Soundcraft Signature 12 MTK im Test: Die Mischung macht’s

Das Soundcraft Signature 12 MTK hat einige Schmankerl an Bord: Limiter von dbx, Effekte von Lexicon, Preamps des Soundcraft Ghost und Equalizer des Soundcraft Sapphyre. Wie sich die Mischung in der Praxis bewährt, zeigt der Test.

Das Soundcraft Signature 12 MTK ist Vertreter einer kleinen Mischpult-Familie mit Modellen mit 10 bis 22 Eingangskanälen. Zugleich ist es der kleinste Vertreter der Serie mit „MTK“-Funktion (Multi Track Recording). Das kleine Analogmischpult ist als Front-End einer DAW konzipiert. Die 12 Kanäle lassen sich sämtlich simultan mitschneiden, und in jedem Kanal kann man umschalten, ob die Wiedergabe der jeweiligen Kanal-Nummer über USB erfolgen soll (also von der DAW), oder ob man das am Analogeingang anliegende Signal hören will. Dies ist attraktiv, da die Preamps gut klingen, rauscharm und pegelfest sind. Der Umstand, dass die Stereosumme auf den USB-Kanälen 13 und 14 ausgespielt wird, bedeutet nicht weniger, als dass ohne Umwege einfach analog summiert werden kann, was man mit der DAW ausspielt. Was sonst noch geboten wird, haben wir im Praxistest überprüft.

Ausstattung

Das kompakte Soundcraft-Analogmischpult verfügt über sechs Mono-Kanalzüge mit 60-mm-Fadern, von denen die ersten beiden mit einem Limiter-Schalter (ohne weitere Drehregler) versehen sind. Die Klinkenbuchsen der Kanäle 5 und 6 lassen sich auf „Hi-Z“ umschalten, also auf den Direktanschluss von (E-)Gitarren und Bässen. Letzteres lädt zum Gebrauch von Plug-in-Effekten für E-Gitarre in der DAW ein.

Unterhalb der Gain-Regler finden sich Hochpässe (bei 100 Hz, 18dB/Oktave) und je ein Umschalter für wahlweise Analog-Eingang oder USB-Return mit derselben Kanalnummer. Diese Funktion eröffnet die Option, die Begleitung von der DAW zu mischen, während man eine oder mehrere Spuren aufnimmt. USB-send und USB-return liegen vor dem Hochpass und dem EQ, direkt nach dem Gain. Rumpeln würde also auch mit der DAW aufgenommen werden, was man bedauern kann. Andererseits sind versehentlich eingeschaltete Hochpässe dann kein Problem.

 

Die Klangregelung ist das Alleinstellungsmerkmal dieses kleinen Mischpults. Die Shelving-Filter haben Einsatzfrequenzen von 12 kHz und – sehr tief abgestimmten – 60 Hz. Ihre britische Charakteristik bewirkt bei Absenkungen eine Anhebung (!) um diese Nennfrequenzen, aber eben Absenkungen jenseits davon. Bei Anhebungen der Shelving-Filter gibt es bei den Nennfrequenzen selbst leichte Absenkungen. Dieses Resonanzverhalten und die sehr tiefe Abstimmung des Bass-Reglers korrespondieren mit dem asymmetrischen Regelverhalten der halbparametrischen Mitten: Anhebungen sind breit, Absenkungen schmal.

Dies bedeutet, dass die Klangregelung jegliche Penetranz vermeidet, denn am stärksten Klang färbend wirken sich mittlere Q-Faktoren aus. Bei von Haus aus gut klingenden Instrumenten und Mikrofonen wünscht man sich genau das am häufigsten – breite Anhebungen und schmale Absenkungen. Insbesondere ist es kein Fehler mehr, tatsächlich anzuheben – eine Maßnahme, die konventionelle, mittelschmale halbparametrische Mitten mit starken Resonanzen und Eigen-Klangwürze quittieren. Was man auch anstellt, die Klangregelung macht etwas Angenehmes, nichts Verwerfliches. Allerdings sind die harten Korrekturen nicht ihre Sache. Aber das ist ja auch hinfällig, denn dazu hat man ja im Rahmen der Musikproduktion in der DAW alle Möglichkeiten. Und wer das Signature 12 MTK für eine kleine Besetzung als Live-Pult einsetzen möchte, hat mit Ausnahme eines Summen-Equalizers alles Notwendige parat.

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