Test Dave Smith Instruments Sequential Prophet-6 Desktop: So soll's klingen

Freunde polyfoner Analogsounds kommen mit dem Prophet-6 von Dave Smith Instruments voll auf ihre Kosten. An der Desktop-Version ohne Klaviatur, Pitchbend- und Modulationsrad haben wir untersucht, ob man auch etwas vermissen könnte.

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Im Vergleich zur Tastenversion des Prophet 6 fehlen dem Desktop-Modell das Pitchbend- und Modulationsrad. (Foto: Dave Smith Instruments)

Dave Smith Instruments baut den Prophet-6 in zwei Varianten – als Keyboard-Synthesizer und als Desktop-Modell. Auf dem Prüfstand: der Prophet-6 Desktop, dem lediglich die Klaviatur sowie das Pitchbend- und Modulationsrad entzogen wurden. Technische Basis und die Bedienelemente sind gleich, nur in der Anordnung etwas abgewandelt – man darf also auch beim tastaturlosen Prophet-6 von einer herausragenden Bedienoberfläche sprechen.

Die Nutzergruppen lassen sich leicht ausmachen: Der DSI Prophet-6 Desktop wendet sich an Musiker, die im Studio mit zentraler Klaviatur und Sequencer arbeiten oder auf der Bühne den Wunsch nach reduziertem Platzbedarf verspüren. Aber auch an jene, die sich mit der 4-Oktaven-Klaviatur des Prophet-6 nicht anfreunden können. Sie können nun eine beliebige Steuertastatur wählen und dabei vielleicht auch etliche Euro sparen. Zu guter Letzt verfügen beide Prophet-6-Varianten über eine Polychain-Funktion, mit der sich zwei Prophet-6-Synthesizer zu einem zwölfstimmigen Instrument koppeln lassen.

Technik

Der Prophet-6 ist eine Rückbesinnung auf den Prophet-5 in der beliebten Revision 2 mit den seinerzeit eingesetzten SSM-Filtern. Der sechsstimmig polyfone Synthesizer mit Speichermöglichkeit verfügt bis auf eine überbrückbare digitale Effektsek­tion über einen komplett analogen Signalweg, der durch digitale Modulatoren komplettiert wird. Das monotimbrale Instrument bietet je Stimme zwei diskrete, synchronisierbare VCOs, einen Dreiecks-Suboszillator sowie weißes Rauschen. Man überblendet zwischen Dreieck, Sägezahn und variabler Pulswelle. Oszillator 2 kann bei Bedarf als LFO arbeiten und von der Tonhöhensteuerung entkopppelt werden. Oszillatoren, Suboszillator und Rauschgenerator werden im folgenden Mixer gepegelt, ehe das Tonsignal in die doppelte, ebenfalls diskret aufgebaute Filtersektion gelangt.

Der vierpolige Tiefpass orientiert sich am SSM-Filter, während der nachgeschaltete 12-dB-Hochpass ein Neuzugang ist. Beide bieten eine regelbare Resonanz, die beim Tiefpass bis zur Selbstoszillation reicht. Die Modulationstiefe der Filterhüllkurve ist bipolar regel- und über die Anschlagdynamik steuerbar. Keyboard-Tracking ist ebenfalls vorhanden. Es folgt ein VCA mit eigener ADSR-Hüllkurve. Hier lassen sich zudem der Ausgangspegel und die Stimmverteilung im Stereopanorama vornehmen. An Effekten stellt der Prophet-6 eine stereofone Analog-Distortion sowie zwei hintereinander platzierte Digitaleffekte bereit. Verteilt auf die beiden Engines, lassen sich hier die in je zwei Parametern veränderbaren Algorithmen Delay, Chorus, Phaser und Reverb nutzen, teilweise in mehreren Varianten.

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