Test Studiologic Sledge 2.0: Aufgebohrt

Alles dreht sich derzeit um Retro-Synthesizer. Studiologic schickt daher den Sledge in die zweite Runde. Wavetable-Synthese, eine große Benutzeroberfläche und der Import eigener Samples sorgen für Spielspaß. Der Test klärt, warum dies so ist.

Der Hersteller Studiologic hat sich mit seinem Synthesizer Sledge (Test in Ausgabe 6/12) positiv im Gedächtnis verankert. Nun steht die Version 2.0 in den Startlöchern, und auch für sie gilt: Sledge verkörpert einen ebenso einfachen wie erfrischenden Ansatz im Marktsegment der virtuell-analogen Synthesizer. Der Preis unter 900 Euro mag für Keyboarder, die eine eierlegende Wollmilchsau erwarten, vielleicht etwas zu hoch liegen, ist aber gemessen am Konzept und der Qualität des Produkts angemessen. Auf der Bühne ist das orangefarbene Gerät ein absoluter Blickfang. Der Synthesizer erlaubt intuitive Klangveränderungen und macht ordentlich Druck.

Etwas ungewohnt auf den ersten Blick: Sämtliche Anschlüsse des Sledge finden sich auf der linken Gehäuseseite, was auf der Bühne natürlich gut ausschaut. USB-MIDI, MIDI-in/out, eine Stereosumme plus Kopfhörer-Buchse sind vorhanden und auch Sustain- wie Expression-Pedal kann man anschließen. Die Fatar-Tastatur TP9S spielt sich gut und verarbeitet auch Druckdynamik. Mit einem Gewicht von rund 8,3 Kilogramm ist der Sledge, gemessen an seiner Größe und den zahlreichen Bedienelementen, ein leichtes Kerlchen.

Erfreulicher Aspekt der Neuauflage: Besitzer des ersten Modells erhalten die allermeisten neuen Funktionen des Sledge 2.0 als kostenfreies Update der Firmware. Ein Gerätewechsel bleibt Ihnen also erspart. Nur zum Freischalten des Sample-Flash müssen rund 100 Euro investiert werden. Der Shop von Waldorf (waldorfmusic-shop.de) hält diese Sample-Play-Option (Sledge SL) bereit.

Sounds

Die virtuell-analoge Klangerzeugung bietet mehr Stimmen und Funktionen als noch im Vorgänger-Instrument. Sie stammt von den Waldorf-Entwicklern und ähnelt stark der achtstimmigen Tonerzeugung des Waldorf Blofeld. Der Sledge 2.0 wartet nun mit einer 24-fachen Polyfonie auf, was angesichts der neuen Layer- und Splitkreationen auch gut ist. Insgesamt bis zu drei Oszillatoren erzeugen den Sound. Besonderheit: Oszillator 1 greift bei Bedarf auf Wavetables zurück, wobei 66 Wellensätze des klassischen PPG Wave vertreten sind. Hier ergeben sich nicht nur spannende Klangabläufe, sondern auch einfache digitale Sounds, die man bei vielen anderen VA-Synths nicht bekommt. Pulsbreitenmodulation oder FM-Synthese sorgen für weiteres Staunen bei den Oszillatoren.

Das Waldorf-Filter (Tief-, Hoch-, Bandpass) integriert auch einen Drive-Regler für angezerrte Sounds. Die beiden Hüllkurven (Lautstärke und Filter) sehen klassischerweise vier Phasen (ADSR) vor. Die Modulation (LFO1+2 und Modulationsrad sind drei feste Quellen) ist über eine Matrix übersichtlich zu programmieren. Abgerundet wird der Sound durch eine Effekt-Abteilung, die in Version 2.0 flexibler geworden ist: Weiterhin liefert Effect 1 entweder Flanger, Phaser oder Chorus. Beim zweiten Effektblock lassen sich nun aber Reverb und Delay kombinieren. Für musikalische Effekte kann man den Arpeggiator einschalten, der die klassischen Spielarten (Up, Down, Alternate) beherrscht.

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