Test Steinigke Light’J: Steuerberater

Weg vom Lichtpult, hin zur iPad-App: Mit Light’J realisiert Steinigke einen völlig neuen Ansatz der Lichtsteuerung. Löst der Hersteller damit sein Versprechen ein, auch Laien das einfache Steuern von Lichteffekten zu ermöglichen?

Steinigke Light'J
Steinigke Light'J: Farben kann man entweder aus dem Farbkreis wählen oder über die RGB-Schieberegler selbst mischen.

Lichtsteuerung ist zwar keine Geheimwissenschaft, für viele Musiker war die Beschäftigung mit Lichtpulten oder dem Steuerprotokoll DMX bislang aber eben auch kein Wunschtraum. Gut, dass es die eingebauten Lauflichtprogramme und Sound-to-Light-Steuerung gibt. Weil so aber viele Potenziale aktueller Strahler und Lichteffekte ungenutzt bleiben, hat sich Steinigke zum Ziel gesetzt, eine Oberfläche zu finden, die eine nur niedrige Einstiegshürde bietet.

Mittel zum Ziel: eine iPad-App, die sich vom Look eines klassischen Lichtpults verabschiedet und intuitiv die Möglichkeiten verschiedener Lichtgeräte zugänglich machen soll. Wir haben die App installiert und sie zusammen mit dem Eurolite KLS-Kombo-Pack 8 ausprobiert. Das dafür nötige Zubehör ist Eurolite freeDMX – ein Drahtlos-Interface, um die Steuersignale vom iPad zu den Lichteffekten zu bringen.

Die iOS-App Light’J findet klassisch ihren Weg vom Apple App Store aufs iPad. Sie ist kostenlos und nur wenige Megabyte groß. Der Main-Screen zeigt durch große Symbole gleich, dass ein einfacher Zugang zu Lichtfunktionen möglich ist. Bevor man sinnvoll loslegen kann, ist aber passende Hardware nötig. Man kann sich zwar auch so in der App umsehen und programmieren, doch die Auswirkungen der Fingergesten sollte man auch sehen können.

freeDMX
Für die Kommunikation zwischen Tablet und Lichtgeräten sorgt das Interface Eurolite freeDMX. (Foto: Steinigke)

Hardware

Für die Kommunikation unentbehrlich ist das Interface Eurolite freeDMX: Dieses ist nicht nur für die Zusammenarbeit mit einem iPad zu gebrauchen, sondern kann über USB auch an einen Computer angeschlossen werden. Die drahtlose Kommunikation funktioniert über WLAN (vom PC aus z.B. über die kostenlose Software Freestyler). Das freeDMX etabliert ein eigenes Drahtlos-Netzwerk, in das man sich einwählt. Das geht übrigens auch von Android-Geräten aus. Für diese Plattform bietet Steinigke eigene Apps an, jedoch sind diese noch nicht auf dem Stand wie Light’J für iOS.

Vom Interface aus wird die übrige Lichttechnik klassisch per DMX-Leitung verkabelt. Das für un­seren Test verwendete Eurolite KLS-Kombo-Pack 8 besteht aus dem Kompakt-Lichtset LED KLS-401, das per Adapter auf dem mitgelieferten Omnitronic-Hochständer montiert wird. Ebenfalls direkt am Stativ montiert wird die Matrix-Leiste MAT-Bar 4x64. Oben auf die Traverse des LED KLS-401 werden zwei Strahleneffekte SCY-200 montiert. Strom beziehen die zusätzlichen Effektstrahler über die mitgelieferten Verlängerungen aus den Anschlüssen der KLS-401-Traverse. Und auch die drei DMX-Kabel, die der Kommunikation zwischen KLS-Leiste und den weiteren Lichteffekten dienen, gehören mit zu unserem Set.

KLS Pack 8
Getestet wurde die App zusammen mit dem Eurolite Kombo-Pack 8. (Foto: Steinigke)

Die KLS-Leiste verfügt über vier LED-Strahler mit jeweils 60 roten, 60 grünen und 60 blauen 10-mm-LEDs. Neben den eingebauten Lauflichtprogrammen und Sound-to-Light-Steuerung werden auch 15 DMX-Steuerkanäle geboten. Über diese lassen sich die eingebauten Programme aufrufen und die einzelnen Farbgruppen jedes der vier Spots einzeln ansprechen. Die LED MAT-Bar 4x64 ist eine Flower-Effekt-Leiste mit 256 LEDs (RGB). Sie bietet ebenfalls Lauflichtprogramme und Sound-to-Light-Steuerung. Über sieben DMX-Kanäle lassen sich die einzelnen Farben an- oder ausschalten, einzelne Chases (Aneinanderreihung von Szenen) wählen oder die einzelnen Lauflichtprogramme auswählen. Der LED SCY-200 ist ein klassischer Strahleneffekt mit Tricolor-LEDs. Je nach Anwendung kann man die Strahlen über sieben oder 20 DMX-Kanäle steuern. Zusammen mit der Light’J-App ist der Betrieb im Siebenkanalmodus möglich. Die Strahlen sind einzeln ansteuerbar oder man ruft die eingebauten Programme auf.

Wertung

+ Kostenlos erhältlich

+ Einfache Bedienung

+ Datenbank mit Einstellungen aller unterstützten Lichteffekte

- Keine Hilfefunktion (für Einsteiger) integriert

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