Recht: Einnahmequellen für Musiker

In diesem Workshop lernen Sie unterschiedliche Möglichkeiten bzw. Quellen kennen, aus denen eine Band oder ein einzelner Musiker Einnahmen generieren kann. Der Fokus liegt dabei auf dem Musikmachen und den damit verbundenen Rechten, nicht auf Nebengeschäften.

Wenn Musikmachen mehr als reines Freizeitvergnügen sein soll, stellt sich bald die Frage nach dem Geld. In diesem Workshop soll deshalb dargestellt werden, wie unterschiedlich sich die jeweiligen Tätigkeitsbereiche der einzelnen Mitglieder einer Band auf deren finanzielle Situation auswirken können. Die erste Frage lautet: Welche Quellen gibt es, aus denen ein Musiker Einnahmen erzielen kann? Drei wesentliche Erlösquellen sind typischerweise zu nennen:

  • Urheberrechte (Komposition und Text), also Zahlungen von der GEMA (Stichwort „kleine Münze“) oder den Verlagen (beispielsweise für Sync-Vergaben)
  • Leistungsschutzrechte (ausübender Künstler), also Einnahmen, die aus den Verkäufen von Tonaufnahmen (z.B. CD, DTO = digitaler Download, Streaming) erzielt werden
  • Live-Auftritte

Weitere Einnahmequellen wie Merchandising, Endorsement etc. bleiben in diesem Workshop erst mal außen vor. An den Einnahmen aus den Tonträgerverkäufen und den Gagen für Live-Auftritte wird in der Regel die ganze Band beteiligt sein. Ob dies wiederum zu gleichen Anteilen geschieht, müssen die Bandmitglieder untereinander regeln, zum Beispiel in einem GbR-Vertrag (vgl. die Workshops der vorangegangenen Ausgaben).

Urheberrechte sichern Einnahmen

Ganz wesentlichen Einfluss auf die finanzielle Situation der einzelnen Bandmitglieder hat die Tatsache, wer die Urheberrechte an den Kompositionen und den Texten innehat. Häufig werden die Stücke nämlich nicht von der ganzen Band gemeinsam erarbeitet (was zur Folge hätte, dass die ganze Band an den Einnahmen hieraus beteiligt wird – zu welchem Anteil auch immer), sondern von einem oder zwei einzelnen Bandmitgliedern. Hält man sich vor Augen, dass z.B. pro gepresster CD insgesamt rund ein Euro an den/die Urheber ausgezahlt wird oder eine Spielminute im Radio ebenfalls ein Euro und mehr wert sein kann, dann kann man sich leicht vorstellen, wie positiv sich das auf die finanzielle Situation desjenigen auswirkt, der die Songs schreibt – im Gegensatz zu den anderen Bandmitgliedern.

Vor allem können die Zahlungen auf Grund der Inhaberschaft von Urheberrechten eine tolle Rente darstellen: Werden Songs viele Jahre, nachdem sich die Band bereits aufgelöst hat, noch im Radio gespielt oder von anderen Bands gecovert, verdient der Urheber auch noch zu diesem Zeitpunkt daran, auch wenn es die Band schon lange nicht mehr gibt. Mehr noch: die Urheberrechte enden 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers – damit können u.U. auch noch dessen Enkel ein tolles Auskommen haben.

Die Bandmitglieder jedoch, die lediglich an Aufnahmen mitgewirkt haben, verdienen später nichts mehr, wenn die Aufnahmen einmal nicht mehr verkauft werden. Und Live-Auftritte, die für viele ausübende Profi-Musiker die Haupteinnahmequelle darstellen dürften, gibt es zu dieser Zeit dann auch schon lange nicht mehr. Diese Musiker haben hoffentlich zu Zeiten des Erfolgs gut gewirtschaftet oder anschließend andere Einnahmequellen gefunden, um nicht später in finanzielle Engpässe zu geraten.

Auf den Punkt gebracht

  • Wichtige Einnahmequellen einer Band sind: Urheberrechte (Komposition und Text), Leistungsschutzrechte wie Verkäufe von Tonaufnahmen (z.B. CD, DTO, Streaming) und Live-Auftritte
  • An Gagen für Live-Auftritte und Einahmen aus Tonträgerverkäufen wird idR die ganze Band beteiligt
  • Die Einnahmen aus der Verwertung von Urheberrechten fließen dem Urheber zu
  • Die Urheberrechte enden 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers