Porträt: Jazzpianist & Keyboarder Hansi Enzensperger

Viel beschäftigter Tastenmann


Der oberbayerische Jazzpianist und Keyboarder Hansi Enzensperger hat viel zu tun: Für sieben Bandprojekte greift er aktuell in die Tasten – von der Coverband übers Jazz-Trio bis hin zur Weltmusik-Formation CazYapJazz. Wir haben ein Konzert der Band besucht.


Die Finger tanzen über die Klaviatur und immer wieder wird ein Regler bedient, mal ein Button gedrückt oder ein Drehregler verändert: Wenn Hansi Enzensperger in die Tasten greift, ist der ganze Mann gefordert, denn der Jazzpianist und Keyboarder tüftelt nicht nur an seiner Stimmführung – lebendige Sounds, bei denen was passiert, sind ihm wichtig: „Die Synthetik ist aus meinem Klangarsenal nicht wegzudenken“, erzählt er vor einem Konzert der For­mation CazYapJazz im Jazzclub Unterfahrt in München. „Ich liebe jegliches Elektronik-Spielzeug.“


Die ersten musikalischen Gehversuche macht Enzensperger im Alter von vier Jahren auf einer elek­tronischen Heimorgel. Später bringt er sich autodidak­tisch das Klavierspielen bei: „Ich habe mich viel mit Boogie und Blues, später mit Jazz beschäftigt“, erzählt er. Bis er mit 25 Jahren sein Musikstudium aufnimmt, nimmt er jedoch auch unregelmäßig immer mal wieder Klavierunterricht. „Ich hatte ungefähr drei Jahre Unterricht. Weil ich mich auf das Hören und Nachspielen konzentriert habe, habe ich allerdings keine Noten gelernt“ gesteht der Musiker.


Staunen kann man da nur, dass er die Aufnahmeprüfung fürs Musikstudium besteht: „Etwa drei Monate vorher habe ich begonnen, mich mit einem Freund darauf vorzubereiten.“ Außerdem wählt der Musikbegeisterte einen weiteren Weg, um seinem Ziel näher zu kommen: „Für das Fach Jazzpiano gab es nur zwei Professoren, die in Frage kamen. Die habe ich gegoogelt und um ein Treffen gebeten.“ Einer sagt zu, die Chemie stimmt, und Enzensperger nimmt ein paar Stunden. „Dabei habe ich ihm erklärt, dass ich unbedingt Musiker werden will – und das hat ihn wohl überzeugt.“ Bei so einer Aufnahmeprüfung entscheidet nämlich nicht alleine, ob man eine gewisse Punktzahl erreicht hat. Neben dem technischen Können des Probanden zählt für den zukünftigen Dozenten auch das Gefühl, mit dem potenziellen Studenten einige Jahre intensiv zusammenarbeiten zu können. 2009 schließt Enzens­perger sein Studium erfolgreich ab. „Jetzt kann ich auch Noten lesen“, grinst der Musiker.


(us)


(Weiter lesen Sie in der Ausgabe 2/12)




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