Kopfhörer der Fostex TR-Serie im Test: Dynamischer Klangcharakter

Fostex zielt mit den Kopfhörern seiner TR-Serie besonders auf anspruchs­volle Anwender. Um diesen gerecht zu werden, setzt man auf Komfort und klangliche Präzision. Wie gut das gelingt, haben wir ausprobiert.

Sechs Kopfhörer finden sich in der neu entwickelten TR-Serie von Fostex. Dabei werden drei verschiedene Bauformen – nämlich offen, geschlossen und halboffen – sowie jeweils 250- und 80-Ohm-Varianten angeboten. Der Hersteller hat nach eigenem Bekunden anspruchsvolle Anwender im Blick und will diesen ein besonderes Klangerlebnis bieten.

Outfit

Im Lieferumfang finden sich neben dem Hörer zwei abnehmbare Kabel in gerader und spiralförmiger Ausführung, ein Klinkenadapter, eine Tasche zur Aufbewahrung aus Kunstleder sowie dünnere Ohrpolster. Solche Ausstattung gehört in der aufgerufenen Preisklasse um 260 Euro zum Standard. Über diesen Standard hinaus geht die TR-Serie jedoch in Sachen Tragekomfort.

Der Hörer sitzt bequem auf dem Kopf. Manchen Anwendern mag es fast zu locker sein, doch selbst die geschlossene Variante lässt sich so über mehrere Stunden angenehm tragen. Das offene Modell ist durch die Luftzirkulation noch eine Spur bequemer. Federleicht fühlt sich der Hörer jedenfalls immer an. Dabei sind die TR-Modelle mit ihren jeweils rund 300 Gramm genau dieses nicht unbedingt – es gibt da durchaus leichtere Kontrahenten.

Auch das Design deutet in die Groß-und-Schwer-Richtung: Mit den extradicken Ohrpolstern wirken die Hörer ziemlich voluminös. Die Polster bieten aber genügend Platz für die Ohren, was dem Tragegefühl entgegenkommt. Die Slider-Bars, mithilfe derer die Muscheln eingestellt und verschoben werden können, will Fostex in Anlehnung an die Design-Elemente der langen Geschichte der RP-Serie verstanden wissen. Sie erinnern an die Ästhetik vergangener Zeiten, ohne verstaubt zu wirken.

Praxis

Im (Home-)Studio bestimmt der Einsatzzweck die Bauform: Fürs Mixing und Mastering eignen sich eher offene, in Aufnahmesituationen wegen geringerer Geräuschentwicklung besser geschlossene Kopfhörer. Dieser Richtlinie entspricht auch die TR-Serie. Die relativ schwache Dämmung von Umgebungsgeräuschen des TR80 lässt befürchten, dass zumindest bei höheren Monitor-Lautstärken vergleichsweise viel Spill ins Mikrofon dringt. Erstaunlicherweise ist das aber nicht der Fall.

Beim Üben am Digitalpiano oder Keyboard geht’s eher in die andere Richtung: Geschlossene Hörer sind da oft interessanter, um die Mitbewohner – vielleicht sogar im selben Zimmer – vor den eigenen Übe-Versuchen zu verschonen. Wer längere Übe-Sessions absolviert und nicht ganz so isoliert im Raum sitzen will, sollte dagegen zum halboffenen Modell greifen.

Alle drei TR-Kopfhörer bieten mit ihren neu entwickelten Treibern laut Hersteller einen Frequenzgang von 5 bis 35.000 Hz. Sie klingen neutral und linear – unaufgeregt angenehm. Die Kopfhörer produzieren keine erdrückenden Tiefmitten, wodurch sich ein ehrliches Klangbild ergibt, mit dem sich Mixing-Fehler schnell identifizieren lassen. Am Digitalpiano wird man nicht durch unnatürliche Bassfülle erschlagen. Die Panorama-Darstellung ist exakt und definiert, die TR-Modelle liefern ein ausgeglichenes und breites Stereobild.

Der Klang des offenen TR70 lässt sich als etwas weniger intim als der des geschlossenen TR80 beschreiben. Dafür wirkt er luftiger und etwas breiter. Der halboffene TR90 wiederum ist ein klanglicher Kompromiss dieser beiden Welten. Es dürfte jedoch je nach Zweck zielführender sein, sich zwischen offener und geschlossener Variante zu entscheiden, als den Kompromiss einzugehen.

Fazit

Die dynamischen Kopfhörer aus Fostex’ neuer TR-Serie überzeugen in der Praxis durch einen differenzierten, dynamischen Klang und hohen Tragekomfort. Die Kopfhörer eignen sich für alle, die längere Sessions mit Kopfhörer bestreiten möchten – zumal der Sound der Fostex-Modelle ohnehin stundenlanges Vergnügen bereitet.

Wertung

+ Angenehmer Tragekomfort

+ Verschiedene Ohm-Varianten

+ Neutraler, natürlicher Klang