Lust auf Piano: Technik-Tipps für den Instrumentenkauf

Akustik-, Digital- oder Hybridpiano? Wer Klavier spielen will, als Tasten-Neuling oder Wiedereinsteiger, findet diverse Piano-Grundtypen im Markt. Wir geben Orientierungshilfen für den Kauf.

Klavierspielen ist der Traum vieler Menschen, der sich durch unterschiedliche Instrumententypen in allen Preisklassen realisieren lässt. (Foto: Shutterstock)

Lust auf Klavierspielen? Aber sicher. Die Frage ist nur: mit welchem Instrument? Zur Wahl stehen akustische und digitale Pianos, ergänzt durch Hybrid-Modelle, die das Beste aus beiden Welten vereinen wollen. In diesem Special erklären wir Ihnen, wie Sie zu einer Kaufentscheidung kommen, die Sie auch in ein paar Jahren nicht bereuen müssen. Einleitend skizzieren wir die zur Wahl stehenden Instrumentengattungen, auf den nächsten Seiten widmen wir uns dann ausführlich den technischen Details.

Flügel (akustisch): Die Königsklasse der Akustikpianos repräsentiert der Flügel, den es in verschiedenen Größen (Längen) gibt: Stutzflügel (ca. 140 bis 180 cm), Salonflügel (ca. 180 bis 210 cm), Halbkonzertflügel (ca. 210 bis 240 cm) und Konzertflügel (ca. 240 bis über 300 cm). Je nach Größe wiegt ein Flügel etwa zwischen 300 und 700 kg. Nicht weniger als 230 Saiten, von Hämmern angeschlagen, sind bei einem Konzertflügel für die Klang­erzeugung zuständig.

Klavier (akustisch): Bei einem Klavier (englisch: Upright Piano) sind die Saiten nicht liegend wie
einem Flügel, sondern im Gehäuse stehend angebracht. Dies bedingt eine andere Konstruktion des Spielwerks, bestehend aus Tasten, Federn, Zungen, Stößeln, Dämpfern und Hämmern, was sich auch in einem anderen Spielgefühl niederschlägt. So fehlt bei der Klaviertastatur etwa der typische „Druckpunkt“, der beim Flügel je nach Einstellung mehr oder weniger deutlich zu spüren ist.

Hybridpiano (akustisch / digital): Der Begriff wurde ursprünglich für ein akustisches Piano (Klavier/Flügel) mit zusätzlicher digitaler Klangerzeugung gebraucht, z.B. Yamaha Silent oder Kawai Anytime. Hier lassen sich die Hämmer durch eine Abfangleiste von den Saiten entkoppeln. Das akustische Klavier wird damit stumm geschaltet, und man kann dank digitaler Klangerzeugung lautlos über Kopf­hörer spielen. Bei den Systemen Kawai ATX2-F und Yamaha TransAcoustic hat man zudem die Option, den digitalen Klang mittels Transducer-System über den Resonanzboden hörbar zu machen. Als Hybridpianos bezeichnen Hersteller heute auch Premium-Digitalpianos mit weitgehend authentischer Klavier- oder Flügeltastatur. Beispiele: Yamaha NU1 oder Casio Celviano Grand Hybrid.

Homepiano: Bezeichnet ein Digitalpiano mit fest montiertem Standgehäuse aus Holz oder furnierten Faserplatten. In einem solchen Gehäuse lässt sich ein komplexes Verstärkungssystem mit mehr als zwei Stereolautsprechern unterbringen. Einige Modelle, etwa von Kawai, besitzen auch einen Resonanz­boden, der mittels Transducer zum Schwingen angeregt wird und so die Lautsprecher ganz oder zum Teil ersetzt. Homepianos gibt es als Klavier-(Upright-)Modelle oder als Flügel, zum Teil auch mit integrierter Begleitautomatik – dann spricht man von Ensemble-Piano.

Kompaktpiano: Es hat zwar ein Standgehäuse, meist aber keine oder eine nur rudimentär ausgeprägte Rückwand. Die (Stereo-)Lautsprecher sind hier immer im Spieltisch integriert. Kompaktpianos sind leichter als Homepianos und lassen sich deshalb einfacher transportieren.
Portable Piano (digital): Dieser Instrumententyp schlägt die Brücke zwischen Bühnen- und Heim­instrument. Elektronik und Lautsprecher sind in einem Gehäuse untergebracht, das man entweder auf einem Tisch, Keyboardständer oder optional erhältlichen Unterbau nach Maß platziert.

Stagepiano: Vom typischen Portable Piano unterscheidet sich das Stagepiano häufig durch eine robuste (Stahlblech-)Konstruktion, um im harten Live-Betrieb bestehen zu können. Auf interne Lautsprecher wird meistens verzichtet. Andererseits ist eine erhöhte Flexibilität gefordert, was Sound-Kombinationen und Masterkeyboard-Fähigkeiten (Tastatursplits etc.) anbelangt. Die Grenzen zur Synthesizer-Workstation mit 88 Tasten sind hier fließend.

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