Keyboarder & Akkordeonist Arne Wiegand ist Tasten-Steuermann bei Santiano

Santiano, die Seemannsrocker aus Schleswig-Holstein, haben das Genre „Rock Shanty“ in Deutschland neu besetzt und erreichen mit ihrer Musik ein Millionen-Publikum. Der Vollblutmusiker Arne Wiegand ist als Keyboarder und Akkordeonist mit an Bord. Detlef Gödicke traf ihn im Bremer Dorint Parkhotel nach einem Live-Konzert.

Arne Wiegand ist als Keyboarder und Akkordeonist bei Santiano mit an Bord (Foto: Miklas Wrieden).

Wie sind Sie zu Santiano gekommen?

Der Produzent von Avantasia und Edguy, Sascha Paeth, spielt bei Avantasia auch Gitarre. Ich arbeite des öfteren in seinem Studio in Wolfsburg und hab’ auf Anfrage bei einem Gig ausgeholfen. Über den Kontakt in Wolfsburg bin ich dann auch zu Santiano gekommen. Bislang lief bei mir alles über Mundpropaganda, ich habe keine Internet-Seite, ging noch nicht hausieren, eigentlich war meine Karriere bislang überwiegend Zufall.

Und wie hat dieser Zufall funktioniert?

Pünktlich zum Ende meines Tonmeisterstudiums wurde ich angerufen, ob ich einen Tag später bei Santiano spielen könne, also keine 24 Stunden später.

Und warum ausgerechnet Sie?

Das lief über ein paar Ecken. Der Tourmanager von Santiano ist ein Freund von Sascha Paeth. Er hat Sascha angerufen und der hat mich angerufen. Kurios, ich war ja eigentlich noch gar nicht in der Szene, und mit dem Anruf ging es los.

Hatten Sie Zweifel, den Job anzunehmen?

Nein. Ich muss gestehen, dass ich zu der Zeit nicht mal ein Keyboard hatte und auch die Band nicht kannte. Ich wusste nicht, worauf ich mich da wirklich einlasse, aber ich wollte das einfach wissen!

Wie schlägt sonst Ihr musikalisches Herz?

Ich höre gern Zappa und Beethoven, ich höre vieles gerne. Gerade habe ich die Popmusik der 80er wieder für mich entdeckt, da gab es so hervorragende „Simple Beats“, die probiere ich dann am Schlagzeug. Jazz ist eher nicht so mein Ding, harmonisch allerdings sehr interessant.

Mit 34 Jahren sind Sie ein Multi-Instrumentalist mit abgeschlossenem Klavier- und Toningenieur-Studium. Wie darf man sich Ihr Studio vorstellen?


Ein kleiner Regie-Arbeitsplatz, kein Aufnahmeraum, ich kann zu Hause schneiden, mischen, mastern, auch Gesangsaufnahmen sind möglich. Ich wohne in einer kleinen Butze ohne Nachbarn, da kann ich auch mitten in der Nacht Krach machen, für eine Orchester-Aufnahme fehlt allerdings der Platz.

Was für Tasteninstrumente spielen Sie?

Das meiste mache ich über meinen Rechner mit vielen Plug-in-Sounds. Dazu verwende ein Korg SP-170 und ein Alesis Q-49 Masterkeyboard, nur Tasten und USB-MIDI als Ausgangssignal. Beides benutze ich auch live bei Santiano. Das kleine Masterkeyboard muss ich des Öfteren wechseln, weil die USB-Buchsen „on the road“ anfällig sind.

Von Ihren Keyboards gehen Sie auch live in den Computer?

Ja, ich benutze Ableton Live, darüber steuere ich die Sounds in meinem Rechner, das funktioniert bestens.

Welche Sounds verwenden Sie bei Santiano?

Hauptsächlich die Sounds und Samples aus dem Nexus-Sampler; für Klavier oder Orgeln nehme ich gern den Kontakt-Sampler von Native Instruments. Die Computersounds gehen dann über ein MOTU Ultralite MK3 zum FOH, zweimal zwei Audio-Kanäle von der oberen und der unteren Tastatur getrennt, die Layer-Sounds mische ich selbst in Ableton Live.

Bekommen Sie für das Sounddesign klare Anweisungen?

Eigentlich bin ich da frei, aber ich bekomme die CD-Aufnahmen zum Raushören geschickt und kenne natürlich die Sounds, die benutzt worden sind. Zum Teil spiele ich ja die Keyboard-Tracks auch selbst ein. Falls ich eine Frage habe, spreche ich das mit den Produzenten ab.

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