Nachwuchsorganist Simon Oslender startet durch

Simon Oslender gilt derzeit als eines der größten deutschen Nachwuchstalente an der Hammondorgel. Mit gerade einmal 17 Jahren hat er schon mit der WDR-Bigband und vielen weiteren Größen aus Jazz und Blues gespielt.

Simon Oslender gilt derzeit als eines der größten deutschen Nachwuchstalente an der Hammondorgel. (Foto: Gerhard Richter)

Der erst 17-jährige Aachener Simon Oslender wird derzeit als die neue Sensation an der Hammondorgel gefeiert und bestreitet trotz Abiturstress zahlreiche Auftritte im In- und Ausland. Glücklicherweise verkraftet er den Rummel gut, wie sich in unserem Gespräch nach seinem Konzert mit der Gruppe „Pimpy Panda“ in der Mülheimer Sol-Kulturbar gezeigt hat. Vor mir steht ein erfrischend normaler angehender Abiturient, abgesehen von der Tatsache, dass er mit einem schweren und unhandlichen Musikinstrumenten-Ungetüm über die Bühnen Deutschlands und der Niederlande tourt.

Dass Simon spezielle musikalische Vorlieben entwickeln würde, muss sich für seine Eltern spätestens dann abgezeichnet haben, als er sich zum dritten Geburtstag eine eigene Bassdrum wünschte. Schon früh war er vom Drumset seines Vaters fasziniert. Nachdem er schon mit zwei Jahren die Kochuten­silien seiner Großmutter rhythmisch traktiert hatte, sollte nun ein professionelles Instrument her. Der Hang zum Drumset ist ihm übrigens bis heute geblieben – und auch sein großes Vorbild Dr. Lonnie Smith ist nicht nur Hammondorganist, sondern auch ein veritabler Schlagzeuger.

Früh inspiriert durch John Mayall

Was einen dazu bringt, sich ausgerechnet die Hammond als Musikinstrument auszusuchen, ist die unvermeidliche Einstiegsfrage, die Oslender ebenso ausführlich wie routiniert mit einem Schlüssel­erlebnis aus seiner Kindheit beantwortet: „Mit acht Jahren habe ich eine Platte von John Mayall and the Bluesbreakers in die Finger bekommen. Der Sound des Organisten Tom Canning hat mich sofort fasziniert.“ Folgerichtig kam dann das erste kleine Yamaha-Keyboard ins Haus, dem Simon aber hauptsächlich hammondähnliche Sounds entlocken wollte. Den ersten klassischen Unterricht bekam er dann passenderweise von der örtlichen Organistin. Seine klassische Ausbildung setzt er übrigens immer noch fort – nicht, um im Klassikbetrieb aktiv zu werden, sondern eher, um sein Spiel in einer soliden klassischen Technik zu verankern.

2009 bekam er die Chance, mit seiner ersten Bigband, den Vitzkids, in Maastricht zu spielen, woraus sich auch der Kontakt zu seinem ersten Jazzpiano-Lehrer ergab, Stefan Michalke. Später führte er die Jazzausbildung bei Frank Chastenier weiter, dem Pianisten und Organisten der WDR-Bigband. „Frank Chastenier ist für mich mehr als nur ein Lehrer, er ist auch mein Mentor, und wir haben ein tolles menschliches Verhältnis“, erzählt der Musiker. Ebenso wie Chastenier ist auch Oslender einer, der auf äußerliche Effekthascherei verzichtet und ganz allein durch sein Spiel überzeugen will. Zusätzlich besucht er Workshops bei renommierten Musikern wie Georgie Fame und dem Pianisten Brad Mehldau.

Aus der Vitzkids-Band in Maastricht ergab sich auch der Kontakt zu dem ebenfalls jungen Schlagzeuger Jérome Cardinaals: „Er war der einzige dort, der auch deutsch sprechen konnte, und so kamen wir schnell ins Gespräch“. Mit Cardinaals, den Oslender auch als „musikalischen Seelenverwandten“ bezeichnet, spielt Oslender im Duo Twogether, das 2010 in Amsterdam beim Nachwuchswettbewerb „Prinses Christina Concours“ drei Preise holte. Danach hagelte es Konzertanfragen und Einladungen, vorwiegend in Deutschland und den Niederlanden. Im Mai dieses Jahres erschien die Together-Debut-CD „50/50“, auf der auch der Gitarrist Bruno Müller zu hören ist, der als regelmäßiger Gastmusiker bei den Konzerten mitwirkt.

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