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Limex hat für den Multiplayer Desktop V3 inzwischen zwei Soundplatinen am Start, mit denen die Begleitautomatik-Funktion des Geräts eingesetzt werden kann: Tradition 200/V3 und HQ 260/V3. Wir haben beide ausprobiert.
Flexibilität ist Trumpf: Der Limex Desktop V3 kann als Soundmodul, Arranger und Multiplayer eingesetzt werden. Bis zu drei Soundplatinen aus dem Limex-Angebot lassen sich intern verbauen. Die Kompatibilität mit dem Desktop V3 erkennt man am Kürzel V3, das dem Soundplatinennamen angehängt wird.
In einem ersten Test vermochte der Desktop V3 bereits zu überzeugen (Ausgabe 4/10), allerdings war damals die Arranger-Sektion noch nicht einsatzbereit. Mit den Soundplatinen Tradition 200/V3 und HQ 260/V3 und einem aktualisierten Betriebssystem hat sich dies nun geändert. Die Platine Tradition 200/V3 bietet eine üppige Auswahl an volksmusiktauglichen Sounds, und dementsprechend fällt auch das Style-Angebot aus. Die HQ 260/V3 bietet GM-Sounds und eine darüber hinausreichende Auswahl von Instrumentenklängen und ist dadurch prädestiniert, auch eine breitere Auswahl an Styles wiederzugeben. Der Fokus bei Limex liegt dabei klar auf live-tauglichen Arrangements für die Unterhaltungsmusik.
Konzept
Der Limex Desktop V3 ist als Bühnenwerkzeug für Unterhaltungsmusiker konzipiert und wird typischerweise von MIDI-Akkordeonisten und Keyboardern eingesetzt. Dass die Anforderungen und Möglichkeiten eines MIDI-Akkordeonisten eine wichtige Messlatte bei der Entwicklung waren, merkt man an vielen Stellen: Beispielsweise auch daran, dass man besser damit fährt, alle Einstellungen für seine Songs vorab zu planen und in Registrierungen abzulegen. Diese lassen sich dann vielfältig über Fußschalter steuern – der Akkordeonist hat schließlich keine Hand frei, um während des Songs am Gerät ein paar Knöpfe zu drücken.
Im Sound-Modus kann man gut die Klangfarben der installierten Soundplatinen erkunden, er eignet sich aber auch, wenn man nur schnell mal einen Sound als Ergänzung zum Keyboard braucht. Player- oder Style-Funktionen sind in diesem Modus nicht aktiv. Combis dienen zur Aufteilung von bis zu 16 Klangfarben über das vorhandene Spektrum an vorhandenen MIDI-Kanälen oder Tastaturumfang, vergleichbar dem Performance-Modus von Synthesizer-Workstations. Der für den Live-Einsatz wichtigste Modus ist der Registrationsmodus.
Eine Registration kann aus bis zu 16 Klangfarben bestehen, die frei auf die zur Verfügung stehenden MIDI-Kanäle verteilt werden können. Jede Registration besteht zudem aus bis zu vier Szenen. Eine typische Anwendung hierfür ist, dass nicht immer alle 16 Klangfarben aktiv sind, sondern pro Szene nur eine Auswahl. Die Szenen lassen sich per Fußschalter umschalten. Im Registrationsmodus ist außerdem die Begleitautomatik aktiv: Es können Styles manuell aufgerufen oder einer Registrierung hinzugefügt werden. Keyboarder, die während des Spiels gerne Einstellungen oder die Klangauswahl flexibel ändern möchten, werden sich bei diesem Gerät etwas umgewöhnen müssen: Durch das kompakte Design bei gleichzeitig sehr großem Funktionsumfang ist das Steppen durch Menüs beim Spielen nämlich nicht komfortabel. Am Besten fährt, wer seine Stücke durchplant und für alle Elemente Registrationen bzw. Szenen anlegt. Das Vorgehen dabei ist schnell verstanden.
Die Styles bestehen aus bis zu 16 Tracks und verfügen über drei Intros/Endings, vier Variationen, drei Fills und einem Break. Trotz der vielen zur Verfügung stehenden Tracks wirken die Styles keineswegs überladen, sondern vermitteln den Charakter einer druckvollen Live-Band. Für die wichtigsten Schlagzeug-Elemente stehen extra Parts zur Verfügung, wodurch man zusätzlich Abwechslung ins Style-Arrangement bringen kann, denn auch die Styles verfügen über bis zu vier Szenen. In jeder Szene können individuell Style-Tracks an oder ausgeschaltet werden. In der Anwendung könnte es zum Beispiel so aussehen, dass in Szene I Variation A ohne Shaker erklingt, in Szene II dagegen mit Shaker. Die vier Registrations-Szenen und die vier Style-Szenen können entweder synchron oder unabhängig voneinander umgeschaltet werden. Leider wurde die Anzeige des aktuell gespielten Akkords im Display noch nicht umgesetzt, und auch die Akkord-Hold-Funktion ist immer aktiv. Will man also eine Passage spielen, bei der nur das Schlagzeug zu hören ist, muss man eine Szene einrichten, in der die übrigen Style-Parts deaktiviert sind.
(us)
(Lesen Sie weiter in der Ausgabe 2/12)
Limex Desktop V3 mit HQ 260/V3 & Tradition exclusive 200/V3: Arranger-Modul | |
+ | Durchdachtes Konzept |
+ | Erstklassige Sounds |
+ | Mächtige Registrationen |
+ | Style-Arrangements im Live-Band-Charakter |
+ | Druckvolle, livetaugliche Soundabstimmung |
- | Noch keine Akkordanzeige |
- | Akkord-Hold immer aktiv |
Rubrik "Tasten": Test: Roland BK-5 | Test: Korg microArranger | Test: Casio CTK-4200 | Test: Endeavour evo | Test: Studiologic Acuna 88 | Test: Limex Desktop V3 | Test: Kurzweil CUP-2 | Interview: Heiko Kremers | Workshop: Blues-Piano (1) | Workshop: Keyboard-Spielchtechnik verbessern (1) | Workshop: Harmonielehre (10) | Workshop: Tipps und Tricks zu Casio-Keyboards (2) | Workshop: Neues zum Korg Pa3X Musikant (2) | Workshop: MIDI-Akkordeon und Begleitautomatik (3)
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