Test MicW i3DMic Pro 750: Clevere Lösung

MicW verspricht mit dem i3DMic Pro750 ein erschwingliches 3D-Mikrofon im Kopfhörer­format. Wir haben das Gerät einem Praxistest unterzogen.

MicW i3DMic Pro 750

Das i3DMic Pro750 von MicW könnte in eine interessante Lücke vorstoßen. Per Kunstkopf lassen sich einzigartig dreidimensionale Aufnahmen anfertigen. Leider waren die bisher verfügbaren Geräte meist unerschwinglich teuer. MicW verspricht hier eine erschwingliche Lösung.

Der Kunstkopf ist ein Mittel zur Tonaufnahme, das sich die menschliche Physiognomie und unser spezifisches Hörverhalten zunutze macht. Auf einer Kopfnachbildung sind Kugelmikrofone mit stilisierten Ohrmuscheln platziert, die damit den Schall fast wie bei uns Menschen aufnehmen. Bei der Kopf­hörer-Reproduktion zeigt sich dies in einer außer­ordentlichen Räumlichkeit des Klangs. Der i3DMic verfolgt einen vergleichbaren Ansatz: An den Hörmuscheln eines geschlossenen Ultrasone-Pro-750-Kopfhörers wurden Kugelmikrofone angebracht; lediglich die nachgebildeten Ohrmuscheln entfallen.

Die aus Aluminium gefertigten Hörer wirken robust, dazu lässt sich die Konstruktion dank größenvariablem Bügel und Kugelgelenk differenziert an die Kopfform anpassen. Die velourumfassten Ohrauflagen bieten angenehmen Sitz und ausreichende Außenabschirmung. Zum Lieferumfang gehören mehrere Verbindungskabel, Windschützer und Ersatzohrpolster. Betreiben lässt sich der i3DMic an portablen digitalen Aufnahmegeräten und Kameras. Ein Anschluss des Mikrofonkabels an konventionelle Mikrofonvorverstärker ist derzeit nicht möglich – ein passendes Adapterkabel mit zwei XLR-Anschlüssen ist jedoch in Planung.

Schallwandler

Die dem Hörer zugrundeliegende S-Logic-Technik bezieht durch eine dezentrale Anordnung der Schallwandler die Ohrmuschel in den Hörprozess ein. Richtungsinformationen und räumliches Hören werden so verbessert. Der 364 Gramm leichte dynamische Kopfhörer arbeitet mit titanüberzogenen 40-mm-Treibern mit 40 Ohm Impedanz, bietet einen Übertragungsbereich von 8 Hz bis 35 kHz und ist besonders zum Betrieb an mobilen Endgeräten geeignet.

Die in den Ohrmuscheln integrierten Kondensatormikrofone mit sieben Millimeter Kapseldurchmesser arbeiten mit Kugelcharakteristik. Ihr Aufnahmebereich liegt zwischen 20 Hz und 20 kHz. Der mögliche Maximalpegel von 128 dB erlaubt es, auch laute Schallquellen risikolos aufzuzeichnen.

Praxis

Bei der Klangbeurteilung der Kopfhörer fällt deren straffe und präzise Musikwiedergabe auf. Die reproduzierten Instrumente werden lautsprecherähnlich übersichtlich und mit natürlicher Räumlichkeit gestaffelt. Auffällig bei der Mikrofonaufnahme, die natürlich mit Monitoring erfolgt, sind die eingefangene Räumlichkeit und der damit einhergehende Eindruck, mittendrin zu sein. Wechsel zwischen Örtlichkeiten zeigen sich dabei frappierend deutlich. Mikrofonauswahl und -platzierung sind also überzeugend gelungen. Der extrem räumliche Charakter der Aufnahmen bleibt bei der Wiedergabe über Lautsprecher erhalten.

Fazit

Wer sich mit Aufnahmen jeglicher Art beschäftigt und gerne dreidimensionale Instrumentenaufnahmen vornimmt, findet im i3DMic Pro750 eine beeindruckende und portable Recording-Lösung zu einem fairen Preis von knapp 800 Euro.

Wertung

+ Dreidimensionale Aufnahme bei gleichzeitigem Monitoring

+ Überzeugender Kopfhörer

+ Portable Lösung

- Fragiles Mikrofonanschlusskabel