Test Uhl Instruments X3 Smooth: Leichtes Spiel

Ausgewachsene Tone-Wheel-Orgeln klingen einzigartig, sind aber Schwergewichte. Von portablen Derivaten mit vergleichbar fettem Klang träumt deshalb fast jeder Organist. Im Praxistest klären wir, inwieweit die leichte UHL X3 Smooth diesen Traum Wirklichkeit werden lässt.

Die Uhl-Orgel gibt es sowohl mit einem als auch mit zwei Manualen. Das einmanualige Modell X3-1 Smooth wiegt 9,8 kg und hat die Maße 110 x 35 x 12,5 cm. Auch das zweimanualige Modell X3-2 Smooth (110 x 48,5 x 18 cm) bleibt mit einen Gewicht von 16,8 kg gut tragbar und findet auch in jedem Kleinwagen Platz. Das kommt den Bedürfnissen des tourenden Musikers natürlich entgegen.

Die X3 Smooth setzt auf moderne Eleganz. Das Gehäuse wird, wie es bei Stageorgeln mittlerweile Usus ist, von zwei Seitenteilen aus Holz eingefasst. Diese sind entsprechend dem gesamten Instrument in Schwarz gehalten. Die Schriftzüge in Weiß setzen sich deutlich ab. Die dadurch entstehende Schwarz-Weiß-Optik harmoniert mit den schwarzen und weißen Tasten der Manuale und vermittelt insgesamt den Eindruck eines hochwertigen Designs.

Handling

Die X3 Smooth verfügt über zwei Sätze mit den jeweils neun Zugriegeln. Bei großen Orgeln sind es normalerweise vier Sätze. Dies kompensiert die X3 Smooth durch die Möglichkeit, bis zu 14 Presets abzuspeichern und per Knopfdruck aufzurufen. Der Grund für den Verzicht auf die beiden Zugriegelsätze liegt laut Hersteller in der Erkenntnis, dass die meisten Spieler nur einen Satz einsetzen. Da die Zugriegel aus spürbar hochwertigem und haltbarem Material gearbeitet sind, würden mehr Zugriegel außerdem auf Kosten der Leichtigkeit gehen. Zu den beiden genannten Sätzen kommt noch ein kleiner Satz mit zwei Zugriegeln für ein Basspedal, das über MIDI angeschlossen werden kann. Ein zusätzlicher dritter Zugriegel regelt die Decay-Zeit für die String-Bass-Funktion, die von der Orgel zur Verfügung gestellt wird.

Die im Instrument verbaute Waterfall-Tastatur mit 61 Tasten pro Manual stammt von Fatar. Sie fühlt sich hochwertig an und wurde von Uhl Instruments modifiziert. Dadurch ist das Spielgefühl einer echten Tone-Wheel-Orgel sehr gut nachgebildet. Der Tastenwiderstand ist exakt der gleiche, und auch die Tonrepetition ist schnell genug, um die typischen One-Note-Licks zu spielen.

Alle gängigen Effekte sind an Bord, und die dafür notwendigen Schalter hat man so angebracht, dass sie während des Spielens gut erreichbar sind. Der Drehwahlschalter für die Art des Chorus/Vibrato (V1-3 und C1-3) ist traditionell üppig dimensioniert. Er befindet sich an ähnlicher Stelle wie bei alten Tone Wheel Orgeln. Das gilt auch für den Umschalter von Chorale auf Tremolo oder Stop des Rotary-Effekts. Er ist dem für eine Hammond typischen Half-Moon-Schalter ähnlich.

Für das Zu- oder Abschalten von Percussion und Chorus/Vibrato stehen nicht die traditionellen Kippschalter, sondern Knöpfe bereit. Kleine leuchtende LED-Punkte auf den Knöpfen machen sichtbar, welche Funktion gerade eingeschaltet ist. Orgel-Nos­talgiker kennen das anders, die hier gewählte Lösung ist aber durchaus funktional. Dass sich die Schalter für die Perkussion (on/off, soft/normal, slow/fast und 2nd/3rd) links am Instrument befinden, ist ungewöhnlich, stellt aber keine praktische Beeinträch­tigung dar.

Erfreulich sind drei Drehregler, die sich links des oberen Manuals befinden. Der eine regelt den Höhenanteil im Ton. Diesen findet man auch bei alten Tone-Wheel-Orgeln, allerdings im Inneren des Ins­truments. Der zweite regelt bis zu einem gewissen Punkt die Ausgangslautstärke und ab diesem Punkt dann den Overdrive. Da mit zunehmendem Overdrive auch die Lautstärke noch weiter zunimmt, ist der dritte Drehregler (am Display) dafür da, das Ausgangsvolumen entsprechend zu reduzieren. Damit kann man Verzerrungsgrad und Lautstärke perfekt den eigenen Wünschen anpassen.

Links des oberen Manuals befinden sich ein Display mit zweimal 16 Zeichen und drei Knöpfe, mittels derer man durch das Menü navigieren kann. Im ersten Moment mag man sich wünschen, das Display wäre ein wenig größer und mache mehr Information sichtbar. Alsbald stellt man aber fest, dass die Menüführung so einfach und stringent ist, dass das Sichtbare völlig ausreicht, um schnell gewünschte Einstellungen vorzunehmen. Die Orgel lässt sich einfach an beliebigen Punkten splitten, was natürlich gerade beim einmanualigen Modell unverzichtbar ist.

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