Aus Rechten Geld machen

In diesem Workshop lernen Sie einige Rechte kennen, durch deren Übertragung oder Vermarktung ein Künstler zusätzliche Einnahmen generieren kann. Inzwischen lassen sich Plattenfirmen diese Rechte gerne übertragen.

Seit es das Internet gibt, ist Musik für fast jedermann „kostenlos“ verfügbar, auch wenn dies häufig gegen Recht und Gesetz verstößt wie im Fall illegaler Tauschbörsen. Die Anzahl der verkauften Tonträger ist unter anderem deshalb in den vergangenen Jahren dramatisch zurückgegangen. Früher verdienten die Plattenfirmen viel Geld nur mit dem Verkauf von Tonträgern. Deshalb wurden in einem Plattenvertrag zwischen Künstler und Plattenfirma regelmäßig nur diejenigen Rechte an die Plattenfirma übertragen, die erforderlich waren, um die Aufnahmen als Schallplatte, CD oder ähnliches verkaufen zu können. Weitere Rechte des Künstlers wurden nicht übertragen, somit flossen der Plattenfirma auch keine weiteren Einnahmen zu.

Dies ist heute anders. Die Plattenfirmen haben erkannt, dass die Vermarktung eines Künstlers nicht nur auf den Verkauf von Tonträgern reduziert ist. Vielmehr gibt es weitere, lukrative Einnahmequellen. Um hieran teilhaben zu können, lassen sich heute viele Plattenfirmen (neben den Rechten an den Tonaufnahmen) gerne auch die weiter unten genannten Rechte übertragen, um diese auswerten zu können. Da es also darum geht, möglichst alle verkaufsrelevanten Bereiche der Künstlervermarktung abzuschöpfen, wird dies als „360-Grad-Vermarktung“ („Rundum-Vermarktung“) bezeichnet.

Live-Auftritte undMerchandising-Produkte

Der große Vorteil von Konzerten ist, dass das Erlebnis, einen Künstler auf der Bühne live zu erleben, durch nichts zu ersetzen ist. Da Künstler selbst hoffnungslos überfordert wären, eine Konzerttournee zu organisieren, benötigen sie einen Dritten, der dieses Geschäft professionell betreibt. Für diese Tätigkeit erhält der Dritte dann eine Provision. Damit der Dritte Konzerte für den Künstler organisieren kann, muss er sich das Recht zur Vermittlung von Live-Auftritten des Künstlers übertragen lassen. Dieses Recht lassen sich heute oft auch Plattenfirmen übertragen, die dann selbst Konzerte organisieren oder durch einen Dritten organisieren lassen. In jedem Fall erhält die Plattenfirma so einen Anteil an den Einnahmen aus dem Live-Geschäft.

Der Verkauf von Merchandising-Produkten kann zusätzliche Einnahmen bescheren. Hierzu zählen beispielsweise T-Shirts mit dem Abbild des Künstlers, dessen Namen, Logos, aber auch Plakate, Postkarten und vieles mehr. Gerade das Merchandising ist ein Vermarktungskonzept, das auch für eher unbekannte Künstler interessant sein kann.

Immer wichtiger: das Rechtam Internetauftritt

Plattenfirmen lassen sich heute auch gerne das Recht am Internet-Auftritt des Künstlers einräumen. Damit verbunden ist die Möglichkeit, die Webpage des Künstlers zu gestalten. So können wiederum Merchandising-Artikel über das Internet zum Kauf angeboten werden – was für fast jeden Künstler interessant sein dürfte. Auch kann kostenpflichtige Werbung auf der Webpage integriert werden, beispielsweise in der Form, dass einem abspielbaren Musiktitel oder einem Musikvideo eine Werbung vor- oder nachgeschaltet wird.

 

Auf den Punkt gebracht

  • Einnahmequellen von Künstlern sind vielfältig
  • Die Übertragung von Rechten kann Verkaufsstrategien verbessern
  • Insbesondere Merchandising-Artikel können gute Einnahmen generieren