Yamaha CLP-370
Innere Werte
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Auf hohem Niveau sind bei den Homepianos noch immer Verbesserungen möglich. Das zeigt Yamaha mit der neuen CLP-Serie, die für jeden sichtbar bei den technischen Daten zugelegt hat. Was davon am Ohr ankommt, muss das CLP-370 beweisen.
Seit 25 Jahren gibt es nun die Clavinova-Serie, und nach diesen Jahrzehnten der Entwicklung hat sich das Digitalpiano so sehr seinem akustischen Vorbild angenähert, dass selbst Profi-Pianisten mit den Resultaten zufrieden sind: Was Tastatur und Sounds anbelangt, können sich Homepianos längst mit akustischen Instrumenten messen. Mit dem CLP-370 zeigt Yamaha nun, dass die Entwicklung in der oberen Mittelklasse noch lange nicht abgeschlossen ist und die Spielfreude von neuen Entwicklungen profitiert. Dabei liegt der Schwerpunkt nicht auf den so genannten Kreativfunktionen, sondern vielmehr auf den guten alten inneren Werten.
Von außen kommt das CLP-370 genauso ästhetisch und gediegen wie viele frühere Clavinova-Generationen daher. Die geschwungenen Seitenteile, der hinter dem Spieltisch erhöhte Korpus mit dem leicht bogenförmigen Notenständer sowie die seitlichen Stützen unter dem Spieltisch verleihen dem Instrument nicht nur einen ausgesprochen klassischen und hochwertigen Charakter, sondern weisen das Instrument aufgrund seiner Abmessungen als vollwertiges Standpiano aus.
(Lesen Sie weiter in der Ausgabe 5/08)
Wertung
Yamaha CLP-370: Homepiano der oberen Mittelklasse | |
+ | Klassische Ästhetik |
+ | Guter Lautsprecher-Klang |
+ | Sehr gute Tastatur |
+ | Erweiterte Multisamples |
- | Weitergehende Editiermöglichkeiten auch in der Mittelklasse wünschenswert |
Dem Geheimnis der Flügelmechanik auf der Spur
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Ziel einer jeden Digitalpiano-Tastatur ist es, dem akustischen Vorbild möglichst nahe zu kommen. Dieses Vorbild ist dabei ein Flügel und kein aufrecht stehendes Klavier, da sich die Mechaniken grundlegend unterscheiden, was sich z.B. im Repetierverhalten niederschlägt. Beim aufrechten Klavier überträgt der Stößer die Kraft auf die Hammernuss und rutscht in dem Moment, da der Hammer fast senkrecht steht seitlich weg – Auslösung genannt. Der Hammer legt den restlichen Weg zur Saite im Flug zurück. Wird die Taste nun nahezu vollständig losgelassen, rutscht der Stößer wieder unter die Hammernuss, und der Ton kann erneut angeschlagen werden.
Der waagerecht eingebaute Flügelhammer muss dagegen anders bewegt werden – anstatt auf eine Hammernuss wird die Kraft auf eine Hammerrolle übertragen. Die dabei auftretende Reibung wird als Hammerwiderstandspunkt oder Druckpunkt wahrgenommen. Von manchen Spielern wird dies geschätzt, von anderen nicht, weshalb Klavierbauer unterschiedliche Wege erfanden, diesen Widerstand zu beseitigen oder zu lassen.
Auch eine Flügelmechanik muss auslösen, bei der heute meist gebräuchlichen Repetitionsmechanik sogar doppelt. Dadurch ist die direkte Kraftübertragung zwischen Taste und Hammer unterbrochen, so dass der Hammerkopf allein durch den an ihn übertragenen Impuls den restlichen Weg zur Saite überwindet, während die Taste ihren unteren Ruhepunkt erreicht. Nach dem Anschlag prallt der Hammerkopf zurück und wird im Fänger auf halber Höhe gestoppt. Der so genannte Repetierschenkel wird nach unten gedrückt, die Spannung auf die Repetierfeder erhöht. Sobald der Fänger den Hammerkopf freigibt, hebt der Repetierschenkel den Hammerstiel so weit an, dass die Stoßzunge in ihre Angriffsposition unter der Hammerstielrolle zurückkehren kann. Dadurch ist das Hebelsystem zu einem erneuten Anschlag bereit, noch ehe die Taste wieder völlig in ihre obere Ruheposition zurückgekehrt ist.
Was bei einem Flügel über diese komplizierte Mechnik gelöst ist, imitiert Yamaha bei der Natural-Wood- und der GH3-Tastatur durch einen dritten Tastatur-Sensor. Bei nur zwei Sensoren kennt ein digitales Instrument lediglich die Zustände „Taste gedrückt“ und „Taste losgelassen“. Ein erneutes Anschlagen der Taste, ohne dass der Ton gedämpft wird – wie dies bei einem Flügel mit Repetitionsmechanik möglich ist – kann so nicht umgesetzt werden. Für Abhilfe sorgt der dritte Tastatursensor, der das erneute Anschlagen des Tones freigibt, bevor die Taste ganz losgelassen wird, vergleichbar dem beschriebenen Prinzip der doppelten Auslösung bei einer Flügelmechanik. So lassen sich nun auch die Feinheiten des pianistischen Spiels auf einem Digitalpiano umsetzen. Ein auch für weniger versierte Spieler spürbarer Nebeneffekt: Man kann eine Taste viel schneller repetieren. Wichtig wird dies z.B. bei Verzierungen oder schnellen Werken – nicht nur der Barock-Literatur.
Audio-Demo
| Demo_Yamaha_CLP-370.mp3 | 1.9 M |
Die Tests: Clavia Nord Wave | Roland Fantom-G | Doepfer LMK 4+ 76 | Novation Nocturn | Roland RG-1 | Yamaha CLP-370 | Kawai ATX | Band-in-a-Box 2008 | The Trumpet | K.M.E. Version SD 3 | Dynacord D-Lite 1000 | Yamaha Stagepas 250M | C-Sound Scalight SC 320 Limex plus | QSC GX 5 | AKG WMS 40 Pro Flexx | Audio-Technica AE5400 | Edirol R-44
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