Recht: Die Künstlersozialkasse (KSK) und ihre Aufgabe

In dieser Workshop-Folge lernen Sie die Künstlersozialkasse (KSK) und ihre Aufgabe kennen. Wir erklären, warum es die KSK gibt, welche Leistungen sie anbietet und wie sie diese finanziert.

Seit geraumer Zeit ist die Künstlersozialkasse (KSK) ein in der Musikszene heiß diskutiertes Thema. Musiker, Veranstalter, Plattenfirmen und Musikschulen beklagen gleichermaßen, „Opfer“ der KSK geworden zu sein. Dabei scheinen die Wenigsten zu wissen, warum es die KSK überhaupt gibt und welche Aufgaben sie erfüllt. Grund genug, hier ein wenig Klarheit zu schaffen.

Musiker und andere Künstler sollen sozial abgesichert sein

Die finanziellen Mittel von Künstlern – egal welcher Disziplin – sind oftmals sehr begrenzt. Die soziale Absicherung dieser Freiberufler kommt deshalb häufig zu kurz. Um diesen Missstand zu ändern, schuf der Gesetzgeber Anfang der 80er Jahre das Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG). Künstler und Publizisten sollen dem politischen Willen nach die Möglichkeit haben, in den Genuss einer gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung zu kommen. Vor Einführung des Gesetzes war dies häufig nicht der Fall. Um als Künstler in der KSK aufgenommen werden zu können, ist es erforderlich, dass der Künstler nicht nur vorübergehend selbständig erwerbstätig ist und dass er seine Tätigkeit überwiegend im Inland ausübt. Ob diese Voraussetzungen vorliegen, wird im Einzelfall von der KSK geprüft.

Die Versicherungsleistungen für Künstler kosten viel Geld. Der Topf, aus dem die Versicherungen verwirklicht werden, muss deshalb irgendwie gefüllt werden. Das in diesem Zusammenhang gewählte Beitragssystem entspricht dem von (normalen) Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Beide – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – müssen je die Hälfte der hierfür erforderlichen Gelder einzahlen. So ist es auch in der Künstlersozialversicherung. Die eine Hälfte des Topfes wird durch die Abgaben der Unternehmer gefüllt, die andere Hälfte durch die Beiträge der selbständigen Künstler.

Da ein selbständiger Künstler keinen Arbeitgeber im eigentlichen Sinne hat, wird von denjenigen eine Abgabe verlangt, die Künstler in einer arbeitnehmerähnlichen Stellung beschäftigen. Die KSK spricht hier von Unternehmern, die unter gewissen Umständen für die Inanspruchnahme von Künstlern zu einer Abgabe verpflichtet sind. Wann ein Unternehmer eine Abgabe zu zahlen hat, ist häufig nicht ganz klar. Deshalb gibt dies immer wieder Anlass zu Unmut gegenüber der KSK.

Berechnungsgrundlage ist das Jahreseinkommen des Künstlers

Die zweite Hälfte der fälligen Versicherungsbeiträge wird von den Künstlern aufgebracht. Berechnungsgrundlage für den vom Künstler zu leistenden Beitrag ist dessen Jahreseinkommen.

Für Künstler in der KSK bedeutet dies, dass sie (bezogen auf ihr Jahreseinkommen) die Hälfte der folgenden Beitragssätze zu leisten haben. Diese Beiträge werden dann auf 12 Monate aufgeteilt:

  • Rentenversicherungsbeitrag (2009): 19,9 Prozent, Künstleranteil pro Jahr also 9,95 Prozent
  • Krankenversicherung: 14,9 Prozent, Künstleranteil pro Jahr also 7,45 Prozent
  • Pflegeversicherung: 2,20 Prozent (für Kinderlose), Künstleranteil pro Jahr also 1,10 Prozent

Auf den Punkt gebracht

  • Über die KSK können sich selbständige Künstler versichern
  • Die Finanzierung erfolgt je zur Hälfte von Unternehmern und Künstlern
  • Bemessungsgrundlage für den Versicherungsbeitrag von Künstlern ist deren Jahreseinkommen