Studiologic Sledge Black Edition im Test: Paint it black

Ganz in Schwarz präsentiert sich der Sledge Black Edition von Studiologic. Der italienische Hersteller hat dem Synthesizer aber nicht nur einen effektvollen Anstrich verpasst, sondern auch die Leistung gesteigert. Der Sledge klingt gut, ist preisgünstig und bei der Live-Performance flexibel einsetzbar.

Mit dem Sledge Black Edition bringt Studio­logic eine überarbeitete Fassung des Sledge 2, der weiterhin im Sortiment bleibt. Augenfälliges Novum ist das markante Outfit in Schwarz mit orangefarbenen Akzenten. Das Design entstand in Zuammenarbeit mit der Designschmiede von Axel Hartmann. Selbst die Tastatur ist farblich invertiert, mit einer Kombination aus schwarzen und grauen Farbtönen.

Das neue Modell bietet einen um 6 dB erhöhten Ausgangspegel sowie eine im Detail verbesserte Klangparametrisierung. Bereits am Start ist ein 60 MB großer, interner Sample-Speicher. Erfrischend ist auch die Soundbank mit 100 neuen Klängen. Wer Interesse an diesem Instrument bekommt, sollte neben den bisherigen Testberichten auch im Synthesizer-Workshop der Ausgabe 1/2016 nachlesen, wo die praktische Seite der Wavetable-Synthese näher vorgestellt wird.

Für wen lohnt sich die Black Edition? Zur Zielgruppe zählen eindeutig Keyboarder, die gern ohne Maus und Bildschirm am Klang schrauben und sich einen neuen, schicken Live-Synthesizer zulegen wollen. Für die allermeisten Besitzer des Sledge 2 ist der Wechsel zur Black Edition wiederum kein Muss. Bei der Klangerzeugung sind es Detailverbesserungen, die neuen Sounds lassen sich auch in den früheren Versionen laden. Wer auf die Optik keinen gesteigerten Wert legt, kann auch ein wenig sparen, wenn er Version 2 wählt oder den ersten Sledge gebraucht kauft. Erfreulich ist jedenfalls, dass sich Studiologic nicht auf den bisherigen Lorbeeren ausruht, sondern die Synthesizer-Familie kontinuierlich vergrößert.

Überblick

Der Sledge ist ein 24-stimmiger VA-Synthesizer, dessen Klangerzeugung die Firma Waldorf entwickelt hat – eine Verwandtschaft zum Waldorf Blofeld ist durchaus erkennbar. Insgesamt bis zu drei Oszillatoren erzeugen den Sound mit der Besonderheit, dass Oszillator 1 auf Wavetables zurückgreifen kann. Daraus ergeben sich nicht nur spannende Klangabläufe, sondern auch einfache digi­tale Sounds, die man bei vielen anderen VA-Synths nicht bekommt.

Pulsbreitenmodulation oder FM-Synthese sorgen für weiteres Staunen bei den Oszillatoren. Der Waldorf-Filter (Tief-, Hoch-, Bandpass) integriert auch einen Drive-Regler für angezerrte Sounds. Die beiden Hüllkurven (Lautstärke und Filter) sehen klassischerweise vier Phasen (ADSR) vor. Die Modula­tion (LFO1+2 und Modulationsrad sind drei feste Quellen) ist über eine Matrix übersichtlich zu programmieren.

Ein verbessertes Detail: Der zweite LFO läuft synchron und moduliert alle Noten mit derselben Modulationsphase. Abgerundet wird der Sound durch zwei Effekt-Blöcke, die solide arbeiten: Delay und Hall sowie Chorus, Flanger und Phaser. Für musikalische Effekte kann man den per MIDI synchronisierbaren Arpeggiator einschalten.

Video-Demo zum Studiologic Sledge Black Edition