Porträt: Raphael Gualazzi

Jung und stürmisch


Mit Raphael Gualazzi exportiert Italien einen schillernden Künstler. Selten erlebt man eine brisante Mischung aus Jazz, Soul und Funk so unterhaltsam, virtuos und energie­voll am Klavier interpretiert. Wir waren beim Akustikkonzert des Italieners in "Jimmy’s Bar" im Hotel Hessischer Hof in Frankfurt.


Seit dem letzten Eurovision Song Contest ist Raphael Gualazzi auch nördlich der Alpen kein Unbekannter mehr: Der Pianist, Sänger und Komponist konnte sich mit „Follia d’amore“ überraschend als Zweiter hinter dem Siegertitel aus Aser­baidschan platzieren. Dabei hatte Italien seit 1997 zum ersten Mal wieder an diesem Wettbewerb teilgenommen. Und das mit einem Interpreten, der erst seit vier Jahren einen Fernseher hat und den Song Contest vorher nicht einmal kannte.


Diese hohe Platzierung beim ESC 2011 in Düssel­dorf ist auch ein Indiz für Sympathie. Wie Lena Meyer-Landrut begeisterte Gualazzi durch jugendliche Lässigkeit. Er ist kein Produkt einer Casting-Show, sondern eine Persönlichkeit, die ihren eigenen Kopf hat. Beim San Remo Festival 2010 räumte Seniore Gualazzi ab: Er gewann den Nachwuchs- und Publikumspreis, den Medien- und Kritiker-Award, und wurde auch für die beste Performance ausgezeichnet. Im Planet-Interview erinnert sich der Künstler: „Ich bekam den Preis als bester Newcomer, und dann sagte man mir, dass ich zum Euro­vision Song Contest fahren könne. Wow!“.


Gualazzi, 1981 in der norditalienischen Kleinstadt Urbino geboren, beginnt mit neun Jahren Klavier zu spielen und studiert fünf Jahre später klassische Musik am Konservatorium in Pesaro, wo er mit Kommilitonen auch Klassiker von Led Zeppelin, Queen oder Deep Purple rockt. Als junger Erwachsener entwickelt er zunehmend Interesse für Jazz und Blues. Er fängt zu komponieren an und präsen­tiert 2005 sein Debüt-Album „Love Outside The Window“ mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Stride-Piano, Soul, Bossa Nova und anderen traditionellen Musikrichtungen.


(Weiter lesen Sie in der Ausgabe 1/12)



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