Führungswechsel bei den Bauer Studios

In der Geschäftsleitung der renommierten Bauer Studios in Ludwigsburg hat ein Generationswechsel stattgefunden: Ein neues Führungstrio löst Eva Bauer-Oppeland und Reiner Oppeland ab.

28 Jahre lang führte Eva Bauer-Oppelland, Tochter des Studiogründers Rolf Bauer und ausgebildete Toningenieurin, gemeinsam mit ihrem Mann, dem gelernten Tonmeister Reiner Oppelland die Studiogeschäfte. Seit 1989 navigiert das Ehepaar das Unternehmen durch einen dramatischen Zeitenwandel im Musikbusiness und in der Tonstudiolandschaft. Die wachsende Digitalisierung der Studiotechnik und das damit einhergehende Studiosterben in den 1990er Jahren war eine der großen Herausforderungen, der sich gleichzeitig abzeichnende Untergang analoger Tonträgerherstellung eine weitere.

Die Bauer Studios begegneten den massiven Veränderungen in der Musikwirtschaft mutig und mit zukunftsfähigen Investitionen. Beide Studios wurden Ende der 1990er Jahre umgebaut, die Regie des großen Aufnahmesaals grundlegend erneuert und mit einem neuen Mischpult samt hochwertiger technischer Peripherie ausgestattet. Zum Ausbau der Dienstleistungen rund um Aufnahmen und Tonträgerproduktion führte man ein Warenwirtschaftssystem ein und hielt konsequent am hoch qualifizierten Team von Tonmeistern und Medienspezialisten fest. „Nur so konnten wir über die Jahrzehnte den hohen Qualitätsanspruch realisieren, den wir an uns selbst und den natürlich auch die produzierenden Künstler, Labels und Verlage an uns stellen“, resümiert Eva Bauer-Oppelland. Sie ist seit den frühen 1990er Jahren federführend für den Aufbau und die erfolgreiche Entwicklung der eigenen Labels verantwortlich.

Mit Beginn dieses Jahres legten die beiden Geschäftsührer die Zukunft des Studios nun in neue Hände. „Mit dem neuen Führungsteam haben wir eine Lösung gefunden, die den Namen Bauer Studios in gewohnter Tradition bewahrt und mit neuen Ideen und Geschäftsfeldern bereichert“, erklärt Reiner Oppelland. Er und Eva Bauer-Oppelland begleiten den Wechsel noch mindestens ein Jahr mit ihrer Erfahrung und Insider-Wissen als Senior-Partner. Die drei neuen Geschäftsführer bringen Qualitäten und Visionen mit, die eine vielversprechende Weiterentwicklung des Unternehmens in Aussicht stellen.

Gleich nach seinem Studium als Diplomingenieur für Ton- und Bildtechnik in Düsseldorf trat Philipp Heck 2001 in die Bauer Studios ein. Der 40-jährige Tonmeister hat sich vorgenommen, weiterhin an den hochwertigen Audioaufnahmen in den Genres Jazz, Weltmusik und Blasmusik festzuhalten, denen das Studio seit Jahrzehnten sein hohes Renommee verdankt und von denen bereits etliche auf sein persönliches Konto gehen. Als Tochter  einer Musikerfamilie entschloss sich Bettina Bertók früh für ein Studium im Tonbereich und absolvierte in diesem Rahmen ein halbjähriges Praktikum bei den Bauer Studios. Nach ihrem Abschluss als Diplom-Tonmeisterin für audiovisuelle Medien studierte sie zusätzlich Betriebswirtschaft an der Universität Potsdam. Michael Thumm, der in Vaihingen/Enz aufwuchs, lernte den Studiobetrieb ebenfalls bei einem Praktikum als Studioassistent kennen, bevor es ihn zum Studium nach Potsdam zog. Seit 2012 arbeitet der 32-Jährige als freier Tonmeister und freut sich jetzt auf die erweiterten Möglichkeiten, die sowohl die ausgefeilte Technik als auch die bewährte Stammmannschaft der Bauer Studios für konstruktive Projektarbeit bieten.

Neben dem Ausbau zum kreativen Treffpunkt für Musik‐ und Medienschaffende werden die drei Tonmeister die Studios auch verstärkt für Fachkollegen öffnen. Ein Innovationsschwerpunkt wird die Umgestaltung des kleineren Aufnahmestudios in ein multifunktional nutzbares Mischstudio sein. „Wir planen eine Modernisierung mit digitaler Ausstattung, die sowohl Musikmischungen von Aufnahmen aus Studio 1 attraktiv macht als auch Tonpostproduktionen für Film und Fernsehen in großem Stil ermöglicht“, erklärt Bettina Bertók. Hintergrund dieses Vorhabens ist die gut aufgestellte Filmindustrie samt Filmförderung in Baden-Württemberg, die konträr zu den Postproduktionsangeboten im Land steht. Bertók und Thumm könnten mit ihrer Erfahrung im Filmton einen lukrativen Geschäftsbereich etablieren.

Nicht zuletzt liegt es dem jungen Team am Herzen, den großen Wissens‐ und Erfahrungsschatz der Bauer Studios stärker nach außen zu tragen und mit frischem  Wind auch neue, junge Künstlergenerationen von der Leistungsbreite des Unternehmens zu begeistern. „Insgesamt sollen alle Zukunftsstrategien darauf abzielen“, so Philipp Heck, „Bewahrenswertes zu erhalten und auszubauen sowie gleichzeitig neue Themenfelder zu bearbeiten. Jedenfalls ist es unser Ziel, die Erfolgsgeschichte der Bauer Studios fortzuschreiben.“