Test JBL Eon One: Schnellstarter

Die Eon One ist die erste Mini-PA von JBL mit Säulenlautsprecher. Zugrunde liegt ein praxisgerechtes Konzept, das Entertainer und kleinere Bands anspricht. Angesichts der Konkurrenz kein leichtes Unterfangen, aber die Eon One hat das Zeug dazu, wie unser Test zeigt.

Wie es sich für eine Kompakt-PA gehört, hat die JBL Eon One alles Bord: Subwoofer und Hochtoneinheit – im vorliegenden Fall in Form einer schlanken Säule –, eine Mischpult-Einheit und Halleffekt. Damit sollten Keyboard- und Gitarren-Entertainer sowie DJs und Unplugged-Duos problemlos Anschluss finden. Dieser Klientel kommt auch der praktische Aufbau zugute. Zum Transport sind die Mittel-/Hochtonsäule und zwei Distanzstücke im Subwoofer verstaut. Mit dem im Deckel angebrachten Tragegriff lässt sich die Eon One am langen Arm tragen, auch wenn sie mit 18,5 kg ordentlich an demselben zieht. Dafür ist die PA allerdings in Sekundenschnelle aufgebaut. Deckel nach hinten klappen, Soundsäule und Distanzstücke entnehmen, je nach Bedarf zusammenstecken und in die vorgesehene Aussparung der Basisbox setzen – fertig.

Kabel braucht man nur für Strom, Instrument und Mikrofon. Die Distanzstücke und die Säule sitzen recht stramm ineinander. Beim Zusammenstecken lässt sich das eigene Körpergewicht Ziel führend einsetzen, beim Abbauen bedarf es jedoch einer nicht unbedeutenden Kraftanstrengung, um die drei Teile wieder zu trennen. Dafür sitzt aber im Betriebszustand alles knackig fest.

Der Subwoofer ist mit einem 10-Zoll-Lautsprecher bestückt und beinhaltet die Systemelektronik. Außerdem ist auf der Rückseite das Transportfach für Mittel-/Hochtonsäule und Distanzstücke angebaut. Dies alles braucht Platz, und somit ist alleine die Basis-Box der JBL Eon One ein stattliches Teil mit etwas mehr als einem halben Meter Höhe. Die Elektronik inklusive Endstufe ist allerdings so konstruiert, dass kein Lüfter notwendig ist und somit auch keine störenden Nebengeräusche zu hören sind – und dies trotz satter 380 Watt Ausgangsleistung. 250 Watt bekommt der Bass ab, 130 Watt die Mittel-/Hochtonsäule, die mit sechs 2-Zoll-Tweetern bestückt ist. Sowohl Bass als auch Tweeter fallen größer aus, als bei vielen anderen Kompakt-PAs, was sich im Sound bemerkbar macht.

Die Tweeter sind nach dem Vorbild von Groß-PAs in vertikaler Richtung bogenförmig angeordnet, sodass mit einem Abstrahlwinkel von vertikal 100 Grad und horizontal 50 Grad eine Raum anregende Beschallung erreicht wird. JBL nennt die Lautsprecheranordnung „Directivity Control Geometry“ und hat diese zum Patent angemeldet. Der Schall soll weit tragen und sich optimal im Raum ausbreiten. Die 50 Grad in der Horizontalen machen auch gut den Einsatz eines zweiten Systems für einen Stereo-Aufbau möglich, ohne dass es dabei zu allzu großen Überschneidungsfeldern mit Frequenzauslöschungen kommt. Beim Mono-Einsatz sollte man aber darauf achten, dass der Abstand zum Publikum groß genug ausfällt, damit sich auch alle im Direktschallkegel befinden.

Mixer

Die Mixer-Sektion bietet zwei Mono- und zwei Stereo-Kanäle. Die beiden Mono-Kanäle sind mit ihren Kombi-Eingangsbuchsen sowohl für Instrumente als auch für Mikrofone gerüstet, die Eingangsempfindlichkeiten sind umschaltbar. Eine Phantomspeisung zur Versorgung von Kondensatormikrofonen ist nicht vorgesehen. Der Kanal-EQ fällt mit einem Höhen- und einem Bassregler nicht gerade üppig aus, ist aber dennoch ausreichend, da der Grundsound stimmt. Den Signalen der Kanäle 1 und 2 kann außerdem Hall zugemischt werden. An der Effektqualität ist nichts auszusetzen, einstellbare Parameter gibt es allerdings nicht, sodass man die etwas lang geratene Hallfahne nicht zurechtstutzen kann. Der lange Hall ist für viele Lokalitäten, Stilrichtungen und Geschmäcker genau richtig, für andere Gelegenheiten hätte man sich aber eine schnellere Abklingphase gewünscht. Stattdessen muss man die hörbare Halldauer über die Hallintensität steuern. Dafür gibt es einen Schalter für jeden Kanal, mit dem sich der Effekt komplett abschalten lässt, so dass man Ansagen auf Knopfdruck ohne Effekt durchgeben kann. Den Abschluss der beiden Mono-Kanalzüge bildet der Regler für die Kanallautstärke.

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