Test Kawai CA17: Weniger ist mehr

Reduktion aufs Wesentliche gehört zum Konzept des Kawai CA17. Musikern, die einfach nur Klavier spielen wollen, bietet es hochwertige Pianosounds und eine optimale Tastatur. Wir haben nachgesehen, ob dabei auch Wünsche offen bleiben.

Mit dem neuen CA17 ermöglicht Kawai den Einstieg in die edle Concert-Artist-Digitalpiano-Reihe zu einem moderaten Preis. Das Topmodell CA97 wurde schon in Ausgabe 3/2015 ausführlich getestet und konnte absolut überzeugen. Für 1.799 Euro ist das CA17 aktuell im Handel zu haben und damit für etwas mehr als die Hälfte des Preises, der für das CA97 aufgerufen wird. Da stellt sich die Frage: Bekommt man hier für sein Geld genug geboten, oder sollte man doch lieber gleich zum Topmodell greifen?

Bevor man in ein neues Instrument investiert, sollte man sich natürlich immer überlegen, welche Ausstattungsmerkmale und Soundfülle man tatsächlich braucht. Wo das Topmodell CA97 mit ausgefeiltem Soundsystem inklusive Resonanzboden und Transducer-Technik auftrumpft, wirkt das CA17 mit seinen Lautsprechern fast schon bescheiden. Doch so ein Äpfel-Birnen-Vergleich ist wenig zielführend, denn hier werden ganz unterschiedliche Zielgruppen angesprochen.

Interessant ist das CA17 vor allem für Musikerinnen und Musiker, die in erster Linie Klavier spielen wollen – mit einer Grundausstattung an Klangfarben und einem starken Fokus auf einer Flügel-ähnlichen Tastatur. Auch unter den 19 Sounds findet man seine Lieblinge, und wer detaillierter an den Klangdetails feilen möchte, kann dies bei Kawai traditionell mit der Funktion „Virtual Technician“ machen – heute ganz bequem und zeitgemäß über eine eigene iPad-App. Nicht jeder will aber so weit eintauchen. Und man muss es auch nicht, denn die Qualität der Werksounds stimmt.

Tastatur

Die RM3 Grand II Mechanik des Kawai CA17 verfügt über längere Tasten als die meisten Digitalpianotas­taturen. Entscheidend ist hier die Tastenvorderlänge von der Tastenkante bis zum Waagebalkenstift, dem Drehpunkt der Mechanik. Denn je länger dieser Tastenteil, desto differenzierter lässt sich der Anschlag dosieren. Alle Tasten werden wie bei einem Flügel aus langen Holzteilen gefertigt und verfügen über einen griffigen Ivory-Touch-Belag. Länger und damit Flügelmaß sind eigentlich nur die Tasten der größeren Geschwistermodelle CA67 und CA97.

Ebenfalls vorhanden ist eine feine Gewichtung. Kleine Gewichte, im vorderen Teil der Taste eingearbeitet, regulieren das dynamische Spielgewicht der Taste, welches beim Fortissimo-Spiel eine wichtige Rolle spielt. Drei Sensoren sorgen dafür, dass alle Nuancen des Anschlags an die Tonerzeugung übermittelt werden. Besonders gut gelingen Ton- und Akkordrepetitionen, da man die Tasten nicht ganz loslassen muss, um erneut anzuschlagen – ganz wie bei einem echten Flügel.
Die Druckpunktsimulation fällt dezent aus, ist aber bei allen Tasten präzise spürbar. Alles in allem ist die RM3 Grand II Mechanik eine sehr gute Tastatur, die den hohen Ansprüchen klassisch orientierter Spieler völlig gerecht werden dürfte.

Audio-Demos zum Kawai CA17

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