Test: Roland HS-5 Session Mixer: Besser leise üben

Für die Bandprobe zu Hause bietet Roland mit dem HS-5 eine neue Lösung: Sie üben mit Kopfhörer, schließen Frieden mit Nachbarn und bekommen die präzise akustische Kontrolle über das musikalische Geschehen. Wie das funktioniert, lesen Sie in diesem Test.

Roland HS-5
Der Roland HS-5 ist ein sehr vielseitiger Assistent für Bands und andere Ensembles, die leise proben müssen oder wollen. (Foto: Roland)

Das HS-5 ist ein Mischpult, das für die „digitale Bandprobe“ konzipiert wurde: Fünf Instrumente wie E-Drums, Keyboard, Gitarre und/oder vier Mikrofone lassen sich anschließen und über bis zu fünf Kopfhörer abhören. Dies bringt mindestens drei Vorteile im Vergleich zur herkömmlichen Probenraum-Session: Erstens verläuft die Probe fast lautlos; in benachbarten Räumen ist wenig bis gar nichts zu hören. Zweitens haben Musiker und Sänger eine direktere und somit bessere akustische Kontrolle; Fehler beim Üben machen sich schneller bemerkbar. Und drittens können Sie alle Musikstücke und sogar einzelne Kanäle einfach und in guter Audio-Qualität aufzeichnen. Gründe genug, sich den Roland-Mixer etwas näher anzusehen.

Überblick

Der HS-5 Session Mixer ist ein kompaktes Gerät, dessen Form an ein Drumpad erinnert. Die Oberfläche ist klar strukturiert: Vier Kanäle (Sektion A bis D) bieten je einen XLR- und zwei Monoklinken-Eingänge sowie je zwei Kopfhörer-Anschlüsse (Klinke und Stereo-Miniklinke) mit mehreren Eingangstypen: Bei „Line“ bleibt das Signal unverändert, bei „Guitar“ und „Bass“ stehen typische Amp-Simulationen sowie bei „Mic“ Effekte für Gesang bereit.

Pro Sektion (A–D) finden sich Drehregler für Kopfhörer, Effekt und Lautstärke. Hinzu kommt Sektion E, bei der nur Klinkeneingänge (Stereo-Miniklinke, zweimal Klinke) vorhanden sind. Die Master-Sektion enthält neben dem Main-Regler fünf weitere Drehregler für das Mischungsverhältnis zwischen den Bereichen A bis E sowie Effektanteil und die Lautstärke des Metronom-Klicks.
Im Zentrum der Bedienoberfläche liegen die Taster zum Aktivieren des separaten Sub-Mixers (Mix A bis D) und Main-Mixers samt Lautstärke-Balancen. Jeder Teilnehmer kann seine Einstellungen selbst regeln. Möchte der Bassist sich lauter hören, nutzt er einfach seinen eigenen Sub-Mixer, ohne das Mischungsverhältnis des Main-Mixers zu beeinflussen.

Roland HS-5 Anschlüsse
Die Sektionen A–D verfügen über XLR- und Monoklinkeneingänge. (Foto: Roland)

Ein so umfangreiches Angebot an Anschlüssen stellt viele Bands wohl zufrieden. Im Grunde können Sie die vier Sektionen A bis D sogar doppelt belegen – ein Mikrofon und ein Stereo-Line-Eingang gleichzeitig. So kommen Sie insgesamt auf jeweils vier Mikrofone und Instrumente plus einer weiteren Stereo-Quelle (Sektion E). In der Praxis werden Sie aber an Grenzen stoßen, denn wenn Sie eine Gitarre oder Keyboard und gleichzeitig ihr Mikrofon an einer Sektion anschließen, können Sie z.B. die Lautstärken von Instrument und Stimme im Mixer nicht unterschiedlich regulieren. Durch den Lautstärkeregler an Line-Quellen hat man noch gewisse Möglichkeiten; der E-Gitarrist wäre in diesem Fall aber auf externes Equipment angewiesen.

Wenn Sie tatsächlich mehr Mixer-Kanäle brauchen, die sich separat mischen lassen, können Sie zwei HS-5 über Sektion E (sie entfällt in diesem Fall als Eingangskanal für Instrumente) verbinden, sodass viele Musiker zweimal Sektion A bis D nutzen und sich gegenseitig mischen und hören können. Übrigens: Herkömmliche Bläser- und Vokal-Ensembles bieten sich nicht für leises, digitales Proben an, da Blasinstrumente und Stimmen stets laut sind.

Ein sinnvolles Zubehör, das Sie beim Kauf einplanen sollten, ist der Ständer (Roland PDS-10, ca. 100 Euro), dessen Halteplatte fest mit dem HS-5 verschraubt wird. Mit diesem Stativ bekommt der leichte Session Mixer einen sicheren Stand.

Info: Alter­nativen zum HS-5

Wer sich schon länger mit der Thematik „Digitale Bandprobe“ befasst hat, ahnt bereits, dass der neue Roland HS-5 eine Antwort auf das Probesystem JamHub Tourbus darstellt, das sich seit dem Erscheinen im Jahr 2010 vielfach bewährt hat. Der Mitbewerber JamHub Tourbus bietet zum ähnlichen Preis (ca. 570 Euro) zwar mehr XLR-Eingänge, muss aber etwa beim Amp-Modeling für Gitarre und Bass oder beim Speichern von persönlichen Einstellungen passen. Hier klärt ein Probieren auf eigene Faust letztlich, mit welchem Mischer Sie schneller klar kommen.

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