Recht: Der neue Konzert-Tarif der GEMA

In diesem Workshop erfahren Sie, was es mit dem neuen GEMA-Tarif U-K auf sich hat und ob auch auf Sponsoring-Einnahmen Gebühren fällig werden.

Die GEMA hat nach intensiven und langwierigen Verhandlungen mit den Vertretern der Interessenverbände der deutschen Konzertveranstalter die Tarife für Konzertveranstaltungen neu geregelt. Bisher waren bei Konzerten grundsätzliche Bezugsgrößen für die Bemessung des Tarifs (U-VK) die Raumgröße und der Eintrittspreis. Dies war vor allem bei Konzertveranstaltungen in großen Hallen mit nur geringer Besucherzahl von Nachteil.

Neuerdings wird bei Konzertveranstaltungen danach unterschieden, ob hierbei die Musikdarbietung im Vordergrund steht oder nicht. Wenn ja, greift der neue GEMA-Tarif U-K. Dieser neue Tarif orientiert sich in erster Linie an den Bruttoeinnahmen des Veranstalters: Bei bis zu 2.000 Besuchern zahlt der Veranstalter hiervon 5,0 Prozent an die GEMA, bei bis zu 15.000 Besuchern 7,2 Prozent, bei mehr als 15.000 sind es 7,65 Prozent. Diese Tarife gelten jedoch erst ab 2014. Für 2011 muss der Veranstalter bei Konzerten mit bis zu 2.000 Besuchern beispielsweise zunächst 3,5 Prozent der Bruttoeinnahmen zahlen, 2012 dann 4,0 Prozent, 2013 sind es 4,5 Prozent. Dies wurde vereinbart, um den Veranstaltern die Möglichkeit zu geben, sich auf die neuen Tarife einzustellen. Das Kriterium der Raumgröße ist bei reinen Konzertveranstaltungen nun vollständig weggefallen.

Sollte jedoch die Konzertveranstaltung nicht im Vordergrund stehen, sondern nur nebenbei stattfinden, gilt weiterhin der alte Tarif U-VK, der sich an Raumgröße und Eintrittspreis orientiert. Wann steht eine Konzertveranstaltung nicht im Vordergrund? Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn es hauptsächlich um den Verzehr von Speisen und Getränken geht, und die Musikdarbietung eher nebenher stattfindet, zum Beispiel bei Stadtfesten, im Bierzelt und so weiter. Zum Trost: Als Musiker müssen Sie sich mit den GEMA-Tarifen aber nur auseinandersetzen, wenn Sie selbst als Veranstalter in Erscheinung treten.

Gebühren auf Sponsoring-Einnahmen

Unabhängig davon wurde nun auch ein ganz anderes Thema geregelt, über das die GEMA und die deutschen Konzert-Veranstalter lange Zeit gestritten haben. Dabei ging es um die Frage, ob und gegebenenfalls inwieweit Musik-Urheber an Einnahmen beteiligt werden sollen, die Konzertveranstalter aus Sponsoring und Werbung erzielen. Diese Forderung der GEMA mag einem zunächst sonderbar vorkommen: Warum sollten Komponisten an Sponsoring und Werbemaßnahmen mitverdienen? Das Urheberrechtsgesetz fußt auf dem Gedanken, die Urheber grundsätzlich an allen Einnahmen, die im Zusammenhang mit ihrer Musik stehen, zu beteiligen – also nicht nur an den unmittelbaren (z.B. Eintrittsgelder), sondern auch an den mittelbaren. Nach der GEMA handelt es sich beim Sponsoring um eine solche mittelbare Geldquelle, und deshalb sollten die Urheber einen Teil abbekommen. Das sahen die Konzertveranstalter lange anders. Nun hat man sich geeinigt, dass die Veranstalter in diesem Zusammenhang ca. 0,4 Prozent ihres Bruttoumsatzes abführen.

Nicht unter Sponsoring und Werbung fallen die Einnahmen aus dem Verkauf von Merchandising-Produkten, da diese Verkäufe in der Regel von den Künstlern oder deren Plattenfirma selbst veranlasst und durchgeführt werden und es sich insofern nicht um Einnahmen des Veranstalters handelt.

Auf den Punkt gebracht

  • Der neue GEMA-Tarif ist abhängig davon, ob es sich hierbei um eine reine Konzertveranstaltung handelt
  • Bei reinen Konzertveranstaltungen bemisst sich die GEMA-Gebühr an den Bruttoeinnahmen des Veranstalters
  • Steht das Konzert nicht im Vordergrund, wird auf Raumgröße und Eintrittspreis abgestellt
  • Erzielt ein Veranstalter Einnahmen aus Sponsoring und Werbung, muss er hierfür ab 01.04.2011 eine Beteiligung an die GEMA leisten