Rechtsfragen bei der CD-Produktion (2) – Beteiligte und ihre Rechte

In dieser Folge des Rechts-Workshops werden wir uns der Frage widmen, wer alles an einer CD-Produktion beteiligt ist, und welche Folgen dies in rechtlicher und finanzieller Hinsicht haben kann.

Viele Köche verdienen am Brei – wenn man das alte Sprichwort einmal salopp übertragen will. In dieser Ausgabe soll es nämlich um die Frage gehen, wer alles an einer CD-Produktion beteiligt ist, und welche Folgen dies in rechtlicher und finanzieller Hinsicht haben kann.

1. Urheber: Urheber wird derjenige genannt, der ein Musikstück komponiert und/oder textet. Der Urheber erhält eine ganze Reihe von Rechten nach §§ 15 ff UrhG. Hierunter befindet sich auch das Recht zur Vervielfältigung der Komposition auf Tonträgern – z.B. einer CD.

2. Ausübende Künstler: Ausübende Künstler sind die Musiker, die bei den Aufnahmen mitwirken (Band, Studiomusiker usw.). Den ausübenden Künstlern erwachsen die Leistungsschutzrechte aus §§ 77, 78 UrhG. Hierzu gehört auch das Recht zur Vervielfältigung einer Darbietung auf Tonträgern.

3. Tonträgerhersteller: Tonträgerhersteller wird derjenige genannt, der die organisatorische und wirtschaftliche Verantwortung übernimmt, Tonaufnahmen aufzuzeichnen bzw. aufzeichnen zu lassen. Der Tonträgerhersteller koordiniert also die Aufnahmen und trägt die damit in Zusammenhang stehenden Kosten einschließlich der Pressung der Tonträger (CD). In den meisten Fällen wird es sich dabei um das Label bzw. die Plattenfirma handeln. Für diese wirtschaftliche – nicht künstlerische (!) – Leistung erhält er die Rechte aus §§ 85f UrhG. Dazu zählt u.a. auch das Recht zur Vervielfältigung der von ihm organisierten und finanzierten Aufnahme.

4. Tontechniker/Toningenieure: Die Techniker haben die Aufgabe, eine Aufnahme durchzuführen und diese beim Abmischen auf ein professionelles, den Hörgewohnheiten der Allgemeinheit entsprechendes Niveau zu bringen. In der Regel erwerben Tontechniker und Toningenieure keine Rechte durch ihre Tätigkeit.

Welche Auswirkungen die verschiedenenRechte der Beteiligten haben

Warum ist es überhaupt wichtig zu wissen, ob und ggf. welche Rechte von wem in diesem Zusammenhang erworben werden? Grundsätzlich gilt: Wer ein Recht inne hat, der kann unter Umständen von demjenigen, der mit diesem Recht in Berührung kommt, ein bestimmtes Tun oder Unterlassen verlangen.

Im Zusammenhang mit einer CD-Produktion sieht das z.B. so aus: Sowohl dem Urheber, dem ausübenden Künstler als auch dem Tonträgerhersteller steht jeweils ein eigenes (!) „ausschließliches Vervielfältigungsrecht“ zu, das betroffen ist, wenn die Aufnahme vervielfältigt wird, z.B. beim Pressen einer CD.

Demnach könnte jeder einzelne Beteiligte die Vervielfältigung verhindern, wenn das jeweilige Recht zur Vervielfältigung nicht von demjenigen, der es nutzen will, erworben wird. Wie erwirbt man so ein Recht? Indem man dafür bezahlt. Deshalb müssen die Beteiligten entsprechende Verträge miteinander schließen, in denen geregelt ist, wer wie viel Geld für die Nutzung des jeweiligen (Vervielfältigungs-) Rechts erhält. Der Grundsatz lautet: (Vervielfältigungs-)Recht gegen Geld.

Die Frage, wer denn nun mit wem welche Verträge abzuschließen hat, ist Gegenstand des nächsten Beitrags.

Auf den Punkt gebracht

Bei einer CD-Produktion sind folgende Rechteinhaber einzubeziehen:

 

  • Komponisten/Texter
  • Ausübender Künstler (Musiker)
  • Tonträgerhersteller
  • Tontechniker und Mischer erwerben regelmäßig keine Rechte
  • Die erforderlichen Rechte müssen bei sämtlichen Rechte-Inhabern erworben werden
  • Grundsatz: Recht gegen Geld