Lust auf Piano: Profi-Keyboarder Gero Körner spielt das Stagepiano Nord Stage

Der Wahlkölner Gero Körner nutzt ein Stagepiano auf der Bühne und im Studio. Wenn Platz oder Budget für Flügel und Hammondorgel fehlen, ist das für ihn die ideale Alternative. Sein Nord Stage schätzt er als professionelles Bühnenwerkzeug.

Gero Körner
Gero Körner: „Die neuen Hammond-Sounds sind eine enorme Verbesserung.“ (Foto: Claudio Kalex)

Der Keyboarder Gero Körner, 39 Jahre, ist in vielen Musikstilen zu Hause. „Ich unterscheide weder als Musiker noch als Hörer zwischen Stilen. Ich mag Musik, die optimistisch, positiv und energetisch ist, die mich anregt und motiviert. Dabei ist es mir egal, ob es sich um Schlager, Avantgarde-Jazz, Rock oder eine Sinfonie handelt.“ Seit seinem fünften Lebensjahr spielt er täglich Klavier. Schon als Jugendlicher überzeugte er sowohl als Klassik-Pianist bei „Jugend musiziert“, als auch beim „Jugend-jazzt“-Wettbewerb. Dass er die Musik zum Beruf machen würde, war dann keine Frage mehr und eine Entscheidung, die er nicht bereut: „Ich bin sehr dankbar und glücklich darüber, mich als Berufsmusiker in die Gesellschaft einzubringen. Schließlich ist Musik ein wichtiger emotionaler Faktor für viele Menschen.“

Dazu studierte er an der Hochschule für Musik in Köln bei Frank Chastenier und Prof. John Taylor Jazz-Klavier und absolvierte parallel dazu eine klassische Klavierausbildung bei Prof. Valeri Minenkov. Zusätzlich sammelte er weitere Erfahrungen in Workshops und Meisterkursen. „Allerdings habe ich auch viel durch Ausprobieren oder auf autodidak­tischem Weg gelernt. Viele Dinge kann man nur durch eigene Erfahrung erlernen, insofern lernt man ja nie aus“.

Nach seinem Jazz-Studium an der Musikhochschule Köln trat er mit der Jazz-Legende Gunter Hampel auf, wirkte als Musical Director der Popgruppe Wonderwall und erforschte mit der Gruppe Rufus Zuphall die Gefilde des Progressive Rock. Seitdem ist er ein viel gefragter Sideman für Künstler aller Sparten, von Ute Lemper bis Markus Stockhausen. Als Hammond-Organist spielte er mit der Sängerin Soleil Niklasson das viel beachtete Souljazz-Album „Truth“ ein und erarbeitet sich derzeit ein Ragtime-Programm mit dem Titel „Rags&Roots“. 2016 wird die CD „Duke’s Place“ erscheinen, bei der Körner als Teil des Ellington-Trios mitwirkt.

Einer für (fast) alles

Bei der Wahl eines passenden Bühneninstruments war entscheidend, dass möglichst mit einem Instrument die unterschiedlichsten musikalischen Genres und Konstellationen live und im Studio abgedeckt werden können. „Hauptsächlich spiele ich in Bands oder größeren Besetzungen, ich bereite allerdings gerade auch ein Solo-Programm mit Stride-Piano und Ragtimes vor.“ Ob also Klassik, Jazz, Swing, Avantgarde, Rock oder Soul, mit dem Nord Stage hat Körner ein Instrument gefunden, mit dem er alle benötigten Sounds zur Verfügung hat, wobei er hauptsächlich die Piano- und Organ-Sections, manchmal auch in Kombination und mit Effekten verwendet.

MIDI-Funktionen spielen für ihn eine untergeordnete Rolle. „Mittlerweile brauche ich die eigentlich nur noch beim Recording, allerdings spiele ich auch da lieber gleich Audio-Spuren ein.“ Auch die Synthesizer-Sektion seines neuen Nord Stage 2 EX macht ihm viel Spaß, wenngleich sie bei seinen Musikprojekten seltener gefragt ist.

Spezialist für Vintage-Sounds

Fender Rhodes, Wurlitzer und Clavinet stehen heute wieder hoch im Kurs. Auch bei Geros musikalischen Projekten sind dies tragende Sounds. Daher war es ihm wichtig, diese Klänge möglichst originalgetreu reproduzieren zu können. „Aus meiner Sicht vereint das Nord Stage in idealer Weise alle klas­sischen Keyboard-Instrumente inklusive der passenden Effekte in einem Gerät“. Er lobt neben dem Spielgefühl auch die intuitive und spontane Bedienbarkeit, die das Instrument von vielen Mitbewerbern abhebt. Außerdem benötigt er auch keinerlei zusätzliche Peripherie. „Die eingebauten Effekte klingen überwiegend gut, und sie sind einfach zu bedienen“.

Als anspruchsvoller Pianist legt er Wert auf eine hervorragende Tastatur. Körner ist sich aber bewusst, dass man bei einem Stagepiano Kompromisse machen muss. „Ich halte die 88-Tasten-Klaviatur des Nord Stage für besonders gelungen, weil sie für anspruchsvolle Klavierpassagen noch genug Gewichtung hat, man aber auch Clavinet und Orgel-Slides spielen kann.“ Das war für ihn auch neben den Vintage-Sounds einer der Hauptgründe, das Instrument zu kaufen, wenngleich er natürlich auch andere Marken schätzt. „Ich habe vorher ein Roland RD-700 Stagepiano gespielt, da ich allgemein ein Fan des Roland-Sounds bin“. Auch die E-Pianos von Yamaha sagen ihm in punkto Tastatur und Sound eigentlich mehr zu als das Nord Stage. Fazit: „Würde ich nur einen Piano-Sound benötigen, würde ich eher Roland oder Yamaha bevorzugen.“ Der Preis hingegen war für ihn nie das entscheidende Kaufkriterium.

Gute Alternative zu den Originalen

Gero Körner macht kein Hehl daraus, dass die akustischen Originale traditioneller Tasteninstrumente wie Flügel, Fender Rhodes, Clavinet, Hammond-Orgel oder auch mancher Analogsynth für ihn ein besonderes Flair besitzen. Sein Stagepiano sieht er als professionelles Bühnenwerkzeug, an dem er sich beim Spielen wohl fühlt und das sich sehr intuitiv bedienen lässt. Er lobt auch die stetige Weiterentwicklung der Modellserien. „Die neuen Hammond-Sounds stellen eine enorme Verbesserung dar, und die hervorragenden Samples in der Synth-Section machen das Instrument unterm Strich noch viel flexibler.“

Verbesserungswürdig seien aber noch die Pianosounds: „Sie funktionieren auf der Bühne zwar teilweise hervorragend, klingen aber über Kopfhörer im Vergleich zu reinen Digitalpianos der Spitzenklasse eher flach.“ Auch beim Choruseffekt sieht er als gestandener Analogfan, der die klassischen Originale auch gerne im Studio einsetzt, noch Optimierungsbedarf: „Der Klang wirkt eher indirekt, anstatt Wärme und Dichte zu erzeugen“, resümiert Körner. Ein Stagepiano kann also nicht alle gewünschten Sounds und Effekte immer mit hundertprozentiger Perfektion abbilden. Dennoch stellt das Nord Stage für ihn persönlich nach wie vor die bestmögliche Wahl dar. „Ich habe kürzlich mein Nord Stage 88 EX durch das neue Nord Stage 2 EX 88 ersetzt“, blickt Körner zurück, „und bin auch mit dem Ins­trument mehr als zufrieden“.