Online-Werkzeuge für Musiker: Musiker in der Cloud

Songs schreiben, aufnehmen, mit anderen Musikern jammen und sich austauschen – alles Tätigkeiten, für die man normalerweise einen Probenraum oder ein Studio braucht. Doch dank schneller Internet-Anbindung und leistungsfähiger Software muss man heutzutage nicht mehr das Haus verlassen, wenn man den nächsten Hit aufnehmen will. Wie das geht, erfahren Sie in diesem Workshop.

Online-Werkzeuge für Musiker
(Foto: Oliver Karl, www.oliverkarl.com)

Bilder und Videos mit der ganzen Welt teilen, Musik und Filme direkt nach Hause streamen, Video-Chats mit Freunden über das Handy führen – was zu Beginn dieses Jahrtausends noch wie Szenen aus einem Science-Fiction-Film klang, ist heutzutage längst Realität. Umso erstaunlicher, dass ausgerechnet die Musikindustrie der techno­logischen Entwicklung spürbar hinterherhinkt. Egal ob DAW-Hersteller, Studios oder Musiker selbst, beim Thema Internet trifft man häufig auf Desinteresse, ja sogar Ablehnung. Zu Unrecht, denn mit einer anständigen Internet-Verbindung und ein wenig Einfallsreichtum können sowohl junge Bands als auch alte Studio-Veteranen enorm von den heutigen technischen Möglichkeiten profitieren.

Welche Möglichkeiten sich bieten

Erster Punkt auf der Liste ist die Datensicherung. Die meisten machen sich darüber erst dann Ge­danken, wenn es zu spät ist und die Festplatte nur noch leise röchelt. Ist der Schmerz über den Verlust sämtlicher Songs und Projekte der letzten zehn Jahre irgendwann abgeklungen, überkommt viele ein trügerischer Aktionismus. Das führt dann meist zu einem Besuch beim örtlichen Hardware-Händler und dem Kauf eines externen USB-Datenträgers oder ein bis zwei Festplatten. Das Problem ist damit in den seltensten Fällen gelöst, denn der Großteil vergisst nach ein paar Wochen eh wieder, wichtige Daten regelmäßig auf die nagelneue Sicherungs-Platte zu kopieren.

Einfacher geht Datensicherung heutzutage mit Cloud-Speichern wie Dropbox, One Drive, Google Drive oder Box, um nur einige der größten Dienstleister zu nennen. Bei den genannten Anbietern bekommt man nach erfolgreicher Anmeldung ein paar Gigabyte an kostenlosem Online-Speicher und kann sich anschließend einen Software-Client herunterladen, der die Synchronisation der Dateien mit dem Cloud-Speicher automatisch erledigt. Es empfiehlt sich, diesen Client zu benutzen, da Sie sonst Ihre Daten selber per Webbrowser abgleichen und in die Cloud laden müssen, was ziemlich mühsam und zeitaufwendig ist.

Wenn Sie den Client installieren, wird ein Ordner auf Ihrer Festplatte erstellt, der fortan automatisch mit der Cloud synchronisiert wird. An dieser Stelle ein wichtiger Tipp: Haben Sie mehrere Festplatten, sollten Sie diesen Ordner aus Performance-Gründen nicht auf der Festplatte anlegen, auf der sich das Betriebssystem befindet. Bei jedem Start des Clients werden sämtliche Dateien in Ihrem Ordner mit den Dateien in der Cloud verglichen und gegebenenfalls synchronisiert. Je nachdem, wie viele Daten Sie in der Cloud aufbewahren oder ob seit dem letzten Start neue hinzugekommen sind, dauert die Synchronisation schon mal ein paar Minuten. Während dieser Zeit ist der Schreib- und Lesevorgang der Festplatte eingeschränkt, so dass es zu spür­baren Verzögerungen beim Start von anderen Programmen kommen kann. Wir empfehlen daher, die Daten auf einer zweiten Festplatte zu lagern und genau dort auch den Ordner für die Synchronisation zu erstellen.

Google Drive
Mit dem Client (hier: Google Drive) können Sie die Synchronisation Ihrer Daten mit der Cloud automatisieren. Häufig können Sie bestimmen, welcher Unterordner manuell von Ihnen oder automatisch vom Client mit der Cloud abgeglichen wird.

Nach der Installation des Clients kopieren Sie alle Songs, Bilder, Samples, Projekte oder sonstige Daten, die Sie in der Cloud sichern wollen, in den Ordner. Der anschließende Upload-Vorgang kann je nach Internetverbindung und Umfang der Daten schon mal ein paar Tage dauern. Dabei ist es egal, ob Sie zwischendurch Ihren Rechner ausschalten. Nach jedem Neustart vergleicht der Client den Ordner mit der Cloud und macht da weiter, wo er aufgehört hat. Fast alle großen Cloud-Dienste bieten neben dem Zugang per Webbrowser auch spezielle Apps für Smartphones und Tablets, mit denen Sie Dateien unterwegs in die Cloud kopieren können. Diese Dateien werden bei der nächsten Synchronisation auch in den Ordner auf Ihren Rechner heruntergeladen.

Der praktische Nutzen von Cloud-Speichern geht damit weit über die Datensicherung hinaus und macht sie interessant für Musiker und Bands. Sie arbeiten an einer Song-Idee und wollen Ihren Sänger vor der nächsten Bandprobe schon mal reinhören lassen? Kein Problem! Laden Sie das Stück einfach auf Ihren Cloud-Speicher und schicken dem Sänger einen Download-Link. Oder Sie treffen sich bei ihm, arbeiten die Idee gemeinsam aus und nehmen den neuen Hit kurzerhand mit dem Handy auf. Die Datei schieben Sie auf dem Heimweg per Handy-App in die Cloud, laden sie zu Hause automatisch mit dem Client auf den Rechner und fügen in der DAW noch weitere Instrumente wie Klavier und Streicher hinzu. Bei der anschließenden Bandprobe präsentieren Sie dem Rest der Truppe eine ausgearbeitete Version des neuen Songs inklusive Gesangslinien und können dann zusammen noch an den Details feilen.

Cloudspeicher
Es gibt mittlerweile Dutzende Anbieter, die kostengünstigen oder kostenlosen Cloudspeicher ­anbieten. Doch nicht jeder Cloudspeicher unterstützt den Austausch und die Freigabe von Musikdateien, was ihn für Bands und Studios unbrauchbar macht.

Sie können das Ganze auch auf die Spitze treiben, indem Sie das gesamte Songwriting komplett in die Cloud auslagern. Das ist gerade bei solchen Bands von Vorteil, die aufgrund von Job oder großer Entfernung nur selten miteinander proben können. Bei den meisten Cloud-Speichern müssen Sie dazu nur einen Ordner für die Bandkollegen freigeben, anschließend können alle auf die darin gespeicherten Dateien zugreifen oder neue hinzufügen. Arbeiten alle mit der gleichen DAW, ist es überhaupt kein Problem, den kompletten Projektordner eines Songs mit allen Dateien in die Cloud zu laden und freizugeben. Aufpassen muss man allerdings, wenn jemand Daten entfernt und alle den Projektordner automatisch mit dem Rechner synchronisieren. Beispiel: Der Sänger arbeitet zu Hause an den Gesangsspuren zu einem neuen Song und löscht die Gitarrenspur, weil sie ihm zu hektisch ist. Am nächsten Tag startet der Gitarrist seinen Rechner und erlebt eine böse Überraschung: Weil der Cloud-Speicher-Client die Dateien des Songs mit der aktuellen Version in der Cloud abgleicht, wird dabei auch die gelöschte Gitarrenspur entfernt. Beim Öffnen des Projekts kriegt der Gitarrist dann wahrscheinlich einen Herzinfarkt, weil natürlich sein perfekt aufgenommener Gitarrenpart verschwunden ist. Zwar bieten die meisten Cloud-Speicher eine Wiederherstellungsfunktion, doch darauf verlassen sollte man sich lieber nicht.

In unserer Tabelle haben wir die wichtigsten Anbieter von Cloud-Speicher für Sie aufgelistet. Dabei sollten Sie sich nicht von der Menge an kostenlosem Speicherplatz in die Irre führen lassen, denn bei den meisten Anbietern steht in den AGBs, dass sie Ihre Daten löschen dürfen, wenn Sie den Dienst längere Zeit nicht benutzen. Unser Tipp: Probieren Sie zunächst einmal alle aufgeführten Anbieter aus und nutzen dabei auch den Client, bevor Sie sich endgültig entscheiden.

Privat haben wir sehr gute Erfahrungen mit Dropbox gemacht. Beispielsweise lief die letzte CD-Produktion von der ersten Songidee bis hin zum Mastering komplett online in der Dropbox-Cloud ab. Da in der Band alle mit der gleichen DAW arbeiten (Cubase), haben wir von Anfang an sämtliche Projektdaten in der Cloud abgelegt, statt nur einzelne Aufnahmen miteinander zu teilen. So konnte jedes Bandmitglied zu jedem Zeitpunkt auf den kompletten Song zugreifen und Aufnahmen und Ideen hinzufügen, die dank der automatischen Synchroni­sation von allen anderen Bandmitgliedern sofort gesehen werden konnten.

Allerdings bekamen wir nach kurzer Zeit Probleme mit dem Speicherplatz, da miteinander geteilte Ordner vom Speicherplatz jedes Beteiligten abgezogen werden – und nicht nur vom Speicherplatz der Person, die einen Ordner freigibt. Wenn der Drummer also einen Ordner für Band-Aufnahmen bereitstellt, in dem sich fünf Gigabyte Daten befinden, und alle diesem Ordner beitreten, werden allen diese fünf Gigabyte vom Speicherplatz abgezogen. Bei zehn Gigabyte an freiem Speicherplatz kann es schnell eng werden – und Dropbox ist leider nicht billig, wenn man den Speicherplatz erweitern will.

Webbrowser-DAW Audiotool
Die Projektansicht der Webbrowser-DAW Audiotool macht Musikern Laune: Boden­treter, Kabel, Knöpfe zum Drehen – alles da, was man für die Arbeit braucht.

Das Thema Cloud-Speicher und das Aufnehmen und Austauschen von Daten über das Internet ist langsam auch bei den DAW-Entwicklern angekommen. Auf der NAMM 2015 im Januar hat Avid beispielsweise das neue Pro Tools First vorgestellt. Mit dieser auf Einsteiger zugeschnittenen Pro-Tools-Version führte Avid einen eigenen Cloud-Speicher ein, auf dem man bis zu drei Projekte abspeichern und von überall bearbeiten kann. Das Konzept wurde inzwischen auf weitere Avid-Produkte ausgeweitet. Steinberg hat schon seit längerer Zeit die Online-Recording-Lösung VST Connect im Angebot, mit der Sie Audiospuren über das Internet aufzeichnen können (siehe Kasten). Für die relativ junge DAW Bitwig Studio (www.bitwig.com) steht schon seit geraumer Zeit eine Netzwerk-Synchronisation zwischen mehreren Benutzern auf dem Entwicklungsplan, bei der ein Projekt auf allen angeschlossenen PCs kontinuierlich synchronisiert wird.
Umso spannender und innovativer sind Projekte, die das Thema Musikproduktion gleich komplett in den Webbrowser verlagern. Auf www.audiosauna.com kann man sich kostenlos die Beta-Version der relativ simplen Online-DAW Audiosauna anschauen – man muss nur auf den Button „Open“ klicken, der einem auf der Startseite ins Gesicht springt. Einen ungewöhnlichen Ansatz verfolgt dagegen Audiotool (www.audiotool.com): Effektgeräte, Mixer und Synthesizer können beliebig mit virtuellen Kabeln verbunden werden, um neue Sounds zu erschaffen. Das Projektfenster erinnert daher auch eher an das Foto eines typischen Proberaum-Fußbodens denn an eine herkömmliche DAW. Jede Menge Tutorials und eine eigene Wiki-Sektion erleichtern den Einstieg. Mittelfristig werden wohl alle DAW-Hersteller eigene Cloud-Lösungen anbieten – und sei es nur, um die Feature-Liste beim nächsten kostenpflichtigen Update zu erweitern. Als aktivem Musiker oder Studiobetreiber kann einem diese Entwicklung nur recht sein: Je weniger man sich mit der Verwaltung und Sicherung seiner Daten beschäftigen muss, desto mehr Zeit hat man für die Musik.

Cloud-Anbieter

Anbieter Google Drive Dropbox box Telekom Mediencenter OneDrive Amazon Cloud Drive
URL drive.google.com www.dropbox.com www.box.com mediencenter.telekom.de onedrive.live.com www.amazon.de/clouddrive
Kostenlos 15 GB 2 GB 10 GB 25 GB 15 GB 5 GB
100 GB für 1 Jahr 24 Euro 100 Euro (aber für 1000 GB) 96 Euro 120 Euro 24 Euro 40 Euro
Maximale Dateigröße beim Upload 10 GB 10 GB 250 MB 2 GB 2 GB 2 GB
Desktop-Client Ja Ja Ja Ja Ja Ja
Android/iOS-App Ja Ja Ja Ja Ja Ja
Geschwindigkeit (Up- und Download) Sehr gut Befriedigend Befriedigend Gut Ausreichend Befriedigend
Benutzerfreundlichkeit & Bedienung Gut Sehr Gut Gut Ausreichend Befriedigend Befriedigend
Geeignet für Cloud basiertes Songwriting Ja Ja Ja Nein Ja Nein
Mehrere User/Rechte-Verwaltung Ja Ja Ja Nein Ja Nein

 
 

Songwriting in der Cloud: Wie das mit der ganzen Band funktioniert

  1. Entscheiden Sie sich innerhalb der Band als erstes für einen Cloud-Dienst. Wir empfehlen Google Drive oder Dropbox. Melden Sie sich dort an und installieren Sie alle den Client.
  2. Für private Daten sollten Sie einen anderen Anbieter wählen, da es in den meisten AGBs ausdrücklich verboten ist, sich mehrere Accounts beim gleichen Dienst zu erstellen. Sie sollten hier nicht das Risiko eingehen, dass Ihre wertvollen Daten vom Anbieter gelöscht werden, weil Sie sich nicht an die Spielregeln gehalten haben. Obendrein funktionieren die Clients eh nur mit einem Account pro Rechner.
  3. Ernennen Sie einen Hauptverantwortlichen für den Cloud-Speicher – beispielsweise die Person, die sich bei Ihnen um die Band-Aufnahmen kümmert oder Ahnung von Computern hat.
  4. Diese Person kopiert dann sämtliche Songs, DAW-Projekte, Bilder und sonstige relevanten Daten in den Cloud-Ordner auf Ihrer Festplatte und lädt damit alles in die Cloud.
  5. Ist alles hochgeladen, lädt er alle anderen Bandmitglieder zu diesem Ordner ein und erteilt allen Vollzugriff. Wie Sie das für Ihren Cloud-Dienst machen, erfahren Sie normalerweise auf der Seite des Anbieters. Wichtig für alle anderen: Wenn Sie dem Ordner beitreten, wird der Inhalt des Ordners von Ihrem Speicherplatz abgezogen.
  6. Wenn Sie alle mit der gleichen DAW arbeiten, sollten Sie sich beim Songwriting auf die Plug-ins beschränken, die mit der DAW mitgeliefert werden. Es ergibt wenig Sinn, wenn der Bassist ein Projekt öffnet und kein Klavier hört, weil der Keyboarder sein neuestes Piano-Plug-in ausprobieren musste.
  7. Wenn Sie neue Parts für einen Song einspielen wollen, empfehlen wir Ihnen, den jeweiligen Projektordner an eine andere Stelle auf Ihrer Festplatte zu kopieren und nicht das Projekt direkt im Cloud-Ordner auf dem Computer zu bearbeiten. Falls Sie Parts mehrmals einspielen, werden sonst alle neuen Audiodaten in die Cloud geladen – auch die Takes, die Sie nicht brauchen, weil sie nicht gelungen sind. Arbeiten Sie einfach ganz normal in dem kopierten Ordner und löschen Sie nach Beenden Ihres Recordings sämtliche Audiodaten, die Sie nicht brauchen. Fast alle DAWs haben eine Funktion, unbenutzte Dateien aus dem Projektordner zu entfernen. Anschließend kopieren Sie den Ordner wieder zurück in den Cloud-Ordner und überschreiben dort sämtliche Daten. Der Client checkt dann automatisch, welche Daten neu sind, und lädt nur das in die Cloud, was Sie gerade aufgenommen oder verändert haben.

VST Connect Pro – online aufnehmen

VST Connect Pro – online aufnehmen

Mit Steinbergs VST Connect Pro kann man im lokalen Netzwerk oder über das Internet mit Musikern auf der ganzen Welt zusammenarbeiten und dabei bis zu 16 Audio-Spuren gleichzeitig aufnehmen, wobei Audiosignale mit bis zu 192 kHz unterstützt werden. Auch das Senden und Empfangen von MIDI-Daten ist möglich. Um andere Musiker aufzunehmen, müssen sich diese das kostenlose VST Connect Performer installieren und die geplante Aufnahme vorher natürlich entsprechend vorbereiten (zum Beispiel Mikrofone aufbauen und verkabeln). Cubase wird dabei nicht benötigt, der Vorgang läuft komplett innerhalb der VST-Connect-Plattform ab.

VST Connect Performer kann während des Aufnahmeprozesses von Connect Pro aus ferngesteuert werden, sodass sich der Musiker ganz auf sein Instrument konzentrieren kann. Kommuniziert wird per Live-Video-Chat, wie man es beispielsweise auch von Skype her kennt. Während der Aufnahme werden die Audio-Dateien ganz normal auf der Festplatte des VST-Performer-Users gespeichert, während beim Pro-User ein Stereo-Mix in Echtzeit wiedergegeben wird. Der Download der unkomprimierten und hochaufgelösten Audio-Dateien läuft im Hintergrund ab und wird bei einem Verbindungsabbruch automatisch fortgeführt.

Tipp für Cubase-User: In Cubase (ab Version 7 aufwärts) und Nuendo 6 ist eine abgespeckte Version von Connect Pro (VST Connect SE) kostenlos enthalten.

Tipp: Die kostenlose Super-Cloud

Das kostenlose Tool Otixo (www.otixo.com) bündelt Cloud-Speicher wie Box, Google Drive oder Dropbox in einer übersichtlichen Oberfläche, so dass man bequem Zugriff auf seine Dateien hat. Das Besondere an Otixo sind die so genannten Spaces. Spaces sind virtuelle Arbeitsplätze, in die Sie einzelne Dateien oder ganze Ordner aus all Ihren Cloud-Speichern ablegen können. Das funktioniert im Otixo-Webinterface per Drag-and-drop. Sie ziehen also die entsprechenden Dateien einfach in den jeweiligen Space. Technisch gesehen werden dabei keine Daten kopiert, sondern lediglich Links zu Ihren Daten auf den jeweiligen Cloud-Speichern angelegt. Sobald Sie andere Personen in Ihren Space einladen, können diese alle dort abgelegten Dateien und Ordner anschauen, herunterladen oder bearbeiten. Einzige Voraussetzung ist, dass die Personen ebenfalls einen Otixo-Zugang besitzen. Der Haken an der Sache: Mit der kostenlosen Version können Sie nur einen Space erstellen. Fünf Spaces kosten bereits knapp fünf US-Dollar im Monat. Angesichts der Tatsache, dass man für 1,99 Dollar im Monat bereits 100 Gigabyte Speicher bei Google Drive bekommt, lohnt sich Otixo nur für diejenigen, die viele kostenlose Cloud-Speicher zu einer „Gratis-Supercloud“ bündeln wollen und zu diesem Zweck eine Bedieoberfläche suchen, um nicht den Überblick zu verlieren.

FAQ

Wie sicher sind meine Daten in der Cloud?

Generell verschlüsseln alle Anbieter ihre Daten auf den Servern. Sensible Dateien sollten dennoch lieber auf dem eigenen Rechner bleiben und auf herkömmliche Weise gesichert werden. Nicht erst seit Edward Snowden ist gesundes Miss­trauen angeraten. Und die Gefahr, dass ein Hacker sämtliche Sicherheitsvorkehrungen umgeht und Zugriff auf Ihre Daten hat, besteht immer.

Wieso sind so viele Dienste kostenlos?

Fast alle Anbieter haben als Lockangebot einen kostenlosen Service mit wenigen Gigabyte Speicher und eingeschränktem Funktionsumfang. Wer mehr Speicher oder einen umfangreicheren Service möchte, muss dafür bezahlen. Eine Tabelle der größten Anbieter finden Sie auf Seite 116 in diesem Artikel.

Was für eine Internetverbindung brauche ich, um meine Projekte in der Cloud zu speichern?

Grundsätzlich reicht jede stabile Internetverbindung aus, allerdings braucht man mit einem DSL-2000-Anschluss für ein paar Hundert Megabyte schon mal ein paar Stunden.

Was bedeutet der Begriff „Cloud”?

Die Cloud (Englisch für „Wolke“) ist ein Sinnbild für vernetzte Rechner im Internet, die als virtuelle Datenspeicher dienen oder auf denen Programme laufen, die nicht auf dem eigenen Rechner installiert sind. Dazu gehören Google-Dienste wie Google Maps oder Kalender, der Online-Speicher Dropbox, der Bilder-Speicher Flickr, das Notizprogramm Evernote oder komplexe Kommunikations- und Team-Management-Tools wie Asana. Allen Diensten zu eigen ist, dass man jederzeit und von überall online auf seine Daten zugreifen kann und die Rechenarbeit vom Server des Anbieters übernommen wird.