tastenwelt-Ausgabe 6/2020

Inhalt und heftbegleitendes Material. Verkaufsstart: 15.10.2020

Ausgabe 6/2020 jetzt bestellen

Das neue YC61 von Yamaha wurde lange erwartet. Doch was genau ist das YC61 nun eigentlich? Keyobard? Orgel? Beides? - Antworten darauf und alle Details gibt's im Test. Außerdem haben wir einen Blick auf das Vintage-Piano Viscount Legend '70s sowie den Nachfolger der legendären Korg Wavestation, den Wavestate, geworfen.

TASTEN
Test: Yamaha YC61
Test: Viscount Legends '70s
Test: Korg Wavestate
Test: Novation Launchpad Pro MK3
Interview: Takaki Maede – 40 Jahre Casio Music
Workshop: Jazz-Piano (14) – Macht der Dominanten
Klavierstunde: Franz Schubert – „An die Musik“

SPECIAL
Halleffekte – Der Raumerzeuger

BÜHNE & STUDIO
Test: Mackie SRM-Flex
Test: Audiophony Livetouch 20
Test: Solid State Logic SSL 2+
Test: Hooke Audio Hooke Verse
Test: Soundbrenner Core Steel
Workshop: Live-Mixing

SOFTWARE
Test: Presonus Studio One 5
Test: Tracktion Waveform Pro 11 Extreme Pack
Workshop: Synthesizer im Fokus – Rob Papen Predator 2

MIXED
News: Neue Produkte und weitere Neuigkeiten
Preview: Klotz Sentry – Wegbegleiter für mehr Sicherheit
Nachruf: Ernst Zacharias – Pionier elektromechanischer Tasteninstrumente
CD- und Buchtipps
Verlosung: Soundbrenner Core Steel im Wert von 299 Euro

Bühnen-Workshop: Live-Mixing – weitere EQ-Einstellungen

Zusätzlich zu den bereits im Heft abgedruckten Tipps für EQ-Einstellungen bei Gesang, E-Bass, E-Gitarre und natürlich Keyboard, liefern wir hier einige zusätzliche Tipps für Schlagzeug und Blasinstrumente.

Schlagzeug

Ein guter Drum-Sound ist die halbe Miete und kommt gleich nach dem Gesang. Drums sollen druckvoll, aber nicht zu aufdringlich klingen. Weil Drum-Sets meist mit mehreren Mikrofonen abgenommen werden, die man zu einem gut klingenden Gebilde zusammen fügen muss, ist dies eine der anspruchsvollsten Aufgaben. Hier die einzelnen Komponenten im Überblick:

Bass-Drum

Die Höhen nur leicht anheben. Aber Vorsicht: zu viel lässt die Bass-Drum nach Drum-Computer klingen. Irgendwo zwischen 1 und 4 kHz sollten Sie einen gut klingenden Klack suchen und dann kräftig anheben. Man braucht diesen Klack, damit die Bass-Drum gut hörbar bleibt. Während bei der Bass-Drum die Frequenzen bis 250 Hz ganz wichtig sind, sollte man den Bereich um 400 Hz zurücknehmen. Damit werden die aufdringlichen Holzmitten reduziert und zugleich mehr Platz für den Bass geschaffen. Eine gesunde Portion Druck von unten tut jeder Bass-Drum gut, vor allem wenn sie kleiner als 22 Zoll ist. Also: den Tiefbassbereich anheben.

Snare-Drum

Bei der Snare-Drum wird der Low-Cut-Filter gedrückt. Die Höhen sollten möglichst linear bleiben. Damit der Snareteppich zur Geltung kommt und gleichzeitig die natürlichen Obertöne der Trommel betont werden, darf der Bereich zwischen 2 und 5 kHz angehoben werden. Bei den unteren Mitten sollten Frequenzen um die 700 Hz reduziert werden. Dieser Bereich macht den Gesamtklang nur dicht und mutiert schnell zu topfigen Gießkannengeräuschen. Bei den Bässen kann leicht nachgeholfen werden, aber bitte gleichzeitig darauf achten, dass der Sound hier nicht bei jedem Schlag Pappkarton ähnlich zugematscht wird.

Toms

Die Toms sollten gut gestimmt sein, natürlich klingen und nicht eine halbe Ewigkeit nachschwingen. Dies sollte gewährleistet sein, bevor der Sound abgestimmt wird. Außer beim Stand-Tom sollte bei allen Toms der Low-Cut gewählt werden. Mit etwas mehr Höhen klingen die Toms runder und ehrlicher, zu viel Höhen klingen unnatürlich. Abhängig von der Größe der Toms kann man zwischen 2 und 7 kHz den Anschlag verdeutlichen. Bei tiefen Toms wirken Frequenzen im der unteren Hälfte des Einstellbereichs, bei hohen Toms eher darüber. Ein unangenehm holziger Anschlag ist meistens im Bereich zwischen 700 Hz und 2 kHz zu finden, den man dann zurücknehmen sollte. Die Wärme und das Volumen erreichen Sie mit ein bisschen mehr Bass. Beim Stand-Tom darf es auch ein bisschen mehr sein. 

HiHat

Der Low-Cut-Filter sollte im HiHat-Mikrofonkanal aktiviert sein. Falls man zur Abnahme der HiHat ein Kondensatormikrofon verwendet, muss man aufpassen, da diese Mikros im Gegensatz zu dynamischen Modellen schon sehr viel Höhen übertragen. Also die Höhen möglichst linear belassen. Die hohen Mitten um 6 kHz sollten angehoben werden, so bleibt die HiHat hörbar, ohne aufdringlich zu wirken. Ein eventuelles Rauschen oder Zischen der HiHat wird durch das Zurücknehmen der Frequenzen um 200 Hz verhindert. Klingt das Metall bereits sehr hoch und dünn, kann man auch den Bereich von 500 Hz etwas anheben. Die Bässe werden bei der HiHat raus genommen.

Overhead-Mikrofone

Bei Overheads gilt dasselbe wie bei der HiHat. Kondensatormikrofone übertragen genügend hohe Frequenzen, deswegen sollte man möglichst linear bleiben. Falls die Becken zu fizzelig klingen, hilft nur eine Absenkung der Höhen. Wenn man die Overheads gut hörbar macht, klingen die Anschlag-Klicks der Trommeln meist etwas künstlich. Dieser Effekt kann zwischen 3 und 5 kHz reduziert werden. Eine Zugabe bei 500 Hz dagegen macht den Anschlag der Trommeln weicher und betont gleichzeitig die Mitten, die bei Kondensator-Mikros hier oft fehlen. Bei Overheads werden die Bässe komplett rausgedreht, es sei denn, das Drum-Set wird mit nur wenigen Mikrofonen abgenommen und die Toms laufen mit über die Overheads.

Bläser

Trompete

Die Einstellungen für Trompete gelten auch für die anderen Blechbläser wie Posaune und Horn. Hier besteht die Herausforderung darin, einen blechernen Sound wohlklingend zu machen. Der Low-Cut-Filter ist aktiviert, die Höhen bleiben linear. Die typischen Schärfen der Trompete entwickeln sich zwischen 4 und 9 kHz. Die dürfen allerdings nicht zu weit rausgedreht werden. Ein Kompressor kann hier gute Dienste leisten, um ein gleichmäßiges Klangergebnis zu schaffen. Den Bereich um 300 Hz können Sie kräftig anheben, das lässt den Klang voller wirken und gibt der Trompete mehr Durchsetzungskraft. Der Bass sollte dagegen abgeschwächt werden. So erreicht man mehr Sicherheit in puncto Bass-Wummern über den Monitor – ohne den Sound der Trompete zu verändern.

Saxofon

Auch wenn es aus Blech besteht, zählt das Saxofon zu den Holzbläsern, weil im Mundstück ein Holzblättchen Schwingungen erzeugt. Deshalb besitzt ein Saxofon ein eigenes Klangverhalten. Der Low-Cut ist gedrückt, die Höhen bleiben linear. Bei der Nahabnahme glangen meist Tröten ähnliche Mitten ins Mikrofon, die man bei 2 kHz etwas herausdreht. Wie auch bei der Trompete verschaffen man sich bei 300 Hz einen volleren Klang, gleichzeitig werden dadurch die knödelnden Mitten um 1 kHz etwas ausgeglichen. Bassanteile im EQ benötigen höchstens Bariton- oder ein bisschen Tenorsaxofon. Beim Alt- und Sopransax können die Bässe sicherheitshalber weggenommen werden.