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Klanggestaltung per Streicheleinheit: Das evo der jungen Firma Endeavour ist das erste kommerzielle Controller-Keyboard mit berührungsempfindlichen Tasten. Wir konnten an eines der ersten Serienmodelle Hand anlegen.
In der heutigen Technikwelt dominiert die Touch-Steuerung. Was bislang noch fehlte, war eine Klaviatur mit berührungsempfindlicher Oberfläche. Endeavour liefert mit dem evo nun den passenden Entwurf. Völlig neu ist die Idee nicht, denn schon Robert Moog konstruierte ein so genanntes „Multiple-Touch-Sensitive-Keyboard“. Dies war aber eine Spezialanfertigung für den amerikanischen Komponisten John Eaton, der 1992 für den Tasten-Controller sein Werk „Genesis“ schrieb. Der deutsche Hersteller Endeavour möchte nun ein solches alternatives Controller-Keyboard auf dem internationalen Markt etablieren.
Outfit
Das stabile Gehäuse aus Aluminium besticht durch schlichte Eleganz. Im Inneren des evo sorgen neun Prozessoren für eine reibungslose und schnelle Erfassung der Spieleraktionen auf der Klaviatur. Jede der insgesamt 48 Tasten ist mit speziellen Sensoren ausgestattet, die Position und Bewegung des Fingers ermitteln und entsprechende Daten erzeugen. Auf einer Taste kann man – wie bei einem Touchpad – den Finger hin und her bewegen, was Controller-Daten zur Klangsteuerung erzeugt. Auf Druckdynamik reagiert die Tastatur aber leider nicht.
Die Fingerpositionen werden 500 mal pro Sekunde bei 8-Bit-Auflösung ermittelt. Selbst geringfügige Bewegungen der Finger von nur 0,1 mm erkennt das Gerät. Aufgrund der verbauten Sensoren fallen die sehr leichtgängigen Tasten deutlich größer als übliche Keyboard-Tasten aus. Sie lassen sich aber dennoch ordentlich spielen.
Die Kontrolle auf der evo-Klaviatur gestaltet sich polyfon. Mit zwei oder mehreren Tasten lassen sich gleichzeitig unterschiedliche Modulationen auslösen. Beim Pitchbending kann etwa ein Ton über eine Oktave gezogen werden, während sich ein zweiter Ton mit dem Finger auf der Taste bewegend nur über eine Quinte verändert.
Beachtlich ist die Kommunikation. Das evo überträgt seine Daten nicht über MIDI oder einen USB-MIDI-Port, sondern zugunsten einer schnelleren Datenübertragung per Ethernet; damit ist immer ein Rechner zum Betrieb des evo nötig. Die Datenmenge wird rund 10mal schneller als über eine übliche MIDI-Verkabelung übermittelt. Das evo übertrifft die MIDI-Spezifikation durch eine doppelt so hohe Auflösung; die Anschlagstärke ist mit 16-bit (bei MIDI normalerweise 7-bit) definiert.
(ms)
(Lesen Sie weiter in der Ausgabe 2/12)
Endeavour evo: Controller-Keyboard | |
+ | Innovatives und konkurrenzloses Tastatur-Konzept |
+ | Controller individuell per Software editierbar |
+ | Großes Potenzial für experimentell arbeitende Musiker |
- | Hoher Preis |
- | Software bislang nur für Mac |
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