Der gute Ton

Die Bedeutung der einzelnen Klänge - ihre Herkunft, ihre Entwicklung und ihre Zukunft - war bisher nur selten Gegenstand der populären Musikforschung. In dem Symposium der Hochschule Bern wird vom 30.11. bis 2.12. erörtert, wie sich die Klangästhetik populärer Musik in den letzten Jahrzehnten verändert hat.

Es wird darüber diskutiert, wie Klänge erzeugt wurden, wie sie eingesetzt werden und wie sie ständig erneuert und durch neue Klänge ersetzt werden. Last but not least wird das Symposium die Zukunft der Klänge in der Popmusik diskutieren, indem es die folgenden Fragen aufgreift:

Wie werden Klänge heute verändert, manipuliert und transformiert, und wie wird dies in Zukunft geschehen?

Welche Rolle spielen neue Interfaces und Controller bei der Entwicklung neuer Sounds?

Was bieten aktuelle Klangerzeuger?

Welche neuen Klangerzeuger dürfen wir in Zukunft erwarten?

Wie wird Popmusik klingen, in 10 oder 20 Jahren?

Die folgenden Keynote-Speaker wurden eingeladen:

John Chowning (San Francisco)

Lippold Haken (Illinois)

Edmund Eagan (Ottawa)

Wayne Marshall (Boston)

Bruno Spoerri (Zürich)

Annie Goh (London)

Marie Thompson (Lincoln)

Katia Isakoff (London)

Das Symposium ist Teil des HKB-Forschungsprojektes "Kultgeräusche" von Immanuel Brockhaus und Thomas Burkhalter (Norient), das vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt wird. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.hkb.bfh.ch  oder http://www.cult-sounds.com.

 Weitere Beiträge wurden aus dem Call for Abstracts in den folgenden Themenfeldern ausgewählt:

1.    Technologische Aspekte

Die Entwicklung neuer Syntheseverfahren, Editoren, Controller und Management-Software für Hörereignisse scheint an einem Punkt angelangt zu sein, an dem die Einsatzmöglichkeiten in der Musik optimiert, hoch entwickelt und anwenderfreundlich sind. Musiktechnologien sind zukunftsorientiert, verarbeiten und transformieren aber auch vergangene Errungenschaften. Wir wollen herausfinden, was virtuelle Einstellungen bieten können, sowohl innerhalb als auch außerhalb von DAW-Systemen. Immer mehr Entwickler und Anwender setzen auf physikalische Systeme (insbesondere modulare Systeme), die ein hohes Maß an Offenheit und Haptik bieten. Wir wollen dieses Feld der Entwicklung diskutieren.

2.    Soziokulturelle Aspekte

Innovationen in der Musiktechnologie und die Erneuerung und Erweiterung von Klängen haben oft in experimentellen Umgebungen oder durch unkonventionelle Ansätze der Beteiligten stattgefunden. Wir können oft beobachten, dass neue Klänge in Subkulturen entstehen und später vom Mainstream übernommen werden. Was ist der Ansatz derjenigen, die diese Klänge entwickeln, nutzen und konsumieren? Welche Netzwerke existieren und entstehen um die Idee eines neuen Sounds herum? Stellen kleine Teams von Entwicklern fest, was passiert? In welchen Umgebungen treten Schallinnovationen auf? Und welche Auswirkungen und Bedeutung haben spezifische Klänge in unterschiedlichen sozialen und kulturellen Kontexten?

3.    Klangästhetische Aspekte

Innovative Klänge, die aus ästhetischen oder kommerziellen Gründen übermäßig im Mainstream eingesetzt werden, können die Produktions- und Hörgemeinschaften trennen. Aktuelle Präferenzen wie Auto-Tune, Filterung, Sidechain-Kompression, Stotter-Effekte und Bandstop-Effekte sind allgegenwärtig, aber nicht unbedingt neu, nicht einmal echte Pop-Sounds.

Wie werden "neue" Klänge wahrgenommen und bewertet? Wie verändern einzelne Klänge die Gesamtästhetik von Popsongs?

Das Symposium ist Teil des HKB-Forschungsprojektes "Kultgeräusche" von Immanuel Brockhaus und Thomas Burkhalter, das vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt wird.