Beethovens Klaviersonate op. 81a: Lebewohl, Abwesenheit und Wiedersehn

Ausgesprochen persönliche Eindrücke hat Beethoven in die 1809/10 entstandene Sonate op. 81a via den Satzbezeichnungen „Das Lebe wohl“, „Die Abwesenheit“, „Das Wiedersehn“ verarbeitet. Die Noten sind jetzt in einer neues Edition verfügbar.

Kompositorischer Auslöser ist die überstürzte Abreise von Beethovens engem Freund und Gönner Erzherzog Rudolph von Österreich, der am 4. Mai 1809 zusammen mit der kaiserlichen Familie aus Furcht vor den herannahenden napoleonischen Truppen aus Wien floh. Beethoven bezeichnete op. 81a die „charakteristische Sonate“, was allerdings nicht im Sinne programmatischer Musik gemeint ist, sondern der musikalische Term seiner Empfindungen. Verärgert reagierte der Komponist auf die französischen Übersetzungen der Titel und den Satzbezeichnungen durch den Verleger, was nicht verhindern konnte, dass op. 81a als „Les Adieux“ weithin bekannt wurde.

Jonathan Del Mar, weltweit anerkannte Autorität für die Edition von Beethovens Instrumentalmusik, bietet auf der Grundlage neuester Forschungsergebnisse einen zuverlässig edierten Notentext, dessen Prinzipien sich in einem präzise formulierten Kritischen Kommentar erschließen. Das elegante Notenbild genügt höchsten spielpraktischen Ansprüchen, insbesondere ist ein störendes Umblättern zwischen dem langsamen zweiten Satz und dem sich „attacca subito“ anschließenden „Vivacissimamente“ in der neuen Bärenreiter-Ausgabe nicht mehr nötig. Kenntnisreiche Hinweise zu wesentlichen Fragen der historischen Aufführungspraxis und eine informative Einleitung runden die Neuedition der Sonate ab.

Ludwig van Beethoven: Lebewohl, Ermangelung und Wiedersehn. Sonate mit Es für Klavier op. 81a „Les Adieux“. Bärenreiter Urtext. Hrsg. von Jonathan Del Mar. Bärenreiter-Verlag 2017. BA 11808. € 7, 95.

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