60 Jahre Fatar in Recanati: Italian Connection

Im Großraum der italienischen Stadt Recanati, 30 km südlich der Hafenstadt Ancona, dreht sich alles um Musikinstrumente. Auch Fatar, weltweit größter Tastaturhersteller, hat dort seinen Firmensitz. Am gleichen Ort baut Fatar auch Instrumente der Eigenmarke Studiologic. Grund genug für einen Hausbesuch.

Fatar-Firmenchef Marco Ragni sucht unermüdlich nach Möglichkeiten, bestehende Tastatur­konzepte weiterzuent­wickeln.(Foto: Frank Mischkowski)

Es ist Dienstagmorgen, 9:30 Uhr, wir betreten die Fatar-Fabrik durch einen Seiteneingang – und stehen inmitten der Fertigung, genauer gesagt im Pausenbereich, direkt vor einer feuer­roten Espressomaschine in Gastronomie-Dimension. Wer derlei Equipment zur Verfügung hat, wird sicher auch sonst seinem guten Ruf gerecht, denke ich noch, während wir freundlich begrüßt und zu unserem Gastgeber geführt werden. Er heißt Marco Ragni und empfängt uns in seinem Büro. Unprätentiös, fast schon nüchtern ist es hier, doch bereits nach den ersten Minuten des Gesprächs wird klar: Ragni brennt für seine Firma, pompöse Büroausstattung ist ihm egal. 2008 übernahm der studierte Ingenieur die Firma von seinem Vater, der das Unternehmen 1956 gründete. An den Gründer erinnern heute noch zahlreiche F otos an den Wänden – und eine Urkunde zur Ernennung zum ‚Cavaliere‘, In Italien ist dies eine ehrenvolle Auszeichnung, in etwa vergleichbar mit dem deutschen Bundesverdienstkreuz.

200.000 Tastaturen pro Jahr

Signore Ragni lässt uns keine Zeit, um in Erinnerungen zu schwelgen, er will uns sein Unternehmen zeigen. Die Größe der Fabrik war von außen bereits zu erahnen – innen ist der Bau noch gigantischer. Wir starten in einem Showroom, in dem alle Tastaturen aufgebaut sind: von den Hammermechanik-Modellen der TP/40-Serie über die halbgewichteten Varianten bis hin zu den Synth-Action- und Organ-Action-Keyboards – Fatar bietet für alle Arten von elektronischen Musikinstrumenten die passende Tastatur. Selbst vier verschiedene Keyboard-Modelle für Kirchenorgeln werden hier gefertigt. Insgesamt verlassen knapp 200.000 Tastaturen pro Jahr das Werk – 120.000 Synth-Action-Modelle und 50.000 Hammermechanik-Keyboards stehen immerhin 15.000 Kirchenorgeln gegenüber.

Unser Weg führt uns in die Entwicklung, wo die verschiedenen Tastatur-Modelle konzipiert und weiterentwickelt werden. Das geschieht teils nach Hersteller-Vorgabe in Form von so genannten Customized-Varianten, vielfach entwickelt das Team aus Keyboardern und Ingenieuren aber selbst und bietet die Neuheiten den Kunden aus aller Welt an. Wie viel Know-how in den Tastaturen steckt, belegen die über 20 internationalen Patente, die das Unternehmen bereits angemeldet hat. Ein Löwenanteil der Patente bezieht sich dabei auf das Hammermechanik-Design, das in den verschiedensten Varianten in Digital- und Stagepianos sowie in Masterkeyboards zum Einsatz kommt.

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