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Mit Echoes Of Swing ist der Classic Jazz in der Neuzeit angekommen. Selten hörte man den Swing so eigenständig, virtuos und einfallsreich interpretiert. tastenwelt war beim Konzert des Jazz-Quartetts in Münchens Jazzlokal Unterfahrt.
Es ist keine Seltenheit, dass der Zufall bei einer Bandgründung mitspielt. Für „Echoes Of Swing“ schlug die Stunde Null im Münchner Kunstpark Ost, in einem kleinen Café namens Rockahula. „Die hatten gerade ein großes Yamaha-Klavier gekauft und waren mächtig stolz darauf“, erinnert sich EOS-Pianist Bernd Lhotzky. „Ich hatte dort ein Engagement mit Jazz-Quartett und wusste noch nicht genau, welche Musiker ich dazu einladen sollte.“ Als dann einer der in Frage kommenden Bläser ausfiel, kamen Chris Hopkins, Altsaxophon, und Colin Dawson, Trompete, ins Spiel. „Die haben sich perfekt ergänzt. Ein unglaublicher Spirit war spürbar, wir haben sozusagen den Urknall unserer Band erlebt.“ Chris Hopkins ergänzt: „Man muss dazu sagen, dass Bernd und ich uns schon eine Zeitlang kannten und wie in guten alten Zeiten eine Brieffreundschaft gepflegt haben. Schließlich gibt es nicht viele Leute auf der Welt, die sich für diese Art des Klavierjazz begeistern.“ Altsaxophonist Chris Hopkins ist ebenfalls ein versierter Pianist und wie Bernd Lhotzky ein glühender Verehrer des „Stride Piano“ mit seinen typischen Basston-/Akkord-Sprüngen in der linken Hand.
Lhotzky beherrscht diesen Stil virtuos und variiert ihn nach Belieben, wobei die linke Hand nahtlos von der typischen Stride-Piano-Begleitung zu Walking-Lines und anderen Begleitmustern übergeht. Die Vitalität von Lhotzkys linker Hand macht bei Echoes Of Swing einen Bassisten obsolet – eine Erkenntnis, der sich auch Schlagzeuger Oliver Mewes nicht entziehen kann und will: „Die Musik ist sehr um diesen Klavierstil herum gebaut, das erfordert eine ganz bestimmte Art des Begleitens. Der Bass fehlt ja nicht, sondern ist nur auf andere Weise präsent: kompakter, sehr viel trockener und perkussiver. Der Vorteil ist, dass wir dadurch musikalisch äußerst beweglich sind.“ Zu dieser Agilität trägt Mewes durch sein filigranes und variantenreiches Spiel selbst ein gerüttelt Maß bei.“
(Weiter lesen Sie in der Ausgabe 2/11)
Die Themen: Porträt - James Last | Porträt - Echoes of Swing
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