Test Ketron MidjPro: Multitalent

Klangerzeuger mit Begleitautomatik ohne Tastatur, auch Arrangermodule genannt, sucht man heute fast vergebens. Ketrons MidjPro ist einer der letzten Vertreter dieser raren Spezies, aber technisch absolut auf der Höhe der Zeit.

Ketrons MidjPro vereint Soundmodul, Styleplayer, Videoplayer und Fileplayer. Außerdem verfügt er über zwei unabhängige Abspieleinheiten, die parallel genutzt werden können. Der große Vorteil des Pultdesigns ist dabei, dass man das Gerät prinzipiell an jedes schon vorhandene MIDI-fähige Instrument anschließen kann, sei es Digitalpiano, Stagepiano oder Akkordeon. Und natürlich eignet sich dafür auch ein Arranger-Keyboard, hinsichtlich der Steuerungsmöglichkeiten vor allem ein Keyboard von Ketron.

Outfit

Optisch macht das MidjPro eine sehr gute Figur. Die Designer haben ihm eine silberfarbene Oberfläche mit auf den Weg gegeben; die angeschrägte Oberseite erleichtert sowohl die Bedienung als auch die Ablesbarkeit des Displays. Haptik und Verarbeitung vermitteln Wertigkeit, und auch die Ladezeit des Systems mit etwas mehr als 30 Sekunden geht völlig in Ordnung.
Im Zentrum des Bedienfelds steht das mit 7 Zoll großzügig dimensionierte, farbige Touch-Display mit 800 x 480 Punkten. Zusätzlich ist der Bildschirm von vielen mehrfarbig beleuchtbaren Drucktastern umrahmt. Zur Werteeingabe und zum Scrollen gibt es ein griffiges Datenrad. Unterhalb des Displays liegen solide arbeitende Fader, mit denen die Lautstärken der Style- und File-Gruppen geregelt werden, ebenso wie die der Mikrofone. Jedes Player-Modul besitzt einen separaten Masterfader.

Anschlüsse

Umfangreiche Audio- und MIDI-Anschlüsse finden sich an der Geräterückseite. Daher stellt man das Gerät entweder seitlich oder deckt die Rückseite ab, wenn das Modul über dem Keyboard auf ein Stativ gestellt wird, andernfalls bekommt das Publikum die Kabelage zu sehen. Mit der Vielzahl der Eingänge kann man sich als Solist auch ein zusätzliches Mischpult ersparen: Der Lead-Gesang wird über eine Buchse mit kombiniertem Klinken-/XLR-Eingang angeschlossen. Eine zweite Klinkenbuchse dient als zweiter Mikrofoneingang oder zum Anschluss einer Gitarre, die auch mit internen Effekten bearbeitet werden kann. Zum Anschluss von MIDI-Geräten findet sich das bewährte MIDI-Trio; die Styles und Files können damit auch über MIDI an einen anderen Klangerzeuger ausgegeben werden, intern kann man dabei für jede Spur zwischen internem und externem Modul wählen.

Keyboards verbinden kann man per USB-MIDI – die Erkennung funktioniert problemlos. Dazu stehen drei USB-Slots an der rechten Seite zur Verfügung, die natürlich auch zum Anschluss von USB-Datenträgern dienen, ebenso wie der SD-Card Slot. Die eingebaute SSD-Festplatte mit 16 GB Kapazität glänzt durch sehr schnelle Ladezeiten und kann durch eine optionale 500-GB-SATA-Festplatte ergänzt werden. Es werden optional auch noch zwei SSD-Kits (120 GB und 240 GB) angeboten. Per USB-Device-Anschluss können Files auch direkt vom Computer auf die interne Platte kopiert werden. Zur Ausgabe von Videos oder Texten lassen sich Bildschirme per VGA- oder Digitalausgang anschließen.