Wie Open-Air-Gigs gelingen
Unter den Wolken
![]() |
Schwarze Gewitterwolken sind nicht die einzige Gefahr, die einem Open-Air-Gig droht. Auch mangelnde Stromversorgung und dürftig zusammengeschusterte Bühnen können Freiluft-Musikern zu schaffen machen. Wie man sich für den Auftritt unter freiem Himmel rüstet, verraten gestandene Profis in diesem Beitrag.
Es ist Sommer, die Sonne lacht – Biergärten, Restaurant-Terassen und Straßenfeste bieten beste Gelegenheit für Unterhaltungsmusiker, die üblichen engen Club-Bühnen oder die Ecken zwischen Garderobe und Toilette einer Gastwirtschaft zu verlassen und unter freiem Himmel so richtig aufzuspielen. „Wenn das Wetter mitspielt, ist ein Gig unter freiem Himmel für Musiker wie für Zuhörer ein Erlebnis“, weiß Alex Komlew, der als Keyboarder und Pianist in verschiedenen Formationen vom Piano-Duo bis zur kompletten Band auf der Bühne steht. Komlew hat meist das Glück, dass vor Ort eine professionelle Bühne steht und Techniker für eine perfekte Ausstattung sorgen, doch so komfortabel geht es nicht immer zu. Viele Musiker können ein Lied davon singen, welche Improvisationskünste bei Open-Air-Auftritten mitunter gefragt sind.
Platz ist unter freiem Himmel genug, eine professionelle Bühnenkonstruktion findet man dagegen meist nur bei größeren Veranstaltungen. Auf der Restaurant-Terrasse oder im Biergarten muss es aber nicht unbedingt eine erhöhte Bühne sein, hier reicht in der Regel ein etwas prominenterer Platz, um das Equipment aufzubauen. Vorsicht ist angesagt, wenn für Straßenfeste oder Gartenpartys eine Bühne aus ungeeigneten Materialien zusammengebastelt wurde: „Wenn man zu einem Auftritt kommt, und die Bühne besteht aus acht Bierbänken, über die ein paar Euro-Paletten gelegt wurden“, warnt Uli Hoppert, Fachautor und Meister der Veranstaltungstechnik, „dann sollte einem der bloße Überlebenswille sagen: nein, hier spiele ich nicht.“ In seiner professionellen Laufbahn ist Hoppert schon so manches Kuriosum untergekommen, und er hat daraus Lehren gezogen: „Wenn man einmal am eigenen Leib erfahren hat, welche Kraft Wind oder Regen entwickeln können, wird man sehr vorsichtig.“ (us)
(Mehr lesen Sie in der Ausgabe 5/08)
11 Tipps für Freiluftauftritte
- Für ausreichend und sicheren Strom sorgen
- Schutz vor Sonne und Regen ist Pflicht, am besten durch eine überdachte Bühne
- Pavillons können als Dach dienen, brauchen aber ausreichend Ballast
- Für Notfälle sollte eine Plastikplane zum Abdecken der Keyboards bereit liegen
- Aktivboxen nicht in die pralle Sonne stellen
- Plastikfolien schützen Boxen vor Regen, können bei Aktivboxen aber die Lüftung behindern
- Mehr Beschallungs-Equipment ist nötig, um unter freiem Himmel gehört zu werden
- Geschickter Boxenaufbau kann Materialaufwand kompensieren
- Beim Mixing darf man etwas beherzter zugreifen
- Wenig Hall und Delay erhöhen die Sprachverständlichkeit
- Wäscheklammer für Noten (Leadsheets) oder Textblätter nicht vergessen
Die Themen: Wie Open-Air-Gigs gelingen | Porträt: Pianotainment | Porträt: Enno Bunger | Rock Legends Adventure | Musikszene
Die aktuelle Tastenwelt jetzt bestellen
© 2005-2011 Tastenwelt - ein Magazin der PPVMEDIEN GmbH - Impressum


