Test Kawai CS8: Klassisch modern

Die Digitalpianos der CS-Serie von Kawai pflegen das Erscheinungsbild moderner Klaviere auf der technischen Basis der CA-Digitalpianomodelle, die sich im Design als typische Homepianos zu erkennen geben. Im Test: das Kawai CS8, die Nummer 2 neben dem Topmodell CS11.

Kawai CS8
Das Kawai CS8 ist ein vielseitiges Homepiano mit ausgezeichneten Pianosounds. (Foto: Kawai)

Für Freunde des klassischen Klavierdesigns bietet Kawai eine spezielle Produktlinie an, die sich auf die typischen optischen Merkmale eines modernen Klaviers konzentriert. Technisch sind die Pianos identisch mit der CA-Serie, wobei es bei den neuen CS-Modellen einen Unterschied gibt: Die Endstufentechnologie entstammt einer noch jungen Kooperation von Kawai mit Onkyo. Das Kawai CS8 zeigt im Praxistest, was die Entwickler dem Homepiano mit auf den Weg gegeben haben.

Outfit

Ein hohes Gehäuse, ein Konsolenspieltisch mit leicht geschwungenen Beinen und silberne Pedale sorgen beim CS8 für ein elegantes und edles Erscheinungsbild. Unterstrichen wird die noble Anmutung durch die schwarze Hochglanzlackierung. Ein breiter, klappbarer Notenständer mit Lederauflage und ein schlichter silberner Schriftzug runden das Bild ab. Einziges optisches Manko: Die Pedalleiste ist nur matt lackiert. Das fällt aber erst auf den zweiten Blick auf.

Unterhalb des Spieltisches befinden sich zwei Anschlussfelder, vorne links und gut erreichbar die Kopfhöreranschlüsse und die USB-to-Device-Buchse für externe Speichermedien, etwas weiter hinten ein Line-Eingang (Stereo-Miniklinke), zwei Stereo-out-Buchsen, MIDI-in/out und ein USB-to-Host-Anschluss für eine MIDI-Verbindung zum Computer. Die Ein- und Ausgänge sind separat regelbar.

Bedient wird das Instrument über ein Panel links neben der Tastatur; Einschaltknopf und Schieberegler für die Gesamtlautstärke befinden sich auf der rechten Seite. Unter dem großen, blau beleuchteten LC-Display (128 x 64 Pixel) befinden sich drei Taster, mit denen sich im Display angezeigte Menüpunkte direkt anwählen lassen. Mit den Cursor­tasten darunter navigiert man durch die Menüs. Es folgen Taster für Metronom, Reverb, Effekte und die Aufnahmefunktion. Hinter der Metronomfunktion verbergen sich auch 100 Drum-Grooves, mit denen man hervorragend jammen kann. Unten auf dem Panel befinden sich acht Taster für die Soundbänke und ein Registrations-Button mit 16 Speicherplätzen, um vorgenommene Einstellungen zu sichern.

Tastatur

Ausgestattet ist das CS8 mit der Grand-Feel-II-Mechanik mit Druckpunkt-Simulation und Holztasten. Nur jeweils die beiden Topmodelle der CS- und CA-Reihe werden mit diesen Mechaniken ausgestattet. Die Grand Feel II verfügt über längere Tasten als die meisten Digitalpianotastaturen. Entscheidend ist hier die Tastenvorderlänge von der Tastenkante bis zum Waagebalkenstift, dem Drehpunkt der Mechanik. Je länger dieser Tastenteil, desto differenzierter lässt sich der Anschlag dosieren. Bei der Grand Feel II entspricht die Tastenvorderlänge Flügelmaß.

Die Tasten werden aus Holzteilen gefertigt und verfügen über einen griffigen Ivory-Touch-Belag. Neu ist die Ebony-Touch-Oberfläche der schwarzen Tasten. Beim Vorgängermodell noch aus rutschigem Kunststoff, verbessert die neue ebenholzartige Haptik der schwarzen Tasten das Spielgefühl deutlich.

Ebenfalls neu ist eine Gewichtung, die im vorderen Teil der Taste eingearbeitet ist und ein differenziertes und zuverlässiges Pianissimo-Spiel unterstützt. Drei Sensoren sorgen dafür, dass alle Nuancen des Anschlags optimal an die Tonerzeugung übermittelt werden und das flügelähnliche Spiel­gefühl sich auch im Klang wiederspiegelt.

Die Druckpunktsimulation fällt sehr dezent aus und dürfte vielleicht sogar noch etwas deutlicher zu spüren sein. Subjektiv dauert es etwas, bis die Tasten wieder zurück in der Ausgangsposition sind, was aber keine Auswirkung auf die Repetitionsfähigkeit hat. Insgesamt lässt sich die Tastatur sehr gut spielen und ermöglicht durch die drei Sensoren ein dynamisch sehr differenziertes Spiel, das die Möglichkeiten der Klavierklänge voll ausschöpfen kann.

Audio-Demos zum Kawai CS8

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