Test Applied Acoustic Systems Chromaphone 2: Dynamische Sounds

Applied Acoustic Systems hat dem Software-Synthesizer Chromaphone nach vier Jahren ein Update spendiert. Was es mit sich bringt und ob sich das Upgrade von der ersten Version lohnt, erfahren Sie im Test.

Applied Acoustic Systems Chromaphone 2

Zur Klangerzeugung simuliert das Plug-in Chromaphone 2 zwei kombinierbare physikalische Resonatoren. Zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten der Resonatoren selbst sowie eine Reihe interner Effekte sorgen für eine Vielfalt an Klängen, die von verträumten Streichern über Keyboardklänge und tänzelnde Marimbas bis zu brachialen Bassdrums reicht.

Funktionen

Chromaphone 2 wurde mit einer neuen, übersichtlicheren Bedienoberfläche ausgestattet, die in die drei Seiten Play, Edit und Effects unterteilt ist. Erstere bietet Schnellzugriff auf EQ und Kompressor sowie auf drei frei wählbare Effekte, deren Parameter auf der Effekt-Seite angepasst werden können.

Weiter unten liegen die Einstellungen für die interne Clock, die natürlich mit dem Host synchronisierbar ist. Dazu findet sich hier ein Unisono-Modus, der es erlaubt, zwei oder vier Stimmen gegeneinander zu verstimmen und mit einem Delay zu versehen. Eine grafische Anzeige der ausgewählten Resonatoren und deren Verschaltung, ein Vibrato und ein Arpeggiator mitsamt Step-Sequencer komplettieren die Hauptseite.

Auf der Edit-Seite findet man neben den Einstellungen für die beiden Resonatoren auch einen LFO und eine Hüllkurvensektion. Bei Letzterer kann man zwischen ADSR- und AHD-Typen wählen. Als Resonatoren stehen String, Beam, Marimba, Drumhead, Membrane, Plate, Closed Tube, Open Tube sowie ein benutzerdefinierbarer Klangkörper zur Auswahl. Diese können über Schlegel (Mallet) oder durch Rauschen zur Schwingung angeregt werden, wobei man den Klang beider Anschlagstypen mischen und anpassen kann.

Klang

In der Praxis ist das Instrument intuitiv bedienbar. Schnell erhält man ein Gefühl für die verschiedenen Klangkörper und die Auswirkungen der zahlreichen Parameter, was unter anderem auch der neu gestalteten Bedienoberfläche geschuldet ist. Die umfangreiche und gut sortierte Presetbibliothek erweist sich ebenso als nützlich, wenn man sich ein Bild von den Möglichkeiten des Instruments machen möchte. Klanglich deckt Chromaphone 2 eine überraschend große Bandbreite ab: Von perkussiven Marimba-, Glocken- und Trommelklängen über verträumte Flächen und Streicher bis hin zu musikalisch spielbaren Tasten- und Saiteninstrumenten lassen sich mit dem Prinzip der Resonatoren jede Menge überzeugende und dynamisch reagierende Klänge realisieren, die oft auch Überraschungen bereithalten. So kann beispielsweise das Drehen eines einzigen Reglers den Klang signifikant verändern und ihm einen komplett anderen Charakter verleihen.

Fazit

Das Update ist gelungen und bringt neben einer verbesserten Benutzeroberfläche zahlreiche Neuerungen, die das Arbeiten noch angenehmer gestalten und erweiterte Möglichkeiten zur Klanggestaltung bieten. Chromaphone 2 ist ein sehr dynamischer und organisch klingender Synthesizer, der durch seine Mischung aus natürlichen und synthetischen Klängen in so gut wie jeder Produktion eingesetzt werden kann. Aufgrund des fairen Preises von 159 Euro kann man eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Besitzer der Vorversion können sich über ein überaus günstiges Update für 29 Euro freuen.