Leonard Cohen ist tot: Trauer um einen großen Musikpoeten

Die Musikwelt hat wieder einmal einen Großen verloren: Am 10. November 2016 starb der kanadischer Singer-Songwriter, Dichter und Schriftsteller Leonard Cohen im Alter von 82 Jahren in Los Angeles.

Leonard Cohen
Am 10. November 2016 starb der Singer-Songwriter, Dichter und Schriftsteller Leonard Cohen, der in seiner langen Karriere mit seinen poetischen Texten und seiner Musik, viele Musiker beeinflusst hat. (Foto: Sony Music)

Mit seinen meisterhaften Werken als Songwriter, Musiker, Dichter, Schriftsteller und bildender Künstler berührte und inspirierte Leonard Cohen in seiner sechs Jahrzehnte andauernden Karriere Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Sein Umgang mit spirituellen, zwischenmenschlichen, romantischen und politischen Themen beeinflusste unzählige Musiker und Schriftsteller. Seine Alben verkauften sich weltweit mehr als zwanzig Millionen Mal und er veröffentlichte etliche Bücher. Nun starb er im Alter von 82 Jahren in seiner Wahlheimat Kalifornien, in Los Angeles.

Mit 13 lernte er Gitarre spielen, um nach eigenen Angaben ein Mädchen zu beeindrucken. Kurz darauf hatte er schon kleinere Auftritte in Cafés. Mit 17 spielte er als Student an der McGill University in einer dreiköpfigen Country-Folk-Band namens Buckskin Boys. Die Musik spielte für Leonard Cohen zunächst aber eine untergeordnete Rolle, er verstand sich mehr als Schriftsteller und Poet. 1967 startete er dann in New York eine Karriere als Folksänger und Songwriter. Zu dieser Zeit hatte die US-Folksängerin Judy Collins bereits erfolgreich Texte von ihm interpretiert, darunter Suzanne. Schon mit seinem zweiten Album „Songs from a Room“ (1969) erzielte vor allem in Europa hohe Verkaufszahlen und etablierte sich rasch als erfolgreicher Musiker. In den 1990 zog er sich in ein buddhistisches Kloster zurück, trat jedoch 2001 sein musikalisches Comeback an. In den deutschen Single-Charts gelang Cohen mit Lover Lover Lover nur ein Top-Ten-Hit (1974), seine Alben waren dagegen auch in Deutschland immer sehr erfolgreich.

Cohens Einfluss auf die Welt der Musik und des Theaters ist nicht zu unterschätzen. Als er 2008 in die „Rock and Roll Hall Of Fame“ aufgenommen wurde, bezeichnete ihn Lou Reed als „einflussreichsten Songwriter auf der höchsten Stufe“. Seine Lieder wurden von Hunderten von Musikern gecovert, darunter Jeff Buckley, Bob Dylan, Nina Simone, Johnny Cash, Lou Reed, Tori Amos, Nick Cave, Joan Baez, Harry Belafonte und Rufus Wainwright. Tribute-Alben zu seinen Ehren erschienen in Frankreich, Norwegen, Kanada, Spanien, Schweden, der Tschechischen Republik, Südafrika und den Vereinigten Staaten. 2008 wurde sein Klassiker „Hallelujah“ zur am schnellsten verkaufenden Download-Single der europäischen Musikgeschichte, als drei verschiedene Versionen des Songs gleichzeitig in den britischen Singlecharts rangierten – Cohens Original, Jeff Buckleys berühmte Interpretation sowie eine neue Version der „X Factor“-Siegerin Alexandra Burke. Darüber hinaus fanden Cohens Songs Verwendung in zahlreichen Filmen und TV-Serien, so z.B. in „Watchmen“, „Die Passion Christi“, „Natural Born Killers“, „Die Wonder Boys“, „Pump Up The Volume“, „Secretary“, „The West Wing“ und „The O.C.“.

Leonard Cohen wurde im Jahr 2010 mit einem „Lifetime Achievement Grammy“ ausgezeichnet, 2008 in die „Rock and Roll Hall Of Fame“ aufgenommen, 2010 folgte die Aufnahme in die „Songwriters Hall Of Fame“, 2006 in die „Canadian Music Hall Of Fame“ und die „Canadian Songwriters Hall of Fame“. 2011 erhielt er den renommierten „Prinz von Asturien“-Preis, die höchste Literatur-Auszeichnung in Spanien, sowie den kanadischen „Glenn Gould Prize“, der an Menschen verliehen wird, die durch ihre Kunst das menschliche Dasein auf einzigartige Art und Weise bereichern. Darüber hinaus wurde er mit den  höchsten zivilen Ehren seiner Heimat ausgezeichnet – seit 1991 darf sich Leonard Cohen „Officer of the Order of Canada“ nennen, seit 2003 „Companion to the Order of Canada“, und 2008 wurde er in den Stand eines „Grand Officer of the National Order of Quebec“ erhoben. Im Jahr 2015 erhielt Leonhard Cohen für sein musikalisches Gesamtwerk die so genannte Nachtigall, den Lebensleistungs-Preis der deutschen Schallplattenkritik. Mehrfach gewann er den renommierten Juno Award in seinem Heimatland Kanada; zuletzt den 2013 Juno Award in den Kategorien „Songwriter of the Year“ und „Artist of the Year“. Sein Album Popular Problems gewann den 2015er Juno Award „Album of the Year“.