Test Montarbo E616A und Earth118: Tief und klar

Ein leistungsstarkes PA-System, aus aktiven Montarbo-Boxen kombiniert: Zwei Topteile vom Typ E616A und ein Subwoofer Earth 118 stellen sich dem Praxistest. Für welche Einsatzszenarien ist die Kombi geeignet?

 

Montarbo E616A und Earth118
Zwei starke Aktivboxen bietet Montarbo mit den Topteilen E616A und dem Subwoofer Earth 118 an. (Foto: Montarbo)

Kompaktes, schlankes Design ist bei Musikern gefragt – besonders, wenn sie in der Unterhaltungsmusik, im Jazz oder anderen Stilen tätig sind, bei denen das Protzen mit großen Lautsprecherwänden nicht zum Geschäft gehört. Ist außerdem ein glasklarer, transparenter Sound gefragt, empfiehlt Musik und Technik, der deutsche Montarbo-Vertrieb aus der Musik-Meyer-Gruppe, etwa die Aktivbox E616A als Topteil, den Subwoofer Earth 118 für das Bassfundament. Wir haben ein Trio aus zwei Topteilen und einem Subwoofer auf den Prüfstand gestellt.

Topteil

Schlanke Leichtgewichte – auf ihre Art – sind die Montarbo E616A. Die 15,4 kg schweren Boxen sind mit zwei 6-Zoll-Tieftönern und einem 1-Zoll-Horntreiber in D’Appolito-Anordnung ausgestattet. Bei der D’Appolito-Anordnung befindet sich der Hochtöner (Horn mit 80 x 60 Grad Abstrahlung) in der Mitte, Tief-/Mitteltöner sind darüber und darunter angeordnet. Vorteil der Bauweise: Rund um die Übernahmefrequenz kommt es zu einer Kopplung, wodurch der Schall gebündelt und gerichtet abgestrahlt wird. Dadurch werden bei senkrechter Aufstellung der Box weniger Schallanteile an Boden und Decke gestrahlt, und der Schall soll insgesamt weiter in Richtung Publikum tragen. Angetrieben werden die Chassis von zwei Class-D-Endstufen im Innern: 500 Watt stehen für die 6-Zöller bereit, 150 Watt fürs Hochtonhorn.

Die Boxen sind aus Holz konstruiert und mit Strukturlack gegen äußere Einflüsse geschützt. Vor den Lautsprechern sitzt ein Metallgitter, auf Akustikschaum wird verzichtet. An der Unterseite findet man Gummifüße und einen Stativflansch. Hinten an der Oberseite ist ein Griff ins Gehäuse gefräst. Damit lässt sich der Lautsprecher einigermaßen bequem transportieren. An den Gehäuseseiten findet man noch Vertiefungen, wo Gummifüße angebracht werden könnten, um die Box als liegenden Front-fill-Lautsprecher einzusetzen.

Die Rückseite wird von der Anschlussplatte dominiert, hinter der die Steuer- und Leistungselektronik sitzt. Strom gibt’s über Powercon-Verbinder, Signale kommen über eine XLR-Leitung an. Über die Link-out-Buchse kann das ungefilterte Signal weitergeschleift werden. An der Sub-out-Buchse liegt ein vom internen DSP bearbeitetes Signal für den Subwoofer an. Über Tipptaster kann man die Hersteller-Presets durchsteppen, auch eigene Einstellungen sind möglich. Diese werden in einer eigenen Software erstellt und per USB-Interface und Datenleitung – zwei RJ45-Anschlüsse sind ebenfalls vorhanden – an die Box übertragen.

Das Erstellen eigener Presets kann eigentlich nur Profis empfohlen werden, denn es lässt sich für typische Musikeranwendungen nur schwer etwas verbessern, aber leicht eine akustische Katastrophe auslösen. Die Lautstärke wird über einen Dreh­regler bestimmt; verschiedene Status-LEDs geben Auskunft über anliegende Signale, Einsetzen der Schutzschaltungen und das gewählte Preset.

Subwoofer

Selbst unter den in den letzten Jahren schon erheblich geschrumpften 18-Zoll-Subwoofern gehört der Montarbo Earth 118 zu den kompakteren Vertretern. Sein Gehäuse misst 50,6 mal 53,6 mal 58 cm, und er bringt 39 Kilogramm auf die Waage. Gummifüße findet man an der Unter- und Rückseite. Den Transport erschweren allerdings die ins Gehäuse eingefrästen Griffe. Zu zweit bequem tragen kann man den Earth 118 nur mit der Rückseite nach unten. Für längere Strecken empfiehlt sich ein Rollbrett.

Die Metallplatte des Anschlussfelds beherbergt auch die Kühlrippen, die den 1500 Watt starken Antrieb des Subwoofers vor Überhitzung schützen. Das Anschlussfeld bietet je zwei symmetrische Line-Eingänge, Link-Ausgänge und gefilterte Topteil-Ausgänge – alle im XLR-Format. Die Trennfrequenz liegt bei 100 Hertz; die Flankensteilheit kann über einen Drucktaster zwischen 12 und 24 dB pro Oktave umgeschaltet werden. Neben einem Lautstärkeregler findet sich ein Phasenumkehrschalter. Strom gibt’s über Powercon-Verbinder, die Netzspannung kann – wie bei den Topteilen – weitergeleitet werden.

Tipp: Lösung fürs Monitoring

Wer von der Leistung der E616A überzeugt ist, findet bei Montarbo auch eine Lösung fürs Monitoring auf der Bühne. Der passive Monitor E616M beinhaltet die selben Schallwandler, ist aber als passiver Wedge konstruiert. Neben hoher Sprachverständlichkeit und präsentem Klang punktet das Modell durch seine geringe Tiefe. Speakon-Anschlüsse findet man links und rechts an den Seiten, wodurch die Reihenschaltung von zwei Boxen einfacher zu verkabeln ist.

Abonnenten lesen mehr

Als tastenwelt-Abonnent können Sie sich in der Spalte rechts einloggen und diesen Beitrag in voller Länge online lesen. Als Benutzernamen geben Sie Ihre Abonummer, als Passwort Ihre PLZ ein. Beide Angaben finden Sie auf dem Adressaufkleber Ihrer tastenwelt-Ausgaben.

Noch kein kein tastenwelt-Abonnent? Abo jetzt bestellen!