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Porträt: Enno Bunger


Power-Piano




Pianolastige Popmusik ist wieder im Kommen. Wer dabei nur an träumerische Balladen denkt, hat Enno Bunger noch nicht gehört. Denn der lässt es, mit einem Bassisten und Drummer an seiner Seite, auch mal richtig krachen.


Bringen wir das Schubladendenken gleich am Anfang hin­ter uns: Hört man Enno Bunger, fallen einem automatisch Namen wie Coldplay oder Keane ein, auch Ben Folds wür­de man auf der Suche nach Vorbildern in die engere Wahl ziehen. Das von Bunger gespielte Piano dominiert das musikalische Ge­schehen mit Akkorden, Arpeggien und reizvollen harmonischen Spannungen. Was nicht von ungefähr kommt: „Mit 6 Jahren bekam ich klassischen Klavierunterricht, habe aber als Kind schon viel deutsche Popmusik gehört und bin schließlich dazu übergegan­gen, alles nachzuspielen, was ich im Radio gehört habe“, erinnert sich Enno Bunger. „Mein zweiter Lehrer war Barpianist und hat selbst komponiert, für mich ein starkes Vorbild“.


Folgerichtig spielen sich die aktuellen Aktivitäten von Enno Bun­ger in sehr unterschiedlichen musikalischen Welten ab: Als Bar­pianist spielt er Jazzstandards und eigene Arrangements von Popmusiktiteln, mit seiner Bandformation hat er als Pianist und Lead-Sänger bereits über 70 Konzerte absolviert, auch als Vorband deutscher Popgrößen wie Jan Delay, Silbermond, Revolverheld oder Laith Al-Dean. Eigene Tourneen führten Enno Bunger durch etablierte Live-Clubs auf Festivals mit über 10.000 Zuschauern wie bei der NJOY Startshow oder Expo Plaza Hannover.


Das rockige Element
ist auf dem Vormarsch


Mit seiner Band spielt Enno Bunger ausschließlich eigene Titel wie „Hier und Jetzt“. Damit konnte sich das Trio beim „Band Battle“ des Radiosenders N-JOY gegen mehr als 100 Bands durch­setzen, einen dritten Platz sichern und eine fachkundige Jury (darunter Mousse T. und Jan Delay) von sich überzeugen. Wie funktioniert das Komponieren bei Enno Bunger, der nach eigener Aussage noch lieber singt, als spielt: „Meistens habe ich eine Idee, welche Art Lied ich schreiben möchte. Dieses Gefühl versuche ich dann musikalisch umzusetzen.“


Neue Impulse ver­­spricht man sich von der Zusam­men­arbeit mit dem Produ­zenten Oliver Zülch (u.a. „Die Ärzte“ oder „Juli“): „Das rockige Ele­ment wird bei uns stärker, wir experimentieren etwa mit ver­zerrtem Bass; auch ein verzerrtes Piano könnte eine Mög­lich­keit sein. Eventuell werde ich mir aber auch noch andere Key­boards wie MicroKorg oder Clavia Nord Wave holen, um meine Mög­lich­kei­ten zu erweitern“, meint Enno Bunger. Zur aktuellen Tour, die am 14. August in Aachen beginnt (siehe Kasten), soll eine EP mit acht Titeln kommen. Bislang wurden vier davon aufgenommen, das aktuelle Live-Programm umfasst 15 Songs.


Häufig Layersounds
aus Piano und Fläche


Für die Aufnahme von „Hier und Jetzt“ (zu hören auf www.c-tube.de) wurde Enno Bungers Yamaha-Klavier mit zwei Mikrofonen links und rechts, ergänzt durch ein Raummikro, aufgenommen. Live spielt Enno Bunger ein Stagepiano (Roland RD-700SX), dem er häufig einen Layersound aus Piano und Fläche entlockt. Ein recht hoher Hallanteil lässt den Sound groß und mächtig klingen. Doch Enno Bunger denkt schon wieder einen Schritt weiter: „Ich will jetzt auch mal ein Akkordeon einsetzen – allerdings in erster Linie als Klangfarbe bei einem ruhigeren Song.“


Karl Stechl


 


Enno Bunger on tour


14.08.08 Aachen, Parkside
15.08.08 Frankfurt, Das Bett
16.08.08 Ochsenhausen, Cafe Kon­­trast
16.08.08 Ingolstadt, Cafe Paradox
20.08.08 Halle/Saale, Gale­rie­durch­­lauf­­er­hitzer
21.08.08 Berlin, Raw Tempel
22.08.08 Berlin, Musenstube



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