sich fortsetzen: Von einer Quartole spricht der Musiker, wenn auf die Dauer von drei Zeiteinheiten vier Noten gleicher Länge gespielt werden. Bei Quintolen (Abbildung 19) kommen fünf Töne auf vier Zeiteinheiten, bei Sextolen sechs Schläge auf fünf Einheiten, bei Septiolen sieben Schläge auf sechs Einheiten, bei Oktolen acht Schläge auf sieben Einheiten und bei der Nonole neun Schläge auf acht Einheiten.

Zeitachse
Abb. 20: Beispiel der Aufteilung der Zählzeiten bei einer Quintole im 4/4-Takt.

Wie schon bei der Triole angesprochen, dient das kleinste gemeinsame Vielfache dazu, auf der Zeitachse die gleichmäßige Aufteilung von N-tolen zu bestimmen. Beispiel: Wenn eine Quintole mit 5 Zählzeiten auf 4 reguläre Zählzeiten verteilt werden soll, muss der gesamte Zeitraum (Zeitachse) in 4 x 5 = 20 Abschnitte aufgeteilt werden (Abbildung 20). Die Grundzählzeiten fallen auf der Zeitachse auf die Abschnitte 1, 6, 11 und 16. Die Noten der Quintole auf die 1, 5, 9, 13 und 17.

Doch auch kompliziertere Teilungen als die hier genannten sind denkbar: Statt 5 Töne auf 4 Schläge sind auch 5 Schläge auf 3 denkbar oder sogar 11 Schläge auf 7. Aber nicht nur bei so komplizierten oder polyrhythmischen Strukturen empfiehlt es sich, wie in Abbildung 6 eine Zeitskala einzurichten und die Notenwerte kleinteilig auszuzählen, damit später das Spielen sicher und rhythmisch korrekt klappt.

Anweisungen zum Vortrag

Sie haben nun das Notensystem mit seinen Standardzeichen, Taktarten, Vorzeichen sowie Notenwerte und ihre Teilungen kennen gelernt. Auf einer Notenseite bekommen Sie aber noch weitere Informationen geboten, die den Vortrag genauer machen. Am Anfang eines Stückes, manchmal auch über Abschnitten, werden Sie mit Tempoangaben konfrontiert. Präzise umzusetzen sind Metronom­angaben. Oft steht dann eine Viertelnote zusammen mit einer Zahl. Auf diese Geschwindigkeit werden das Metronom oder die Begleitautomatik eingestellt. Für einen agogischen Vortrag und vor allem bei klassischer Musik angebrachter sind die überlieferten italienischen Begriffe. Eine Liste der Begriffe und ihre Bedeutung haben wir in einem Kasten für Sie zusammengestellt.

Weitere Angaben dienen zur dynamischen Gestaltung von Musikstücken. Insbesondere Intensität und Lautstärke werden abwechslungsreich gestaltet. Erste Einheit für die Gestaltung ist der Takt. Man spricht hier vom Akzentstufentakt, bei dem den Zählzeiten eine metrische Struktur analog zu klassischen Versmaßen gegeben wird. Im Dreivierteltakt etabliert ist etwa die Interpretationsweise „schwer – leicht – leicht“ bzw. „betont – unbetont – unbetont“. Dies lässt sich auch auf die Mikrostruktur der Lautstärkeverteilung übertragen. Im Viervierteltakt ist folgende Aufteilung die wohl Gebräuchlichste: „schwer – leicht – halbschwer – ganz leicht“. Die grund­legende Dynamik eines längeren Abschnitts wird dagegen durch eigene Angaben in den Noten festgelegt. Eine Übersicht der Fachbegriffe und ihrer Bedeutung finden Sie unten auf dieser Seite.

Artikulationszeichen
Abb. 21: häufige Artikulationszeichen und ihre Bezeichnungen.

Bleiben noch die Artikulationszeichen: Unter Artikulation versteht man einerseits die Art und Weise, wie der einzelne Ton erzeugt und gebildet wird, andererseits, wie aufeinander folgende Töne miteinander verbunden werden. Die grundlegenden Tonverbindungsarten werden mit legatissimo (verfließend), legato (gebunden), nonlegato (ungebunden), tenuto (gehalten), portato (getragen), staccato (abgesetzt, abgestoßen) und staccatissimo (stark abgesetzt, äußerst kurz) bezeichnet und mit den Schriftsymbolen Bogen, Querstrich, Punkt und Keil notiert. Beispiele finden Sie in Abbildung 21.

Staccato bedeutet ein kurzes Abstoßen der Töne. Sie verstummen schon während der notierten Dauer (meist auf der Hälfte), aber nicht abrupt sondern abschwellend. Der Rest der Dauer ist stumm. Das Staccatissimo ist ein scharfes Abstoßen der Töne. Die Klingdauer ist noch kürzer als beim Staccato. Beim Akzent werden die Töne gegenüber unbezeichnet notierten dynamisch betont. Das Akzent-Zeichen wird mitunter auch wie ein Sforzato verwendet (zum Ende der notierten Dauer hin abschwellend). Bei Keyboards und Orgeln könnte man hier mit dem Schwellerpedal nachhelfen; Bläser und Akkordeonspieler verringern den Luftdruck, bei den anderen Musikern ist Imagination gefragt.

Tenuto heißt haltend, meint aber nicht legato (fließend gebunden), sondern betrifft die Amplitudenkurve des Tons. gemeint ist, dass die Intensität für die notierte Dauer statisch gehalten werden soll. Der Tenuto-Strich wird manchmal auch mit einem Staccato-Punkt kombiniert (staccato-tenuto) und meint ein vor der notierten Dauer abruptes Abreißen der Amplitude. Instrumente wie das Klavier, bei denen die Amplitude Klangerzeugerbedingt immer abnimmt, können dies nur andeuten.

Eine Fermate ist eine frei bemessene Längung des notierten Werts und steht meist über dem letzten Ton eines Sinnabschnitts. Der Bogen zeigt ein Binden der Töne, das so genannte Legato an. Er wird auch als Legato-Bogen oder Bindebogen bezeichnet. Der Bogen kann außerdem musikalische Phrasen anzeigen, wird dann Phrasierungsbogen genannt, oder bei Vokalmusik ein Melisma und ist dann ein Textierungsbogen. Wie man den Bogen interpretiert, hängt von Stück, Entstehungszeit und Instrument ab.

Vortragsbezeichnungen: Pedal
Abb. 22: Vortragsbezeichnungen zum Einsatz des Fortepedals beim Klavier.

Aus der Vielzahl weiterer Zeichen soll zum Abschluss noch der Pedaleinsatz herausgegriffen werden: Der Gebrauch des Fortepedals beim Klavier aber auch beim Vibrafon wird durch verschiedene Zeichen kenntlich gemacht. Ein verschnörkelt geschriebenes „Ped.“ ist der Hinweis, das Pedal zu treten. Beim Stern-Symbol wird es wieder losgelassen. Manchmal wird der Pedalgebrauch auch durchgängig angezeigt. Eine durchgezogene Linie zeigt dann an, dass das Pedal getreten bleiben soll, ein umgedrehtes „V“ zeigt an, dass hier das Pedal kurz losgelassen und sofort wieder getreten werden soll. Beispiele für die Pedalzeichen finden Sie in Abbildung 22.

Tempoangaben

FachausdruckBedeutung
accelerandoschneller werden
adagiolangsam
allegromunter
allegrettolebhaft
andantegehend
andantinobewegt
a tempozurück zu ursprünglichem Tempo
calandoTempo verringern
calmoruhig
largobreit
lentolangsam
morendoersterbend
prestoeilig
rallentandolangsamer werden
ritardandolangsamer werden
ritenutoTempo zurücknehmen
rubatofreie Änderung des Tempos
tempo giusto      Normaltempo
vivoschnell

Dynamikangaben

FachausdruckBedeutung
ppp = pianopianissimoextrem leise
pp = pianissimosehr leise
p = pianoleise
mp = mezzopianohalbleise
mf = mezzofortehalblaut
f = fortelaut
ff = fortissimosehr laut
fff = fortefortissimoextrem laut
sfz = sforzando/sforzatoakzentuiert laute Note oder Akkord
fp = fortepianoschneller Wechsel von laut zu leise
< = crescendolauter werden
> = decrescendo/diminuendo    leiser werden
allegramentelebhaft
appassionatoleidenschaftlich
con brioschwungvoll
con animalebhaft
con forzamit Kraft
con motomit Bewegung
dolenteklagend
dolorososchmerzlich
energicokraftvoll
espressivoausdrucksvoll
graziosoanmutig
leggieroleicht
maestosoerhaben
mossobewegt
pesanteschwer
risolutoentschlossen
scherzandoscherzend
serenoernst
seriosoernsthaft
soavesanft
sostenutogetragen
tenerezzazart
tranquilloruhig