Test Yamaha MD-BT01 & UD-BT01: Neue Freiheit

Bluetooth-MIDI mit Mobilgeräten wie dem Apple iPad erobern die Musikwelt, denn ein per Kabel angeschlossenes Instrument wirkt anachronistisch. Yamaha bietet eine universelle Lösung für drahtlose MIDI-Verbindungen.

Yamaha MD-BT01 & UD-BT01
Zwei Adapter, die man sich als Keyboarder nicht entgehen lassen sollte: Yamaha UD-BT01 (links) und Yamaha MD-BT01. (Foto: Yamaha)

Viele Instrumente arbeiten heute von Haus aus mit Mobilgeräten wie dem Apple iPad zusammen. Was die Mobilität dabei immer wieder einschränkt, sind lästige Kabelverbindungen. Die Alternative heißt: Funk. Doch während sich WLAN-Verbindungen für MIDI-Signale in den vergangenen Jahren nicht durchgesetzt haben, eroberte der Bluetooth-LE-Standard die Entwicklerherzen in kürzester Zeit. Apple unterstützt in diesem Energie sparenden Funkstandard seit iOS 9.2 und auf den großen Computern ab OS X 10.10 die Übertragung von MIDI-Signalen.

Yamaha nutzt die Gunst der Stunde und bringt zwei universelle Adapter, MD-BT01 und UD-BT01, mit denen sich MIDI-Geräte drahtlos mit Apple-Geräten verbinden lassen. Wir haben die neue Freiheit in der Praxis erprobt.

MD-BT01

Ein Bluetooth-Adapter für die klassischen fünfpoligen MIDI-Buchsen ist der Yamaha MD-BT01. Im Prinzip hält man damit zwei MIDI-Stecker in Händen, die durch ein dünnes Kabel miteinander verbunden sind. Der Stecker für die MIDI-in-Buchse ist mit einem Richtung Instrument zeigenden Pfeil gekennzeichnet; beim Stecker für den MIDI-Ausgang zeigt der Pfeil in die entgegengesetzte Richtung. An den Steckerseiten sind winzige LEDs integriert, die den Verbindungsstatus signalisieren.

Der Einsatz des Adapters ist kinderleicht: Stecker in die MIDI-in/out-Buchsen des Instruments stecken – fertig. Strom bekommt der Adapter über die MIDI-Buchsen. Mit einem kompatiblen Com­puter (im Test ein iPad Air 2 mit iOS 9.2) kann man nun eine Verbindung aufbauen – nicht im Bluetooth-Einstellungs-Menü allerdings, sondern in einer Musik-App, die Bluetooth-MIDI-Verbindungen unterstützt. Hier wählt man das Gerät MD-BT01 als MIDI-Quelle aus. Alternativ kann man Hilfs-Apps wie „midimittr“ einsetzen, um die Bluetooth-MIDI-Signale allen CoreMIDI kompatiblen Apps zur Verfügung zu stellen.

UD-BT01

Nicht viel mehr Aufwand ist für den Einsatz des USB-Adapters UD-BT01 nötig. Der Adapter selbst ist etwas kleiner als eine Streichholzschachtel. Er ist ausgestattet mit einem USB-Stecker und einer USB-Buchse und besitzt Status-LEDs. Der USB-Stecker dient der Stromversorgung; für die nötige MIDI-Verbindung sorgt ein beiliegendes Kabel, das an der USB-to-Host-Buchse des Instruments angeschlossen wird. Weil der Adapter aber zum Arbeiten noch Strom benötigt, muss dieser entweder über ein USB-Netzteil bereit gestellt werden oder man opfert eine USB-to-Device-Buchse seines Instruments, wo die nötige Spannung ebenfalls anliegt.

Der Hersteller selbst hat eine Liste veröffentlicht, welche Yamaha-Instrumente mit welchem Adapter kompatibel sind, und welche Yamaha-Apps den Bluetooth-MIDI-Standard direkt unterstützen (Link im Datenkasten). Die positiven Erfahrungen im Praxistest lassen aber den Schluss zu, dass der Einsatz des Yamaha UD-BT01 an allen Instrumenten mit USB-to-Host-Anschlüssen vom Typ „class compliant“ möglich sein sollte. „Class compliant“ bedeutet, dass Instrument und Computer ohne zusätz­liche Treibersoftware MIDI-Daten über die USB-Schnittstelle austauschen können.

Fazit

Die rund 50 Euro für einen der Bluetooth-Adapter von Yamaha – MD-BT01 oder UD-BT01 – sind bestens angelegt. Damit verbindet man schnell ein MIDI-fähiges Instrument mit einer der neuen Kreativ-Apps am Tablet oder Desktop-Computer. Das lästige Kabel entfällt, und Strecken von etwa acht bis zehn Meter lassen sich problemlos überbrücken. Zwei Adapter, die man sich als Keyboarder nicht entgehen lassen sollte.

Wertung

+ Einfach einzusetzen

+ Stabile Datenverbindung

+ Arbeitet mit mehr Geräten zusammen als versprochen