40 Jahre Kawai Europa

Am 13. September hatte Kawai Europa anlässlich der Feier zum 40-jährigen Firmenjubiläum nach Krefeld geladen. Geschäftsführer Takuya Sekine und General Manager Alexander Voigt begrüßten rund 50 Gäste und ließen 40 erfolgreiche Jahre Revue passieren. Im Interview vermittelt Alexander Voigt seine Sicht der Dinge.

Gratulation zu 40 Jahren Kawai Europa. Was waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Stationen?

Im Rückblick gab es einige wichtige Sprünge: Vom kleinen Büro von etwa 14 Quadratmetern in einer Spedition in eine selbstverwaltete große Lagerhalle mit ausreichender Bürofläche und dann 1990 zum eigenen Kawai-Europa-Center in Krefeld mit Allem, was man für den Vertrieb von Musikinstrumenten wie Klavieren und Flügeln braucht. Das waren die wichtigen nach außen sichtbaren Veränderungen. Viel wichtiger waren aber die Erfahrungen, Rückschläge – aber auch große Erfolge, die wir über die Jahre mit unserem Produktportfolio gemacht haben. Heimorgeln, Synthesizer, Keyboards haben unseren Bekanntheitsgrad gesteigert und sicherlich auch schöne Umsätze beschert, uns aber letztendlich gelehrt, dass wir eine Klavierfirma sind und wir uns deshalb auf Flügel, Klaviere und Digitalpianos konzentrieren sollten. Da sind wir gut, weil wir es können und lieben.

Kawai Europa hat seit 1976 etwa 420.000 Instrumente verkauft – eine beeindruckende Zahl. Wie haben sich diese Verkaufszahlen entwickelt?

Es werden letztlich noch ein paar mehr sein, aber aus den Anfangszeiten haben wir keine verlässlichen Statistiken mehr. Wenn ich mir die Flügelzahlen ansehe, sind die über die Jahre recht stabil geblieben, was natürlich bei gesunkenem Gesamtmarkt einen größeren Marktanteil bedeutet. Bei Klavieren sind die Umsätze etwas gesunken, der Marktanteil jedoch ebenfalls gestiegen. Die Digitalpianos  gehen nach wie vor durch die Decke, und wir sind von einem der hinteren Plätze jetzt wohl die Nummer Zwei im Markt.

Was waren in Ihren Augen die herausragenden Kawai-Instrumente der vergangenen 40 Jahre?

Bei den Flügeln war es sicher der KG-2. Der zu seiner Zeit meistverkaufte Flügel der Welt, der uns in die Musikschulen und Konservatorien gebracht hat. Klangschön, robust und nicht kaputt zu kriegen. Später dann die GS-Serie, die den weicheren Kawai-Klang repräsentierte und natürlich der große Sprung in die Premiumklasse mit den Shigeru Flügeln, die heute schon in vielen Hochschulen und Konservatorien stehen. Bei den Klavieren war sicher das CE-7 der Türöffner. Robust und noch heute nach 40 Jahren vielerorts im Mieteinsatz. Mit der K-Serie haben wir dann wirklich weltweit für Furore gesorgt. Nach wie vor hat die K-Serie ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei den Digitalpianos war das wichtigste Modell das P-360. Es war das erste Digitalpiano mit einer echten Holztastatur und hat unseren Weg in die Topklasse der Digitalpianos vorbereitet. Bei dem CA-91 haben wir das erste Mal ein digitales Piano mit einem echten Holzresonanzboden ausgestattet. Wir sind eben eine Klavierfirma.

Wie zufrieden sind Sie mit den aktuellen Verkäufen?

Wir hatten 2014 das beste Jahr der neueren Kawai-Geschichte und konnten das 2015 zwar nicht toppen, aber durchaus wieder erreichen. Dieses Jahr brauchen wir aber noch vier wirklich gute Monate, um dahin zu kommen .

Inwieweit hat sich der Markt für Flügel in ihren Augen seit Gründung von Kawai Europa verändert?

Das Problem der Flügel und auch Klavierbranche ist die gute Qualität, die wir produzieren. Unsere neuen Klaviere und Flügel konkurrieren nicht nur mit dem gesamten Freizeitmarkt und den Digitalpianos, sondern in ganz besonderer Weise auch mit dem Markt der gebrauchten Instrumente. Früher kaufte man neue Instrumente, und der Gebrauchtmarkt hatte keine Bedeutung. Damit war auch in den Geschäften die Ausstellung nur mit neuen Instrumenten bestückt, die wenigen Gebrauchtinstrumente standen hinten in der Werkstatt zur Vorbereitung für den Verleih bereit, aber nicht unbedingt für den Verkauf. Ein weiteres Problem heute sind natürlich die leeren Staatskassen. Obwohl mittlerweile ganz viel Bedarf in den Hochschulen und Schulen entstanden ist, fehlen die Mittel für neue Instrumente. Früher kauften die Hochschulen kontinuierlich ein und hielten den Bestand der Instrumente jung.

Welche Neuheiten und Aktivitäten von Kawai stehen in Kürze an?

Wir haben erst gerade die neue GL-Flügelserie vorgestellt und einige besondere Klavier-Editionen herausgebracht, die vom Markt sehr gut angenommen worden sind. Im nächsten Jahr, also zum großen Jubiläum von Kawai, kommt eine ganze Reihe von Neuheiten, die aber natürlich noch geheim sind.