Test Kurzweil Artis SE: Sparpaket

Kompakter, leichter und deutlich günstiger – so lassen sich die Unterschiede zwischen den Kurzweil-Stagepianos Artis und dem neuen Artis SE zusammenfassen. Welche technischen Änderungen damit einhergehen, haben wir im Test überprüft.

Das geht doch noch ein Stück kompakter! So dachten sich wohl die Kurzweil-Entwickler und machten das Stagepiano Artis noch mal gute vier Kilogramm leichter. Das so entstandene Kurzweil Artis SE bietet beim Blick in die technischen Daten fast alles, was man auch im großen Modell findet – nur bei den Bedienelementen fällt die Reduktion gleich auf. Wir haben für Sie ausprobiert, wo sonst noch Unterschiede zu finden sind. Herzstück sind und bleiben aber bei allen Stagepianos der Artis-Serie die Samples des „German 9’ Grand Piano“.

Outfit

Klassisches Bühnendesign ohne Schnörkel und die für viele Kurzweil-Instrumente typische nach oben abgewinkelte Gehäuserückseite zeichnen das Artis SE aus. Das robuste Metallgehäuse ist gerade etwas breiter als die Klaviatur und misst inklusive der Seitenwangen aus Kunststoff keine 129 Zentimeter. Verstaut in einer Transporttasche passt es damit

sogar auf die Rückbank vieler Kleinwagen. Dieses kompakte Design macht natürlich Änderungen an der Bedienoberfläche nötig: Pitchbend- und Modulationsrad wandern an eine Position links oberhalb der Tastatur; die Transpose-Taster und der Rotary-Switch des Artis werden beim Artis SE zu zwei zuweisbaren Schaltern.

Die Bedienoberfläche zeigt für Kurzweil typische Züge, fällt beim Artis SE aber spartanischer aus, als beim großen Geschwistermodell. Rechts neben den erwähnten Rädern findet man Master-Volume-Slider und 3-Band-Master-EQ. Letzterer verfügt über fixe Einsatzfrequenzen, beim größeren Artis ist das Mittenband stimmbar. Es folgen vier Taster und vier Slider für die vier Tastaturzonen; die Slider können neben der Lautstärke der einzelnen Parts auch andere Funktionen übernehmen. Ansonsten findet man Menü-, Favoriten- und Kategorietaster. Vor allem Letztere zeigen neben der Anzahl der Slider den deutlichen Unterschied zum großen Artis. Auch das LC-Display fällt beim Artis SE mit zweimal 20 Zeichen kleiner aus, bietet für den Live-Betrieb aber genügend Auskunft. Massiv wirkt dagegen das Drehrad, mit dem sich Werte eingeben oder Sounds weiterschalten lassen.

Bei der Tastatur greift Kurzweil gerne auf Modelle von Fatar zurück. Im Artis SE findet man die Fatar TP100. Auf aktuelle Trends wie Druckpunktsimulation oder elfenbeinartige Tastenbeschichtung wird verzichtet. Leider auch auf einen dritten Tastensensor, mit dem sich schneller repetieren ließe; zudem könnte man ihn auch für andere Trigger-Zwecke wie eine variable Klangauslösung bei Orgelsounds einsetzen. Der getesteten Tastatur kann man jedoch ein angenehmes Spielgefühl attestieren und dem Instrument insgesamt eine sehr gute Abstimmung der Sounds auf die Klaviatur.

Die Rückseite bietet Bewährtes: Zwei Anschlüsse für Taster und ein Pedal-Anschluss sind für ein Stagepiano nicht revolutionär viel, allerdings hat man mit Stereo-Fußpedalen die Möglichkeit, insgesamt vier Fußtaster zuweisen zu können. Zwei USB-Anschlüsse ermöglichen das Sichern von Daten auf externe Medien oder die Kommunikation mit Rechnern. Der vorhandene Lightning-USB-Kamera-Adapter reicht aus, um das Artis SE mit einem Apple iPad zu verbinden. Hierfür gibt es die kostenlose App „Artis Sound Editor“, mit deren Hilfe man das volle Potenzial der Einstellmöglichkeiten des Stagepianos ausnutzen können soll. Alternativ erhältlich: die Editor-Software für Windows- und Mac-Computer. Die beiden Audioausgänge sind sowohl für symmetrische als auch für unsymmetrische Klinkenverbindungen vorbereitet. Auch die MIDI-Anbindung fällt mit je einem Ein- und Ausgang für ein professionelles Stagepiano etwas spartanisch aus. Dafür lassen sich externe Zuspieler per Stereo-Miniklinke einspeisen, allerdings nicht separat in der Lautstärke verändern.

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