Stagepiano Dexibell Vivo S7 im Test: Ab auf die Bühne

Nach dem erfolgreichen Debüt des Homepianos Dexibell Vivo H7 steht nun das erste mobile Modell aus der Vivo-Serie auf dem Prüfstand: das Stagepiano S7 mit dem aktuellen Betriebs­system 3.00.0026. Wird es ihm gelingen, die Bühnen im Land im Sturm zu erobern?

Dexibell hat sich mit seinen ersten Digitalpianos der Vivo-Serie gleich breit aufgestellt: Neben den schicken H-Modellen für zu Hause gibt es auch noch die S-Modelle für die Bühne und die P-Modelle, ebenfalls für mobile Anwendungen. Unterschied zwischen S- und P-Instrumenten: die eingebauten Lautsprecher der P-Modelle. Weil bei der Klangerzeugung und weiteren technischen Ausstattung jedoch die Gemeinsamkeiten überwiegen, treffen die Aussagen dieses Tests des Stagepianos Vivo S7 auch weitgehend auf die anderen 7er-Modelle von Dexibell zu.

Wichtig in diesem Zusammenhang: Das getestete Dexibell Vivo S7 ist mit der Betriebssystem-Version 3.00.0026 ausgestattet. Seit seinem Marktstart im Frühjahr 2016 hat der Hersteller bereits zwei größere, aber kostenlose Software-Updates gebracht, und die 3er-Version spiegelt den aktuellen Stand Ende Juni wider. Das aktuelle Betriebssystem ermöglicht den Einsatz der iPad-App Vivo Editor und bringt zusätzliche Sounds mit – weitere Bässe, Strings, Drawbar-Organs und ein Cembalo.

Outfit

Das Dexibell S7 präsentiert sich in einem schlichten grauen aber robusten Stahlgehäuse mit abgerundeten Seitenteilen aus Kunststoff. Pitchbend- und Modulationsrad sitzen schräg positioniert oberhalb der Tastatur, was trotz Ham­mer­me­cha­nik-Kla­viatur für relativ kompakte Maße sorgt. Mit 17,5 Kilogramm Masse gehört das Instrument zu den leichteren Vertretern in der Klasse der Stagepianos, was alle Musiker freuen dürfte, die ihr Equipment selbst auf die Bühne wuchten.

Als Klaviatur kommt die Fatar TP-40 M mit 88 Tasten, drei Sensoren pro Taste und Ivory-Feel-Beschichtung für trockenere Finger beim Spielen zum Einsatz. Das Spielgefühl ist flüssig, sehr angenehm, und das Gewicht bleibt – wie erwähnt – im Rahmen. So soll das bei einem Stagepiano sein. Auch die Abstimmung der Tastatur auf die Sounds ist beim Testgerät überzeugend gelöst. Einziges optisches Highlight am Instrument ist das rote Filzband oberhalb der Tasten, das tatsächlich etwas Flügel-Feeling aufkommen lässt.

Die Bedienoberfläche fällt übersichtlich aus, und man findet sich schnell zurecht. Besonderheiten neben den üblichen Kategorie- und Funktionstasten: Es gibt Taster, um Audio-Effekte für Main-Klang und Layer/Split-Klang separat an- oder auszuschalten. Außerdem kann der 3-Band-EQ (mit stimm­baren Mitten) über Drehregler direkt gesteuert oder auch ausgeschaltet werden. Man hat also jederzeit auch ohne Einstieg ins Menü sofort Zugriff auf zentrale Parameter des Instrumentenklangs. Über weitere Drehregler kann man die Lautstärke der einzelnen Parts und des Audio Players regeln. Zwei Assign-Taster sind mit verschiedenen Funktionen für schnellen Zugriff belegbar.

Anschlüsse findet man vorne links und an der Rückseite: Vorne sitzen zwei Kopfhörerbuchsen im Klinken- und Miniklinkenformat sowie ein Audio-Eingang für Zuspieler wie MP3-Player – passenderweise als Miniklinkenbuchse ausgelegt. Hinten am Gehäuse findet man Line-Ausgänge (Klinke, L/R), drei Pedalanschlüsse, MIDI-Trio, USB-MIDI- und USB-Memory-Anschluss. Strom gibt’s leider über ein externes Netzteil. Sollte man am Stahlgehäuse immer mal wieder durch statische Entladungen eine gewischt bekommen, kann man das Gerät über eine extra vorhandene Schraube erden.

Zu den Anschlussmöglichkeiten muss man übrigens auch die Bluetooth-Schnittstelle zählen. Hierüber kann man Musik vom Smartphone, Tablet oder PC ins Stagepiano streamen, um dazu zu spielen. Das gemeinsame Signal liegt an den Kopfhörer- und Line-Ausgängen an. Für zukünftige Modellgenerationen der Stagepiano-Serie stehen auf der Wunschliste mindestens eine Zugentlastung für das Netzteilkabel – falls kein internes Netzteil möglich ist – und symmetrische Signalausgänge für professionelle Bühneneinsätze.

Ebenfalls hinten am Gehäuse sitzen zwei Muffen, in die der mitgelieferte Notenständer gesteckt werden kann. Wer Noten auf der Bühne braucht, wird sich aber eher eine andere Lösung suchen, denn das Gestell ist wackelig und fällt wenig praxistauglich aus.

 

  • Die Sounds des Vivo S7 lassen sich am Instrument selbst oder über eine kostenlose iPad-App editieren.

  • Über die Editor-App lassen sich auch Effekteinstellungen bequem vornehmen. Über die Editor-App lassen sich auch Effekteinstellungen bequem vornehmen.

  • Eine kostenlose Begleit­automatik liefert Dexibell über seine X-Mure-App, die auf Audio-Loops basiert.

  • Als Vivo-Digitalpiano-Besitzer erhält man die meisten Styles gratis. Wer die App über andere Instrumente steuert, muss die Begleitmuster käuflich erwerben.

Audio-Demos zum Dexibell Vivo S7

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