Singer-Songwriter Bill Withers gestorben

Der einflussreiche US-amerikanische Sänger, Songschreiber, Gitarrist und Pianist/Keyboarder Bill Withers ist am 30. März 2020 im Alter von 81 gestorben. Weltberühmt wurde der dreifache Grammy-Preisträger Anfang der 70er Jahre mit Soul-Hits wie "Lean on Me" und "Ain't No Sunshine", die hunderte andere Künstler gecovert haben.

Singer-Songwriter Bill Withers komponierte in seiner Musikkarriere zahlreiche erfolgreiche Lieder, doch seine beiden wohl bekanntesten Titel sind "Ain't No Sunshine" (1971) und "Lean on Me" (1972), mit denen der US-Amerikaner die Soul-Musik der frühen 70er Jahre wie kaum ein anderer prägte. Allein diese beiden Songs wurden hundertfach gecovert – unter anderem von so großen Interpreten wie Michael Jackson, Tom Jones, Paul McCartney, Joe Cocker, Kenny Rogers und Neil Diamond – und das renommierte Musikmagazin Rolling Stone führt sie in seiner Liste der 500 größten Songs aller Zeiten. Nun ist Bill Withers im Alter von 81 Jahren gestorben, das teilte seine Familie der Nachrichtenagentur Associated Press mit. In dem Statement heißt es, dass Withers am Montag, den 30. März 2020, in Los Angeles an Herzkomplikationen gestorben sei.

Bill Withers wurde am 4. Juli 1938 in Slab Fork im US-Bundesstaat West Virginia geboren und war das jüngste von sechs Kindern. Sein Vater starb, als Withers noch ein Kind war, und er wurde von seiner Mutter und Großmutter aufgezogen. Nach einem neunjährigen Aufenthalt bei der Navy zog Withers 1967 nach Los Angeles, um eine Musikkarriere zu verfolgen. Dort arbeitete er zunächst für die Flugzeugfirma Boeing (er stelle Toilettensitze her) und nahm abends Demos auf. Als Clarence Avant, der Präsidenten des Plattenlabels Sussex Records auf ihn aufmerksam wurde, begann seine Karriere als Musiker.

Schon sein Debüt, das von Booker T. Jones produzierte Studioalbum Just as I Am von 1971, war ein voller Erfolg: Die erste Singleauskopplung, "Ain't No Sunshine", erreichte im Sommer desselben Jahres Platz drei der US-Pop-Charts und Platz sechs in den R&B-Charts und wurde mit Gold ausgezeichnet. Die zweite Single aus dem Album, "Grandma's Hands", erlangte ebenfalls Beachtung. Withers' größter Erfolg kam ein Jahr später mit seinem zweiten Album, Still Bill (1972), das die großen Hits "Lean on Me" und "Use Me" enthielt. Mit "Lean on Me" landete der Singer-Songwriter einen Nummer-Eins-Hit in den amerikanischen Pop- und R&B-Charts, während "Use Me" es in beiden Charts auf Platz zwei schaffte.

Bill Withers – Lean on Me (Live 1974)

Nach diesen großen Erfolgen kam 1974 das Album +'Justments auf den Markt, 1975 folgte Making Music und 1976 Naked & Warm. Diese drei Alben waren im Vergleich zu seinen ersten beiden weniger erfolgreich und brachten keine größeren Pop-Hits hervor. Mit der Single "Lovely Day" aus dem Album Menagerie gelang Withers 1977 schließlich noch einmal ein großer Hit in den R&B-Charts (Platz sechs). Ein Jahr später kam das Album 'Bout Love (1978) auf den Markt, bevor Withers 1981 mit "Just the Two of Us", zusammen mit Saxofonist Grover Washington Jr., den letzten großen Pop-Hit seiner Karriere landete. Die Single erreichte Platz zwei in den Pop-Charts und Platz drei in den R&B-Charts. Danach wurde es allmählich Ruhig um den Soul-Musiker. 1985 erschien sein achtes und gleichzeitig letztes Studioalbum, Watching You Watching Me, bevor er sich Ende der 80er aus dem Musikbusiness zurückzog.

Für seine musikalischen Leistungen wurde Bill Withers 2015 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Die Laudatio hielt kein geringerer als Soul-Legende Stevie Wonder. Bill Withers' Songs werden die Generationen sicherlich überdauern.

Bill Withers, Stevie Wonder, John Legend – Ain't No Sunshine (Rock and Roll Hall of Fame 2015)